Heute war ein guter Tag.

Die Woche hat es in sich gehabt. Wie eine schwere Wolke lag mein ‚funk‘ über mir. Ich war dauer-schlecht gelaunt, demotiviert. (Fast) Alles lief schief (viel Verkehr, genervte Leute, und oh, beim Einkaufen bin ich drauf gekommen, ich hatte keine Geldbörse dabei… natürlich nachdem der gesamte Einkauf schon verpackt war).

Heute morgen wollte ich dann zum Yoga und konnte nicht auftreten, weil mein Knie gezickt hat. Das macht es manchmal. Dann durchfährt mich ein höllischer Stich, jedesmal, wenn ich es abbiege. Also nicht Yoga. Dann eben Kaffee mit dem Mann. Auch gut:-)

… aber Stop. Dies sollte ja kein suder suder jammer jammer Post sein.

Heute war nämlich ein guter Tag.

Kaffee mit dem Mann genieße ich immer sehr.

Zur Zeit lese ich sehr viel und die Bibliothek ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt. Gestern habe ich mir ein paar Bücher, Hörbücher und Filme ausgeborgt und kann es kaum erwarten, die am Pool, am See, im Flieger und im Cafè zu lesen. Eines habe ich schon verschlungen. Apropo Bücherei. Über die Bibliothek kann ich mir von einer App Videos und Hörbücher anschauen/anhören. Und da gibt es auch schwedische Filme! Und richtig gute Hörbücher, so wird der anstehende Langstreckenflug wie im Fluge vergehen:-).

Dieses Buch hat Daniel mir geschenkt. Nun schmökere ich so gerne darin und träume davon wie wir mit dem Auto die Küste Maines entlangfahren.

 

Zu Mittag kam der Mann heim und wir sind Kaffee trinken gegangen. Ich teil ihn ja nicht so gern mit seiner Arbeit, und er hat wohl meine schlechte Laune bemerkt und mich zum Kaffee ausgeführt. Ich lieb ihn so! (Und Daniel lieb ich auch).

Anschließend bin ich zur Bibliothek gegangen, ein Buch zurück und eines ausgeborgt. Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass ich vergessen habe, Deo zu benutzen und immer noch meine Duschfrisse hatte. Egal. Sonnig wars und Schwitzen tut eh jeder bei den Temperaturen.

Auf dem Marktplatz war eine Musikgruppe, der Jüngste, keine 12 Jahre alt, hat mit so einer Leidenschaft Trompete gespielt, mir ist die Ganslhaut gekommen. Ich steh ja total auf so Musik und liebe es, dass in Charlotte so viele Straßenmusikanten unterwegs sind. Am Liebsten hätte ich mich dazugestellt und zum Tanzen begonnen!

Mein Freund John war auch unterwegs und hat mich (und alle Fußgänger) daran erinnert, „Jesus loves you guys“. Irgendwann muss ich ihn jetzt mal ansprechen!

Nach 3 Tagen Regen und Wolken und wäh Wetter scheint wieder die Sonne und ich gehe jetzt gleich Schwimmen, dass tut meinem beleidigten Knie sicher gut.

An solchen „funky“ Tagen muss ich mir nur bewusst machen, wie gut es uns geht. Wofür ich dankbar sein kann. Und Grund zum Danken gibt es immer:

Frische Erdbeeren. Selbstgemachtes Müsli. Post von daheim. Freundschaften, die sich entwickeln. Kaffee. Gespräche nach dem Gottesdienst. Skype. Bücher. Familie. Frischer Toast zum Frühstück. Sonnenschein. Sonnencreme. Brot backen. Musik. Ehrlichkeit. Bibellesen mit Freunden. Ermutigende SMS von Freunden. Unser Hauskreis und wie wohl wir uns da fühlen. Ein neuer Tag.

Bei uns schaut es immer aus, wenn ich Kaffee mahle. Aber wie es duftet!! Wird Zeit, wieder frisches Müsli zu machen!

Naturjoghurt, frische Beeren, Müsli, etwas Honig. Ich leg mich da rein!

Nach langem wage ich mich wieder ans Brotbacken. Hoffentlich klappt es diesmal besser!!

vergesst das nicht!

Diesen Sommer…

  • Werde ich viel lesen. The House of Mirth. Wuthering Heights. The Glass Castle. James Bond. H wie Habicht. The Great Gatsby (mal wieder).
  • Werde ich mich mit meinem Buchclub treffen und unsere Sommerlektüre besprechen. Und Kaffee trinken.
  • Und mit Freundinnen am Pool Margaritas trinken.
  • Werde ich viel Eis essen. Oder auch nicht.
  • Und viel Naturjoghurt mit frischen Beeren und Knuspermüsli.
  • Habe ich vor, möglichst oft auf den Bauernmarkt zu gehen.
  • Möchte ich mehr mit Natursachen experimientieren, Körperpeeling selber herstellen, zum Beispiel.
  • werde ich viiiiel Eiskaffee und selbstgemachte Limonade trinken. Immer nur her mit der Zitrone und dem Sprudelwasser!
  • werde ich auch jede Menge Hugo trinken. Ich liebe Minze und Hollunder.
  • werde ich viel schwimmen gehen. Das Schwimmbecken im Gebäude muss man ja ausnutzen.
  • Werde ich mich brav mit Sonnencreme einschmieren.
  • werde ich sooft es geht zum Morgenyoga gehen.
  • werde ich mich regelmäßig mit 3 Freundinnen zum Gebet treffen.
  • werde ich ganz viel Babyduft schnuppern. Zwei Freundinnen haben Babies bekommen!
  • werde ich ab und zu nach Richmond fahren.
  • werden wir wandern gehen und zelten.
  • lerne ich (hoffentlich) ENDLICH Grandpa kennen.
  • werden wir auf Urlaub fahren und neue Städte erkunden.
  • werden wir unsere Stadt mit dem Fahrrad erkunden.
  • wird es viel Erdbeermelonensalat geben.
  • und Grillabende mit Freunden.
  • Und jede Menge Kukuruz. Ich liebe Kukuruz.
  • werde ich mich auf das nächste Semester vorbereiten und Mathe lernen.
  • Möchte ich knallige Nagellacke tragen. ROT. ROSA. KORALLE.
  • Beginne ich (hoffentlich) meine neue Arbeit.
  • werde ich ins Museum gehen und mir die volle Dosis Kunst geben.
  • und mit der Hängematte im Park hängen und lesen.
  • wird es Bootsausflüge geben.
  • Gebe ich nicht auf, auch wenn mein Brot nicht gelingt. Ich werde weiterbacken!
  • werden wir oft ins Freiluftkino gehen und zu Freiluftkonzerten im Park (die hoffentlich gratis sind)
  • werden wir uns zum Volleyballspielen im Park treffen.
  • Werde ich viel Barfuß gehen. Oder maximal in Schlapfen. Hauptsache sockenlos!
  • werde ich mir NICHT die Haare färben oder abschneiden, auch wenn mich die Länge gerade furchtbar nervt. Bloggerdutt is the answer!
  • feiere ich Geburtstag. Und der Mann auch. (und unseren 1. [österreichischen] Hochzeitstag!! (Den „Richtigen“ hatten wir ja schon im Februar).
  • werde ich (ENDLICH) meine (externe) Festplatte organisieren und Fotos drucken und mein 2016 Fotoalbum kleben. Und unser Hochzeitsfotoalbum.
  • werde ich versuchen, wieder öfters Briefe zu schreiben.
  • werde ich genießen, faulenzen, schwitzen, die Hitze verfluchen, die Klimaanlage zu kalt aufdrehen, im Park sitzen, lachen, Fotos machen, LEBEN.

 

Jesus loves you guys!

Wir haben hier in der Stadt einen Mann, nennen wir ihn einfach mal John (seinen richtigen Namen kenne ich [noch] nicht, da ich [leider] noch nicht mit ihm geredet habe).

Was das besondere an John ist?

Er liebt Jesus. Und er verkündet es jeden.

Egal ob Sonnenschein oder Regen, bei Wind und Wetter, am Montag morgen genauso wie Freitags Nachmittag, geht (und manchmal radlt) John durch die Stadt und verkündigt die [meiner Meinung nach] drei schönsten und wichtigsten Sätze: Jesus died for you. He saves. He loves you guys.

Anfangs habe ich einen großen Bogen um ihm gemacht. Ich war peinlich berührt. Man steht ja nicht einfach rum und schreit herum (außer man heißt Lisa und erfährt von einer Verlobung oder Schwangerschaft oder jemand schreit „Hai!“ beim Schwimmen. Dann ist schreien OK).

Ich dachte mir, John ist wieder nur ein Verrückter. Und dann war mir dieser Gedanke peinlich. Das haben die Leute doch sicher auch über Noah, Johannes dem Täufer und JESUS und seinen Jüngern gedacht.

Immerhin fordert die Bibel uns auf, die frohe Nachricht zu verkünden, und wie heißt es so schön in dem Lied: „go, tell it on the mountain, over the hills and everyway. Go tell it on the Mountain that Jesus Christ is born“ (ok ist ein Weihnachtslied, aber die Grundidee ist, dass wir in alle Welt gehen sollen und das Evangelium verkünden sollen [Markus 16:15])

Und genau das tut John. Er ruft es hinaus, manchmal sprechen ihn Leute an, dann erzählt er ihnen von der Bibel, manchmal betet er mit ihnen und für sie.

Ich finde das toll. (Und bewundere seine Ausdauer. Ich wäre nach einer Stunde schon heiser).

Also.

JESUS SAVES. HE DIED FOR YOU AND HE LOVES YOU GUYS.

 

Wertvoll.

Als wir (also meine Schwestern und Eltern) in unser neues Heim gezogen sind, haben meine Eltern für jedes Mädchen einen Baum gepflanzt. Ich bekam einen Apfelbaum.

Vor etwas über drei Jahren, ungefähr zur gleichen Zeit, als ich in die USA gezogen bin, bemerkte meine Mama, dass der Baum zu verwelken began. Langsam begann er zu sterben. Kurze Zeit später entdeckte meine Mama, dass eine Stechpalme zu wachsen began. Zufall?

Letztes Jahr haben Daniel und ich nach unserer Hochzeit meinen Apfelbaum abgesägt. Mir war ganz mulmig zumute. Voller Nostalgie und Schwermut, aber auch Aufregung, es lag ein Neuanfang in der Lust. Der Baum musste ab, er war krank und hinderte neue Pflanzen am Wachsen.

Das Holz haben meine Eltern in eine Lebenshilfe Werkstätte geschickt, die daraus wunderschöne Kreuze gemacht haben.

Diese Kreuze haben so viel Bedeutung für mich, für uns. Nicht nur sind sie ein Symbol für Jesus‘ Liebe, seinen Tod und seine Auferstehung, sie sind auch ein Stück Heimat. Und wer weiß, vielleicht erzählen unsere Urenkerl dann die Geschichte von dem Baum.

 

Montag Morgen

Heute fühlt sich wie Montag an. Das liegt wohl daran, dass gestern Memorial Day war und wir frei hatten. (Und stellt euch vor, ich bin zu keinem Cook Out gegangen, zu keinem Baseballspiel, hatte keine patriotischen Farben an, ich lag den ganzen Tag im Bett bzw. am Sofa, hab gelesen, Kaffee getrunken und Marillenknödl gegessen. Ur untypisch Amistyle).

So gerne ich verlängerte Wochenenden habe und es genieße, wenn Daniel einen Tag frei hat und wir nichts am Programm stehen haben (wir müssen beide nicht lernen!), so schwer fällt es mir am ersten „richtigen“ Tag wieder in die Gänge zu kommen. Ich brauche ewig, um aufzustehen, um fertig zu werden, um irgendwas produktives zu schaffen.

Heute habe ich mich also nach dem Morgenkaffee mit Daniel noch einmal ins Bett gelegt, aber schnell festgestellt, so geht das nicht. Ich habe viel zu viel zu tun und kann nicht den ganzen Tag im Bett rumknozen, bin ja keine 16 mehr.

Also aufstehen, eiskalt duschen, anziehen, zur Uni fahren, ewig disskutieren, vom 1. Stockwerk zum 3. rennen, nur um ins 2. Stockwerk geschickt zu werden… ein paar Tränen verdrücken, rumjammern, tausend mal erklären, was mein Problem ist, endlich die richtige Info zu bekommen, und wieder heim.

Eiskaffee (ich koche mir morgens eine rießen Kanne, trinke ein, zwei Tassen mit Daniel und stelle den Rest in den Eiskasten. Später kommen Eiswürfel dazu und Kondensmilch. mmmmmmmm) in der Hand an den Computer. Anmelden für Unikurse (und natürlich gibt es jetzt keine Plätze mehr und ich muss jetzt einen Abendkurs machen. naja. soll schlimmeres geben).

Und schon fühle ich mich produktiv. Jetzt ist erst mal der Wäscheberg dran. Und ich schau mir einen Tatort an, während ich bügle und Socken zusammenlege (bin ich eigentlich die einzige, bei der die Waschmaschine Socken verschluckt?)

So schlimm sind Montag-, Dienstage ja eh nicht.

Jetzt trinke ich noch eine Tasse Kaffee, lese etwas (im Moment: Uncle Tom’s Cabin) und gehe nachher noch zu meinem Cycling Class.

Abends wird es Reste von unsrem gestrigen Abendessen geben: Shrimp Boil. Mit frischem Kukuruz und neuen Erdäpfel. Ein Traum.

Morgen fällt es dann hoffentlich leichter, aufzustehen.

 

Erfolgserlebnisse und Dankbarkeit im Alltag.

Mittlerweile wohnen wir vier Monaten in Charlotte. Und oh, so laaaangsam fühlt es sich wie zuhause an. „Daheim“, also „Heimat“ ist es noch nicht, aber es wir werden vertrauter mit der Umgebung, der Stadt, den Leuten, langsam erkennen wir, wie die Stadt tickt, wie die Leute drauf sind (oh, es sind so viele Unterschiede zu Richmond!).

Ich muss zugeben, Anfangs fiel es mir echt schwer. Ich habe tagelang geheult, bin in Mitleid versunken, war nur am Jammern, wollte nur nach Hause- zurück ins vertraute Richmond, zurück in unsere kleine feine Wohnung, in mein vertrautes Café, ich wollte meine Freunde, meine Kirche, meine Uni.

Wochenlang ging es so, nur Geheule und Gejammere, Angstzustände, ich wollte nicht alleine sein, wollte die Wohnung nicht verlassen, wollte aber auch keine Menschen treffen.

Und dann kam der Frühling, die Tage wurden länger und wärmer. aber das Heimweh ist geblieben. Nur kam nun noch schlechtes Gewissen hinzu, weil ich die Wohnung nicht verlassen wollte.

Heulend hang ich am Telefon mit einer Freundin, die mich fragte: „na, wie gefällt es dir in Charlotte?“ vor lauter Schluchzen konnte ich kaum Sprechen. Sie meinte dann, „erzähl mir mal, was dir an Charlotte gefällt“.

Hmm. ich liebe unser Fitnessstudio und meine Yogalehrerin. Der Pool ist auch super (außer wenn die Nachbarn Bier reinschütten). Es gibt ganz nette Parks hier. Die Kirche ist super und unser Hauskreis ist eine echte Gebetserhorung. Wir wohnen nun 15 Minuten von Ikea entfernt (statt 2 1/2 plus Washington DC Verkehr). Es gibt viele Berge um uns. Es gibt echt süße Kaffeehäuser hier. Wir haben eine BADEWANNE!!!

Und auf einmal merkte ich, wie sich etwas in mir änderte. Langsam begann ich, Charlotte OK zu finden (hey, Okay ist besser als Sch.).

Die letzten Monate waren hart, aber ich durfte viel lernen. Zum Beispiel, dass viel mit der richtigen Einstellung zu tun hat. Und dass ich manchmal aus meiner Komfortzone heraus muss. Und dass es so viele Dinge gibt, für die ich dankbar sein kann und will. Klar, ich vermisse meine Freunde immer noch, genauso wie vertraute Umgebung. Ich plage mich mit der neuen Uni und mit den Angestellten (die es nach wie vor nicht schaffen, mir eine Auskunft zu geben). Parken ist dumm und es ist wahnsinnig laut.

Aber.

ich (wir) finden zum Geschäft, zur Kirche, zu Freunden ohne Navi.
unser Papierkram ist endlich, endlich erledigt, und wir sind offiziell umgezogen.
ich habe mich für meine Unikurse im Herbst angemeldet
gestern hatte ich einen Mathe-Einstufungstest und habe alles bestanden.
mein Buchklub trifft sich in 2 Wochen zum ersten Mal!
ich habe ein Mädchen kennen gelernt, mit der ich regelmäßig Gebärdensprache üben kann.
ich traue mich, Leute anzusprechen und habe schon einige gute Freundinnen kennengelernt. Und sogar zwei Mädchen mit denen ich mich regelmäßig zum Gebet treffe.
Daniel und ich fühlen uns super wohl in der Kirche.
Gestern beim Yoga habe ich es zum ersten Mal in eine Brücke geschafft und 5 Sekunden ausgehalten, 5km lauf ich mittlerweile auch!
die letzten Wochen haben ganz toll nach Sonnencreme und Erdbeeren gerochen.
Gegenüber von unserer Wohnung gibt es ein Skandinavisches Pub, wo es den besten Preiselbeerdrink gibt!
Gestern war ich Prüfungsaufsicht bei einer Prüfung- eine Raum voller 14 Jähriger, die mich angestarrt haben. Bis dann ein Mädchen gefragt hat: „Wie groß bist du?“ „Ist es unhöflich zu fragen ob du einen Aktzent hast?“ und beim Hinausgehen meinte ein Schüler, Miss Lisa, danke dass du heute da warst. Bitte komm bald wieder“ Ach, mein Herz schmilzt.

Sudern kann jeder. Aber ich will meine Zeit nicht damit verschwenden. Lieber mit Eiskaffee und Freunden!

In diesem Sinne.

Suderfreies Wochenende!

 

Sonnenbaden mit 14 vs. Sonnenbaden heute.

Gestern habe ich es getan. Ich habe mich an den Pool gewagt. Wir haben im Gebäude einen Pool und da es gestern sage und schreibe 30 Grad hatte (und es wird noch heißer!), habe ich mein Badetuch, mein Buch, meine Wasserflasche und mein Kapperl gepackt, und habe mich auf die Liege geschmissen.

Nur um 5 Minuten später furchtbar verschwitzt und unendlich genervt wieder zu gehen. (Okay, ich habe es ganze 45 Minuten ausgehalten!)

Ich bin nun mal keine Poolliegerin/Sonnenanbeterin. Ich liiiebe Wasser, gehe unglaublich gerne schwimmen, an den See und an den Fluss. Aber Pool? Nein Danke.

Es war laut (unsere lieben Collegestudenten haben ihren Ghettoblaster dabei und fleißig ein Bier nach dem anderen gezischt, während die Boxen gedröhnt haben und verzweifelt angebaggert wurde- ich habe mit einem sehr finsteren Blick sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass bei mir umsonst gebaggert wird!

Als ich da so vor mich hinschwitze und im 10 Minuten Takt Sonnencreme mit LSF 70 geschmiert habe, dachte ich mir, wie sehr sich mein Sonnenbadenverhalten doch geändert hat in den letzten 10 Jahren (oder so).

War es früher möglichst knapper Bikini (man will ja möglichst gebräunt sein), möglichst wenig Sonnencreme, und wenn, dann mit höchstens 20 LSF, ist es heute LSF 70, im Schatten und was den Bikini angeht: Badeanzug bitteschön. Und Kapperl.

Klar will ich etwas Bräune bekommen und nicht so leichenblass rumrennen wie sonst immer, aber mir ist inzwischen wichtiger, dass meine Haut geschützt ist und ich keinen Hitzeschlag bekomme. Außerdem langweile ich mich furchtbar am Pool, egal wie spannend das Buch ist, nach spätestens 1 Stunde ist mir fad und ich muss etwas anderes machen.

Also lieber rein in die Klimaanlage:-)

Mittlerweile bin ich voll die Sonnenschutzpredigerin geworden, immer Sonnencreme dabei, immer brav einschmieren!

Also, habts es fein, genießt die Sonne und trinkt brav Wasser. (und BITTE BITTE schüttet kein Bier in den Pool. Ich weiß, ich weiß, ich bin die genervte Nachbarin, die wegen jedem Sch. sich beschweren geht, aber, Bier im Pool brauch ich nicht^^ ich verstehe ja, school’s out for summer und ich freue mich ja, aber dennoch).

Lieber Eis als am Pool schwitzen. Wobei, das Buch ist schon sehr gut…

Grandfather Mountain. Churchretreat. Richmond. Charlotte.


Jetzt ist die Zeit aber verflogen, seit meinem letzten Post. Whoopsie. War ja auch einiges los hier! Zum einem habe ich mein Semester beendet, yay, zum andren hatten wir so einige Wochenendausflüge gemacht, und dann kam halt das übliche Leben dazwischen.

Hier ein kleiner Rückblick:

Daniel und ich waren (mal wieder) wandern. Grandfather Mountain stand diesmal auf unserer Liste. Leider regnete und stürmte es und so verbrachten wir mehr Zeit im Dorf in einem urigen Lokal, und anschließend noch einige Stunden im Nationalpark. Zum Wandern sind wir leider nicht gekommen, aber wir haben die Aussicht genossen, und ich habe es sogar über die „Mile High Swinging Bridge“ getraut! Hier im Park wurde übrigens eine Szene aus Forrest Gump gedreht, natürlich musste ich ein Foto machen!
Daniel und ich haben das Wandern für uns entdeckt, und wollen uns nun mit „Gear“ ausrüsten. Habt ihr Empfehlungen für gute Wanderschuhe und Campingausrüstung? Wir wollen so ein pop up tent kaufen?!

Ende April sind wir auf eine Kirchenfreizeit gefahren. Wir hatten eine echt tolle Zeit, mit guten Vorträgen, guten Gesprächen, Wandern, Eisessen, Spiele spielen und neue Bekanntschaften schließen. Obwohl wir erst seit knapp drei Monaten in der Kirche sind, fühlen wir uns schon richtig wohl und sehr herzlich aufgenommen. Die richtige Gemeinde zu finden, war ein großes Gebetsanliegen für uns vorm Umzug, welches auch sofort erhört wurde! Da ich während des Wochenendes meistens das Handy abgeschaltet hatte, gibt es nur ein paar Schnappsschüsse. Gewonnen habe ich auch zwei mal- einmal beim Zuckerl raten (es waren 750, ich hab 937 geraten), und einmal, weil ich am Weitesten entfernt von Charlotte aufgewachsen bin!

Mitte April hatte ich auch eine Zahnfleisch OP, glücklicherweise hatte ich kaum Schmerzen, aber es war extremst unangenehm und für eine Woche lang musste ich eine Schutzspange tragen- sabbern und lispeln inklusive. Natürlich bekam ich auch noch Halsweh dazu, und so lag ich 3 Tage lang mit Icepack an der Backe und einer ordentlichen Portion Selbstmitleit im Bett. Ein Hoch auf Netflix, zdf.de und einen Ehemann der Milkshakes und Suppe heimbringt. Mehr konnte ich nämlich nicht essen!

Seit einigen Wochen passe ich nun auf einen 16 Monate alten blonden Engel auf, was ich sehr genieße, wir spielen viel draußen und ich finde es immer wieder faszinierend wie viel und schnell so kleine Butzerln lernen! Jeden Tag gehen wir spazieren, finden Käfer, Ameisen, Dreck und Steine. Mittlerweile sagt er schon Sätze wie „Where go?“ „No know“ und „pala“ wenn er fällt (Hoppala… muss ja Deutsch lernen der Bub!). Außerdem finde ich ganz of vierblättrige Klees!

Leider hat sich auch herausgestellt, dass mein Uni-Wechsel komplizierter ist, als ich dachte, und ich quasi 1 Jahr länger brauche, weil mir Kurse (doch) nicht angerechnet werden. Noch dazu kommt, dass ich mich nicht rechtzeitig informiert habe, und so einen Kurs leider erst nächstes Jahr machen kann. Viel Frustration und Tränen und  Enttäuschung (warum können Studienberater einfach nicht die richtige Antwort geben!!!).  Und automatisch suche ich einen Schuldigen. Die Susi vom Schalter, die nicht abhebt. Der Franz von der Uni, der auf keine Email antwortet. Auch hier darf ich lernen, Gott zu vertrauen. Geht halt nicht immer nach meinem Kopf.

Letztes Wochenende waren wir dann noch in Richmond, weil Graduation war, und meine Schwägerin und zwei Freunde von uns ihren Master bzw Bachelor bekommen haben. Es war sehr regnerisch und kalt, aber wir haben es genossen. Und wir haben herausgefunden, dass wir noch eine Gutschrift für eine Massage hatten, so wurde ich am Sonntag verwöhnt! In meinem Liebelingscafe waren wir auch und haben lange gelesen und Kaffee getrunken. Wir haben nämlich nun begonnen, James Bond zu lesen- ich bin gefesselt! SO so so gut! Im Park, in dem wir uns kennen gelernt haben, gab es einen Kunstmarkt, bei dem wir auch waren. Leider hatten wir nicht das nötige Kleingeld dabei, um uns ein wunderschönes Gemälde vom Park zu kaufen, aber ein Eis ging sich aus!

Dieses Wochenende ist das erste seit sechs Wochen, welches wir daheim sein werden (seht ihr, ich habe „daheim“ gesagt! Langsam aber sicher fühlt es sich mehr danach an!). Wir freuen uns sehr darauf, keine Pflichttermine zu haben! Bis Mittag im Pajama sein, lesen,  Bücherregal ordnen, Brot backen… ach, Wochenende.

Und sonst so? Einen Buchclub habe ich ins Leben gerufen, und ich freue mich sehr, bin aber auch sehr aufgeregt, neue Leute kennen zu lernen! Wenn ihr „Summer reads“ Empfehlungen habt, nur her damit!!!
Auf meiner akutellen Bücherwunschleseliste stehen:
The Adventures of Tom Sawyer/The Adventures of Huckleberry Finn
The Scarlet Letter
Uncle Tom’s Cabin
The Picture of Dorian Gray
The Count of Monte Cristo
The House of Mirth
A Gentleman in Moscow
Hannah Coulter

 

Habts es fein!

 

19. April

Samstag, 19. April 2014 wird immer ein besonderer Tag für mich sein. Es war der Tag, der mein Leben veränderte, wenn auch anfangs unbemerkt. Es war der Tag, an dem ich Daniel kennen gerlernt habe.

Es begann eigentlich am 18. April 2014. Eine Freundin aus der Kirche fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr und zwei ihrer Freunde ins Kino gehen wollte. Es war Karfreitag und eigentlich wollte ich daheim bleiben, Kino am Karfreitag? In der Fastenzeit? Nein, danke. Ich ging aber dann doch. Wenn ich etwas während meiner Austauschschüler- und Aupairzeiten gelernt hatte, dann das: wenn du neu in einer Stadt bist und dich jemand fragt, ob du etwas unternehmen möchtest, sage ja. Also ging ich. Der Film war doof, das Essen war OK, und ihre zwei Freunde waren ganz lustig.

Ich war müde und wollte heim. Es ging also zu meiner Freundin, wir hatten noch eine girl’s slumber party, beteten und gingen schlafen. Am nächsten Tag, Karsamstag, wollten wir zu einem Picknick, von mehreren Kirchen organisiert.

Was ich nicht wusste: einer der zwei Freunde rief noch am Heimweg seinen besten Freund an, um ihm zu zu überreden, zum Picknick zu kommen, er hätte soeben ein Mädchen aus den Niederlanden kennen gelernt, er müsse sie unbedingt treffen. Der beste Freund war Daniel, das Mädchen aus den Niederlanden war ich.

Am nächsten Tag ging es zum Picknick. Ich weiß noch genau, wie unzufrieden ich mit meinen Haaren war und mit meinem Outfit. Ich hatte ein rosa Shirt an (und damals trug ich absolut gar kein Rosa). Im Park kam ich mir total fehl am Platz vor, ich kannte niemanden und kam mir so blöd vor, weil ich mich an meine Freundin klammerte. Irgendwann kam dann so ein Typ daher, der irgendwas von cookie cakes faselte und bla bla bla. Ich wollte doch nur heim. Als der Typ dann aber fragte woher ich kam, und ich Österreich und Schweden antwortete, und er erzählte seine Mama hat in Schweden gelebt, began die Unterhaltung leichter zu werden. Wir haben geplaudert, und irgendwann hat er dann gefragt, wie es mir hier so gefällt und ob wir uns mal treffen wollen. Also wurden Telefonnummern getauscht und wir haben uns verabschiedet.

Am Heimweg hat er seinem Mitbewohner erzählt: „Das Mädchen, das ich soeben getroffen habe? Die werd ich mal heiraten“.

Er sollte recht behalten.

Und der 19. April wird jetzt jedes Jahr gefeiert.

(Im Park, wo wir uns kennen gelernt haben, hat er auch bei meinem Papa um meine Hand angehalten, und hatte auch geplant, mir den Heiratantrag zu machen. Der Plan wurde dann aber kurz fristig geändert, und er hat woanders gefragt)

The Biltmore Estate. [Asheville, NC]

The Biltmore Estate– America’s largest private home.

Biltmore wurde  zwischen 1889-1895 im Auftrag von George Vanderbilt gebaut und eröffnete an Heilig Abend in 1895. George Vanderbilt war der Enkel von Cornelius Vanderbilt, einer der reichsten Männer in der Geschichte Amerikas, der sein Geld mit Dampfschiffen und Eisenbahnen verdiente.  Zusammen mit seiner Frau Edith und seiner Tochter Cornelia wohnte George Vanderbilt in Biltmore. Oft kamen Gäste um in einen der 250 Zimmern zu wohnen. Das Haus verfügt über Bibliotheken, einer Schwimmhalle, Fitnessraum, Ställen und einem riesigen Garten. Seit 1930 ist das Haus öffentlich zugänglich.

Heute ist es ein Tourismusmagnet, täglich kommen Massen an Touristen, um die Zimmer anzusehen, im zu einem urigen Restaurant umgebauten Stall ein köstliches Essen zu genießen, im Garten spazieren zu gehen, Tulpenprachten zu bewundern oder im Antler Village shoppen zu gehen.

Gemeinsam mit Daniel und seinen Eltern war ich auch dort und habe mehr über George Vanderbilt gelernt. Unter anderem, dass er bis zu 81 Bücher pro Jahr gelesen hat, seine Lieblingsautoren Henry James, Leo Tolstoy and Charlotte Bronte waren und seine Tochter zwei Hausgeburten hatte. Da Vanderbilt ein so begeisterter Leser war, gab es eine Sonderausstellung, mit Kostümen von Literaturverfilmungen seiner Lieblingsbücher. Zu Sehen waren Kostüme aus Filmen wie zum Beispiel Anna Karenina und Stolz und Vorurteil. Ich habe mir sofort eine Liste angelegt mit Büchern, die ich jetzt lesen will. Und da ich ein Geschichtsfreak bin und gerade American History Kurse belege, konnte ich natürlich das Gelernte anwenden. Für mich ist es immer sehr interessant, die nüchternen Fakten aus dem Buch im Leben anzuwenden, und die kulturellen und sozialen Aspekte zu sehen.

Wir haben im Stable Café ein typisches Südstaaten Essen gegessen (Fried Chicken Salad, Grits, Barbeque, Biscuits), waren im Garten spazieren und konnten uns an den Tulpen nicht satt sehen. Anschließend sind wir noch in der Weinkellerei gewesen und haben den grässlichsten Wein verkostet. Dafür gab es aber sehr köstliches Eis, während eine Jazzband bei Sonnenuntergang gespielt hat.

Es war so ein entspannter Tag und wir alle haben diese Auszeit, die frische Luft, Spaziergänge im Bambuswald, Kaffee in der Sonne und viel Familienzeit sehr genossen.

Und da ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, möchte ich euch gerne einige Fotos zeigen.

(Der Tag hat übrigens mit knappen 10 Grad begonnen, und weil die Wetterapp meinte, es wird 17 Grad geben, hatte ich natürlich nur ein Kleid und eine dünne Jacke mit… zum Glück hat es dann aber aufgeklärt und gegen Nachmittag wurde es sehr warm- perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang).

 

Heute geht es für uns nach RICHMOND. Ich freue mich so sehr- ich vermisse diese Stadt täglich. Am Programm stehen Familienbesuch (Schwiegies und meine Au Pair Familie, Ich bin schon sehr gespannt. Der Bub kann jetzt schon seinen Namen schreiben!), Freunde treffen, ausgedehnte Spaziergänge und ein Besuch in meinem Lieblingscafe. Ach, Herrlich. Oh, und die Babyshower meiner lieben Freundin. Ich freue mich schon unglaublich, gemeinsam mit ihr und anderen lieben Freunden dieses Wunder zu feiern und für sie, den Papa und den Babybuben zu beten).