Erfolgserlebnisse und Dankbarkeit im Alltag.

Mittlerweile wohnen wir vier Monaten in Charlotte. Und oh, so laaaangsam fühlt es sich wie zuhause an. „Daheim“, also „Heimat“ ist es noch nicht, aber es wir werden vertrauter mit der Umgebung, der Stadt, den Leuten, langsam erkennen wir, wie die Stadt tickt, wie die Leute drauf sind (oh, es sind so viele Unterschiede zu Richmond!).

Ich muss zugeben, Anfangs fiel es mir echt schwer. Ich habe tagelang geheult, bin in Mitleid versunken, war nur am Jammern, wollte nur nach Hause- zurück ins vertraute Richmond, zurück in unsere kleine feine Wohnung, in mein vertrautes Café, ich wollte meine Freunde, meine Kirche, meine Uni.

Wochenlang ging es so, nur Geheule und Gejammere, Angstzustände, ich wollte nicht alleine sein, wollte die Wohnung nicht verlassen, wollte aber auch keine Menschen treffen.

Und dann kam der Frühling, die Tage wurden länger und wärmer. aber das Heimweh ist geblieben. Nur kam nun noch schlechtes Gewissen hinzu, weil ich die Wohnung nicht verlassen wollte.

Heulend hang ich am Telefon mit einer Freundin, die mich fragte: „na, wie gefällt es dir in Charlotte?“ vor lauter Schluchzen konnte ich kaum Sprechen. Sie meinte dann, „erzähl mir mal, was dir an Charlotte gefällt“.

Hmm. ich liebe unser Fitnessstudio und meine Yogalehrerin. Der Pool ist auch super (außer wenn die Nachbarn Bier reinschütten). Es gibt ganz nette Parks hier. Die Kirche ist super und unser Hauskreis ist eine echte Gebetserhorung. Wir wohnen nun 15 Minuten von Ikea entfernt (statt 2 1/2 plus Washington DC Verkehr). Es gibt viele Berge um uns. Es gibt echt süße Kaffeehäuser hier. Wir haben eine BADEWANNE!!!

Und auf einmal merkte ich, wie sich etwas in mir änderte. Langsam begann ich, Charlotte OK zu finden (hey, Okay ist besser als Sch.).

Die letzten Monate waren hart, aber ich durfte viel lernen. Zum Beispiel, dass viel mit der richtigen Einstellung zu tun hat. Und dass ich manchmal aus meiner Komfortzone heraus muss. Und dass es so viele Dinge gibt, für die ich dankbar sein kann und will. Klar, ich vermisse meine Freunde immer noch, genauso wie vertraute Umgebung. Ich plage mich mit der neuen Uni und mit den Angestellten (die es nach wie vor nicht schaffen, mir eine Auskunft zu geben). Parken ist dumm und es ist wahnsinnig laut.

Aber.

ich (wir) finden zum Geschäft, zur Kirche, zu Freunden ohne Navi.
unser Papierkram ist endlich, endlich erledigt, und wir sind offiziell umgezogen.
ich habe mich für meine Unikurse im Herbst angemeldet
gestern hatte ich einen Mathe-Einstufungstest und habe alles bestanden.
mein Buchklub trifft sich in 2 Wochen zum ersten Mal!
ich habe ein Mädchen kennen gelernt, mit der ich regelmäßig Gebärdensprache üben kann.
ich traue mich, Leute anzusprechen und habe schon einige gute Freundinnen kennengelernt. Und sogar zwei Mädchen mit denen ich mich regelmäßig zum Gebet treffe.
Daniel und ich fühlen uns super wohl in der Kirche.
Gestern beim Yoga habe ich es zum ersten Mal in eine Brücke geschafft und 5 Sekunden ausgehalten, 5km lauf ich mittlerweile auch!
die letzten Wochen haben ganz toll nach Sonnencreme und Erdbeeren gerochen.
Gegenüber von unserer Wohnung gibt es ein Skandinavisches Pub, wo es den besten Preiselbeerdrink gibt!
Gestern war ich Prüfungsaufsicht bei einer Prüfung- eine Raum voller 14 Jähriger, die mich angestarrt haben. Bis dann ein Mädchen gefragt hat: „Wie groß bist du?“ „Ist es unhöflich zu fragen ob du einen Aktzent hast?“ und beim Hinausgehen meinte ein Schüler, Miss Lisa, danke dass du heute da warst. Bitte komm bald wieder“ Ach, mein Herz schmilzt.

Sudern kann jeder. Aber ich will meine Zeit nicht damit verschwenden. Lieber mit Eiskaffee und Freunden!

In diesem Sinne.

Suderfreies Wochenende!

 

Sonnenbaden mit 14 vs. Sonnenbaden heute.

Gestern habe ich es getan. Ich habe mich an den Pool gewagt. Wir haben im Gebäude einen Pool und da es gestern sage und schreibe 30 Grad hatte (und es wird noch heißer!), habe ich mein Badetuch, mein Buch, meine Wasserflasche und mein Kapperl gepackt, und habe mich auf die Liege geschmissen.

Nur um 5 Minuten später furchtbar verschwitzt und unendlich genervt wieder zu gehen. (Okay, ich habe es ganze 45 Minuten ausgehalten!)

Ich bin nun mal keine Poolliegerin/Sonnenanbeterin. Ich liiiebe Wasser, gehe unglaublich gerne schwimmen, an den See und an den Fluss. Aber Pool? Nein Danke.

Es war laut (unsere lieben Collegestudenten haben ihren Ghettoblaster dabei und fleißig ein Bier nach dem anderen gezischt, während die Boxen gedröhnt haben und verzweifelt angebaggert wurde- ich habe mit einem sehr finsteren Blick sehr deutlich zu verstehen gegeben, dass bei mir umsonst gebaggert wird!

Als ich da so vor mich hinschwitze und im 10 Minuten Takt Sonnencreme mit LSF 70 geschmiert habe, dachte ich mir, wie sehr sich mein Sonnenbadenverhalten doch geändert hat in den letzten 10 Jahren (oder so).

War es früher möglichst knapper Bikini (man will ja möglichst gebräunt sein), möglichst wenig Sonnencreme, und wenn, dann mit höchstens 20 LSF, ist es heute LSF 70, im Schatten und was den Bikini angeht: Badeanzug bitteschön. Und Kapperl.

Klar will ich etwas Bräune bekommen und nicht so leichenblass rumrennen wie sonst immer, aber mir ist inzwischen wichtiger, dass meine Haut geschützt ist und ich keinen Hitzeschlag bekomme. Außerdem langweile ich mich furchtbar am Pool, egal wie spannend das Buch ist, nach spätestens 1 Stunde ist mir fad und ich muss etwas anderes machen.

Also lieber rein in die Klimaanlage:-)

Mittlerweile bin ich voll die Sonnenschutzpredigerin geworden, immer Sonnencreme dabei, immer brav einschmieren!

Also, habts es fein, genießt die Sonne und trinkt brav Wasser. (und BITTE BITTE schüttet kein Bier in den Pool. Ich weiß, ich weiß, ich bin die genervte Nachbarin, die wegen jedem Sch. sich beschweren geht, aber, Bier im Pool brauch ich nicht^^ ich verstehe ja, school’s out for summer und ich freue mich ja, aber dennoch).

Lieber Eis als am Pool schwitzen. Wobei, das Buch ist schon sehr gut…

Grandfather Mountain. Churchretreat. Richmond. Charlotte.


Jetzt ist die Zeit aber verflogen, seit meinem letzten Post. Whoopsie. War ja auch einiges los hier! Zum einem habe ich mein Semester beendet, yay, zum andren hatten wir so einige Wochenendausflüge gemacht, und dann kam halt das übliche Leben dazwischen.

Hier ein kleiner Rückblick:

Daniel und ich waren (mal wieder) wandern. Grandfather Mountain stand diesmal auf unserer Liste. Leider regnete und stürmte es und so verbrachten wir mehr Zeit im Dorf in einem urigen Lokal, und anschließend noch einige Stunden im Nationalpark. Zum Wandern sind wir leider nicht gekommen, aber wir haben die Aussicht genossen, und ich habe es sogar über die „Mile High Swinging Bridge“ getraut! Hier im Park wurde übrigens eine Szene aus Forrest Gump gedreht, natürlich musste ich ein Foto machen!
Daniel und ich haben das Wandern für uns entdeckt, und wollen uns nun mit „Gear“ ausrüsten. Habt ihr Empfehlungen für gute Wanderschuhe und Campingausrüstung? Wir wollen so ein pop up tent kaufen?!

Ende April sind wir auf eine Kirchenfreizeit gefahren. Wir hatten eine echt tolle Zeit, mit guten Vorträgen, guten Gesprächen, Wandern, Eisessen, Spiele spielen und neue Bekanntschaften schließen. Obwohl wir erst seit knapp drei Monaten in der Kirche sind, fühlen wir uns schon richtig wohl und sehr herzlich aufgenommen. Die richtige Gemeinde zu finden, war ein großes Gebetsanliegen für uns vorm Umzug, welches auch sofort erhört wurde! Da ich während des Wochenendes meistens das Handy abgeschaltet hatte, gibt es nur ein paar Schnappsschüsse. Gewonnen habe ich auch zwei mal- einmal beim Zuckerl raten (es waren 750, ich hab 937 geraten), und einmal, weil ich am Weitesten entfernt von Charlotte aufgewachsen bin!

Mitte April hatte ich auch eine Zahnfleisch OP, glücklicherweise hatte ich kaum Schmerzen, aber es war extremst unangenehm und für eine Woche lang musste ich eine Schutzspange tragen- sabbern und lispeln inklusive. Natürlich bekam ich auch noch Halsweh dazu, und so lag ich 3 Tage lang mit Icepack an der Backe und einer ordentlichen Portion Selbstmitleit im Bett. Ein Hoch auf Netflix, zdf.de und einen Ehemann der Milkshakes und Suppe heimbringt. Mehr konnte ich nämlich nicht essen!

Seit einigen Wochen passe ich nun auf einen 16 Monate alten blonden Engel auf, was ich sehr genieße, wir spielen viel draußen und ich finde es immer wieder faszinierend wie viel und schnell so kleine Butzerln lernen! Jeden Tag gehen wir spazieren, finden Käfer, Ameisen, Dreck und Steine. Mittlerweile sagt er schon Sätze wie „Where go?“ „No know“ und „pala“ wenn er fällt (Hoppala… muss ja Deutsch lernen der Bub!). Außerdem finde ich ganz of vierblättrige Klees!

Leider hat sich auch herausgestellt, dass mein Uni-Wechsel komplizierter ist, als ich dachte, und ich quasi 1 Jahr länger brauche, weil mir Kurse (doch) nicht angerechnet werden. Noch dazu kommt, dass ich mich nicht rechtzeitig informiert habe, und so einen Kurs leider erst nächstes Jahr machen kann. Viel Frustration und Tränen und  Enttäuschung (warum können Studienberater einfach nicht die richtige Antwort geben!!!).  Und automatisch suche ich einen Schuldigen. Die Susi vom Schalter, die nicht abhebt. Der Franz von der Uni, der auf keine Email antwortet. Auch hier darf ich lernen, Gott zu vertrauen. Geht halt nicht immer nach meinem Kopf.

Letztes Wochenende waren wir dann noch in Richmond, weil Graduation war, und meine Schwägerin und zwei Freunde von uns ihren Master bzw Bachelor bekommen haben. Es war sehr regnerisch und kalt, aber wir haben es genossen. Und wir haben herausgefunden, dass wir noch eine Gutschrift für eine Massage hatten, so wurde ich am Sonntag verwöhnt! In meinem Liebelingscafe waren wir auch und haben lange gelesen und Kaffee getrunken. Wir haben nämlich nun begonnen, James Bond zu lesen- ich bin gefesselt! SO so so gut! Im Park, in dem wir uns kennen gelernt haben, gab es einen Kunstmarkt, bei dem wir auch waren. Leider hatten wir nicht das nötige Kleingeld dabei, um uns ein wunderschönes Gemälde vom Park zu kaufen, aber ein Eis ging sich aus!

Dieses Wochenende ist das erste seit sechs Wochen, welches wir daheim sein werden (seht ihr, ich habe „daheim“ gesagt! Langsam aber sicher fühlt es sich mehr danach an!). Wir freuen uns sehr darauf, keine Pflichttermine zu haben! Bis Mittag im Pajama sein, lesen,  Bücherregal ordnen, Brot backen… ach, Wochenende.

Und sonst so? Einen Buchclub habe ich ins Leben gerufen, und ich freue mich sehr, bin aber auch sehr aufgeregt, neue Leute kennen zu lernen! Wenn ihr „Summer reads“ Empfehlungen habt, nur her damit!!!
Auf meiner akutellen Bücherwunschleseliste stehen:
The Adventures of Tom Sawyer/The Adventures of Huckleberry Finn
The Scarlet Letter
Uncle Tom’s Cabin
The Picture of Dorian Gray
The Count of Monte Cristo
The House of Mirth
A Gentleman in Moscow
Hannah Coulter

 

Habts es fein!

 

19. April

Samstag, 19. April 2014 wird immer ein besonderer Tag für mich sein. Es war der Tag, der mein Leben veränderte, wenn auch anfangs unbemerkt. Es war der Tag, an dem ich Daniel kennen gerlernt habe.

Es begann eigentlich am 18. April 2014. Eine Freundin aus der Kirche fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr und zwei ihrer Freunde ins Kino gehen wollte. Es war Karfreitag und eigentlich wollte ich daheim bleiben, Kino am Karfreitag? In der Fastenzeit? Nein, danke. Ich ging aber dann doch. Wenn ich etwas während meiner Austauschschüler- und Aupairzeiten gelernt hatte, dann das: wenn du neu in einer Stadt bist und dich jemand fragt, ob du etwas unternehmen möchtest, sage ja. Also ging ich. Der Film war doof, das Essen war OK, und ihre zwei Freunde waren ganz lustig.

Ich war müde und wollte heim. Es ging also zu meiner Freundin, wir hatten noch eine girl’s slumber party, beteten und gingen schlafen. Am nächsten Tag, Karsamstag, wollten wir zu einem Picknick, von mehreren Kirchen organisiert.

Was ich nicht wusste: einer der zwei Freunde rief noch am Heimweg seinen besten Freund an, um ihm zu zu überreden, zum Picknick zu kommen, er hätte soeben ein Mädchen aus den Niederlanden kennen gelernt, er müsse sie unbedingt treffen. Der beste Freund war Daniel, das Mädchen aus den Niederlanden war ich.

Am nächsten Tag ging es zum Picknick. Ich weiß noch genau, wie unzufrieden ich mit meinen Haaren war und mit meinem Outfit. Ich hatte ein rosa Shirt an (und damals trug ich absolut gar kein Rosa). Im Park kam ich mir total fehl am Platz vor, ich kannte niemanden und kam mir so blöd vor, weil ich mich an meine Freundin klammerte. Irgendwann kam dann so ein Typ daher, der irgendwas von cookie cakes faselte und bla bla bla. Ich wollte doch nur heim. Als der Typ dann aber fragte woher ich kam, und ich Österreich und Schweden antwortete, und er erzählte seine Mama hat in Schweden gelebt, began die Unterhaltung leichter zu werden. Wir haben geplaudert, und irgendwann hat er dann gefragt, wie es mir hier so gefällt und ob wir uns mal treffen wollen. Also wurden Telefonnummern getauscht und wir haben uns verabschiedet.

Am Heimweg hat er seinem Mitbewohner erzählt: „Das Mädchen, das ich soeben getroffen habe? Die werd ich mal heiraten“.

Er sollte recht behalten.

Und der 19. April wird jetzt jedes Jahr gefeiert.

(Im Park, wo wir uns kennen gelernt haben, hat er auch bei meinem Papa um meine Hand angehalten, und hatte auch geplant, mir den Heiratantrag zu machen. Der Plan wurde dann aber kurz fristig geändert, und er hat woanders gefragt)

The Biltmore Estate. [Asheville, NC]

The Biltmore Estate– America’s largest private home.

Biltmore wurde  zwischen 1889-1895 im Auftrag von George Vanderbilt gebaut und eröffnete an Heilig Abend in 1895. George Vanderbilt war der Enkel von Cornelius Vanderbilt, einer der reichsten Männer in der Geschichte Amerikas, der sein Geld mit Dampfschiffen und Eisenbahnen verdiente.  Zusammen mit seiner Frau Edith und seiner Tochter Cornelia wohnte George Vanderbilt in Biltmore. Oft kamen Gäste um in einen der 250 Zimmern zu wohnen. Das Haus verfügt über Bibliotheken, einer Schwimmhalle, Fitnessraum, Ställen und einem riesigen Garten. Seit 1930 ist das Haus öffentlich zugänglich.

Heute ist es ein Tourismusmagnet, täglich kommen Massen an Touristen, um die Zimmer anzusehen, im zu einem urigen Restaurant umgebauten Stall ein köstliches Essen zu genießen, im Garten spazieren zu gehen, Tulpenprachten zu bewundern oder im Antler Village shoppen zu gehen.

Gemeinsam mit Daniel und seinen Eltern war ich auch dort und habe mehr über George Vanderbilt gelernt. Unter anderem, dass er bis zu 81 Bücher pro Jahr gelesen hat, seine Lieblingsautoren Henry James, Leo Tolstoy and Charlotte Bronte waren und seine Tochter zwei Hausgeburten hatte. Da Vanderbilt ein so begeisterter Leser war, gab es eine Sonderausstellung, mit Kostümen von Literaturverfilmungen seiner Lieblingsbücher. Zu Sehen waren Kostüme aus Filmen wie zum Beispiel Anna Karenina und Stolz und Vorurteil. Ich habe mir sofort eine Liste angelegt mit Büchern, die ich jetzt lesen will. Und da ich ein Geschichtsfreak bin und gerade American History Kurse belege, konnte ich natürlich das Gelernte anwenden. Für mich ist es immer sehr interessant, die nüchternen Fakten aus dem Buch im Leben anzuwenden, und die kulturellen und sozialen Aspekte zu sehen.

Wir haben im Stable Café ein typisches Südstaaten Essen gegessen (Fried Chicken Salad, Grits, Barbeque, Biscuits), waren im Garten spazieren und konnten uns an den Tulpen nicht satt sehen. Anschließend sind wir noch in der Weinkellerei gewesen und haben den grässlichsten Wein verkostet. Dafür gab es aber sehr köstliches Eis, während eine Jazzband bei Sonnenuntergang gespielt hat.

Es war so ein entspannter Tag und wir alle haben diese Auszeit, die frische Luft, Spaziergänge im Bambuswald, Kaffee in der Sonne und viel Familienzeit sehr genossen.

Und da ein Bild mehr als 1000 Worte sagt, möchte ich euch gerne einige Fotos zeigen.

(Der Tag hat übrigens mit knappen 10 Grad begonnen, und weil die Wetterapp meinte, es wird 17 Grad geben, hatte ich natürlich nur ein Kleid und eine dünne Jacke mit… zum Glück hat es dann aber aufgeklärt und gegen Nachmittag wurde es sehr warm- perfekt für einen ausgedehnten Spaziergang).

 

Heute geht es für uns nach RICHMOND. Ich freue mich so sehr- ich vermisse diese Stadt täglich. Am Programm stehen Familienbesuch (Schwiegies und meine Au Pair Familie, Ich bin schon sehr gespannt. Der Bub kann jetzt schon seinen Namen schreiben!), Freunde treffen, ausgedehnte Spaziergänge und ein Besuch in meinem Lieblingscafe. Ach, Herrlich. Oh, und die Babyshower meiner lieben Freundin. Ich freue mich schon unglaublich, gemeinsam mit ihr und anderen lieben Freunden dieses Wunder zu feiern und für sie, den Papa und den Babybuben zu beten).

Ausflug in den botanischen Garten.

Am Wochenende waren Daniel und ich im botanischen Garten. Obwohl noch nicht alles geblüht und geblümt hat, war es ein sehr schöner Ausflug. Die Sonne hat geschienen, es war warm, die Vögel haben gezwitschert und wir haben im Wald eine Spiegelhütte gefunden. Aber ich muss wirklich wirklich IMMER Sonnencreme mithaben, da ich so empflindlich bin- und so hatte ich schon etwas gerötete Schultern.

Anschließend sind wir noch zu einer Weinverkostung gefahren.

Ach, ich mag Samstage. Besonders ungezwungene, wo man einfach drauf losfährt und dann in einem verzauberten Garten landet. (oder bei einer Pizzaparty bei Freunden und dann am Lagerfeuer über Kakteen philosophiert und dann herausfindet, die andere kann auch Gebärdensprache).

 

Langsam.

Ich bin nicht der geduldigste Mensch. Am Liebsten würde ich alles sofort jetzt in der Sekunde oder am Besten vor 3 Tagen schon fertig haben.

Beim Sport zum Beispiel. Seit 3 Wochen gehe ich wirklich regelmäßig ins Fitnessstudio, achte auf meine Ernährung und trinke ausreichend Wasser. Und trotzdem hab ich noch ein (oder zehn) Speckrollen, mein Bauch schwabelt, und ich kann immer noch nicht 10 km am Stück laufen.

Seit 4 Wochen mache ich jeden Tag 10 Minuten lang Dehnübungen, mit denen mal laut Pinterest in 30 Tagen in den Spagat kommt. Und immer noch komme ich nicht im Stehen bis zum Boden, und im Langsitz zu den Zehen, und mein Rücken ist komisch gebeugt und vom Spagat bin ich so weit entfernt, wie ein Elch von Florida (bussi Papa!;-)).

Seit 2 Wochen schreibe ich Bewerbungen und habe immer noch keinen Job.

Seit 6 Wochen wohnen wir hier in Charlotte, und ich verfahre mich immer noch und kann das Haus ohne Navi nicht verlassen. Und außerdem vermisse ich Richmond jeden Tag.

Eigentlich dachte ich, ich sei 2 Jahre von meinem Uniabschluss entfernt und könnte dann gleich loslegen. Am Mittwoch habe ich erfahren, dass es noch ca 3 Jahre dauern wird, dann muss ich erst mal 2 Jahre arbeiten, bevor ich einen“license“ become- der gilt für 3 Jahre und DANN erst kann ich eine Prüfung ablegen, um ein „national certified Interpreter“ zu werden. Und das auch nur, wenn ich einen Bachelor habe. Also nach den 3 Jahren Studium kommen 4 Jahre Bachelorstudium noch dazu.

Und außerdem hätte ich gerne so ein kleines, feines Häuschen mit Garten und Veranda.

Dabei will ich doch JETZT schon 10 km am Stück laufen können, in den Spagat kommen (oder zumindest meine Zehen berühren können), als Dolmetscher arbeiten können, viele Freunde in Charlotte haben, mich hier auskennen, ein Haus mit Veranda und Kamin haben.

Und dann heule ich rum, motze rum, meckere, bin sauer auf meine Studienberater, die mir einfach was Falsches erzählt haben, bin frustriert, weil ich 27 Jahre alt bin und keinen Uniabschluss habe, seit 3 Jahren in den USA lebe und nachwievor Denk- und Sprechblockaden habe und bei Vorstellungsgesprächen so nervös werde, dass ich einen Stuss erzähle. Und ich kann immer noch nicht NEIN sagen, ohne schlechtes Gewissen und Angst, die Gefühle anderer zu verletzen.

ABER.

Ich habe 27 Jahre lang keinen (oder kaum) Sport gemacht und mich das letzte mal in der Volksschule gedehnt. Kein Wunder, dass ich nach 4 Wochen nicht in den Spagat komme.

Ich bin in meinem Leben nie mehr als 2 km am Stück gelaufen (ok, letztes Frühjahr war ich oft laufen und habe es einmal geschafft, 10 km zu laufen, aber dann konnte ich Tage lang nicht gehen). Es ist also kein Wunder, dass mir dann aufeinmal alles weh tut. Meine Muskeln sind es nicht gewohnt, so beansprucht zu werden. Ich habe etwas Aufholbedarf. Und darum mache ich weiter, auch wenn ich (noch) keine Erfolgserlebnisse sehe. Heute morgen dachte ich zum ersten mal, die Arme sehen etwas fester aus.

Am Mittwoch habe ich den Weg in die Bücherei und zurück OHNE Navi gefunden. Und nebenbei ein süßes Café entdeckt, wo es herrlich nach Bauernbrot und Schafskäse gerochen hat.

Ja, Ausbildung wird noch lange dauern, das ist frustrierend (vorallem kostenspielig). Aber ich lerne immerhin eine komplett neue Fremdsprache. Und einen neuen Beruf. Und das dauert. Und nebenbei beende ich noch mein Sozialwissenschaftsstudium. Oh man. Ich studiere na Sozialwissenschaften. Hatte ich glatt vergessen. Und ich brauch noch 2 Mathekurse und ein Naturwissenschaftskurs und ich bin fertig! Ja, es dauert lange, aber ich muss auch bedenken, dass das alles in einer Fremdsprache ist und ich nicht Mathe und Geologie in einem Semester belegen kann, einfach weil mein Hirn das nicht schafft.

Und es ist frustrierend, dass wir nach 2 Monaten uns immer noch so fremd in der Stadt fühlen. Und es wird dauern, bis es sich hier wie „Zuhause“ anfühlt (in Richmond hat es sich gleich am ersten Wochenende wie „zuhause“ angefühlt, in Argentinien hatte ich nie ein Heimatgefühl).

Aber eines Tages werde ich aufwachen, hinaus gehen und ohne Navi rumfahren. (habe ich in Richmond glaube ich nach 8 Monaten geschafft- also in der Stadt, die Wege, die ich immer fahren musste, konnte ich schnell).

Und eines Tages werde ich es schaffen, 10 km am Stück zu laufen. Und in den Spagat zu kommen (oder auch nicht). Und 1 Minute Plank zu halten. (oder auch nicht).

Und eines Tages werde ich als Dolmetscherin arbeiten, vielleicht bei den Nachrichten, vielleicht in einer Schule, oder am Gericht, oder in der Kirche.

Und eines Tages werde ich ein Haus mit Veranda und Kamin haben. Spätestens im Himmel dann. Denn: „Sammelt euch aber Schätze im Himmel“ (MatthAus 6:20).

Und bis dahin werde ich jeden Tag aufstehen, studieren, versuchen, mich hier einzugewöhnen, Kontakte knüpfen, Arbeit suchen, Klo putzen, bügeln, Musik hören, backen und laufen. Und meine Dehnübungen machen. Denn: „Today’s choice, tomorrow’s body“.

(Irgendwie war das alles wirr, aber mein Kopf ist auch sehr wirr zur Zeit).

 

 

 

 

Living in Charlotte. [Vorstellung vs. Realität]

… und warum ich im Pyjama in einer Bar sitze und scrabble.

Seit etwas mehr als einen Monat wohnen wir nun in Charlotte, North Carolina.

Oft erwische ich mich dabei, Situationen zu vergleichen: wie hat mein Leben ausgesehen nach meinem ersten Monat in Argentinien? Wie viele Freunde hatte ich nach einem Monat in Schweden (null. Da hab ich nämlich im Wald gewohnt und kannte niemanden). Wie involviert war ich nach dem ersten Monat in Virginia? Wie gut kannte ich die Stadt da schon?

Um ehrlich zu sein, ich kann das alles nicht vergleichen. Erstens war ich bei all diesen Umzügen und Neuanfängen viel jünger (16 in Argentinien!), zweitens Single und drittens entweder Schülerin oder in einem Aupairprogramm.

Umziehen ist nicht einfach, ich vermisse meine Freunde in Richmond, mein Lieblingscafé, die Uni. Hier kenne ich mich noch nicht aus in der Stadt, erst seit einigen Tagen traue ich mich mit dem Auto zu fahren (ich bin halt noch nie wirklich in einer Großstadt Auto gefahren. Obwohl, Washington DC ist schon ziemlich groß).

Gerne würde ich jetzt sagen, ich führe das Leben einer Bankersfrau wie bei Mary Poppins. Mrs. Banks und die Suffragetten werfen faule Eier gegen Gefängnisfenster (noch muss ich für das Frauenwahlrecht nicht kämpfen). Oder ich sitze jeden Tag im Café ala Gertrude Stein, Hemingway und Fitzgerald, trinke Kaffee und warte auf Inspiration für mein neues Stück und abends gehen wir tanzen. Charlotte ist mein Paris.

Die Realität sieht anders aus. Viele Tränen, weil mir meine Freunde, meine Comfortzone und meine vertraute Umgebung abgeheb (und mein dirty chai beim Barista meines Vertrauens, der, nebenbei, auch noch aussieht wie Ryan Gosling in Lars and The Real Girl, und die Pizzeria ums Eck). Viel Frust, weil ich mich immer noch verlaufe und verfahre. Viel Herzerl BummBumm, wenn ich wem in der Kirche anspreche und mich vorstelle. „Möchtest du dich vielleicht die Woche auf einen Kaffee treffen?“. Wieso können 10 Wörter nur so schwer fallen? So viel Angst vor einer Absage, oder noch schlimmer: mich zu blamieren. Immer wieder die selben Sätze runter ratschen: „hi I’m Lisa, I just moved here…“ bla bla bla und schnell erklären, woher mein Aktzent kommt und wie Daniel uns kennen gelernt haben.

Es braucht Zeit, Freundschaften zu schließen. Es ist ein gewisses Risiko, man fängt wieder bei Null an.

Letzte Woche habe ich all meinen Mut zusammen genommen und bin quer durch die Stadt gefahren, um mich mit einer Frau aus der Kirche zu treffen- Coffee and/or walk? Anfangs war es etwas „awkward“- worüber redet man? Man will ja nicht gleich mit der Türe ins Haus fallen und alle verjagen, wenn man die peinlichen Alltagsgschichtln hervor kramt. Also sind wir erst mal schweigend mit der Tasse Kaffee dagestanden und haben begonnen uns etwas holprig zu unterhalten. Erst mal nur den kleinen Zehen in Wasser dippen, Temperatur checken- ist man auf einer Wellenlänge? Hat man Gemeinsamkeiten? Den gleichen Humor?

Ein einhalb Stunden später haben wir uns beide den Mund fusselig geredet und viel gelacgt, hatten einen Sonnenbrand im Nacken und ich eine risen fette Blase am Zehen (nächstes Mal bitte bequeme Schuhe zum Spazierengehen anziehen!). Wir haben beide festgestellt, ohja, wir mögen uns.

War doch gar nicht so schlimm, oder?

Eine kleine Anekdote habe ich noch: ich wollte IMMER IMMER IMMER in der Stadt wohnen- mittendrin und a dabei. Walking Distance zu Cafes und Restaurants und Bars. Und das habe ich jetzt. Inklusive Lärm. Sirenen, die die ganze Nacht läuten, super laute Technomusik von der Bar gegenüber. Betrunkene Menschen, schreiende Kinder, Hupen, Feuerwehr, betrunkene Football fans, Stau, Müllabfuhr… all inclusive. Und neulich Nacht war es wieder so weit, irgendwo ging die Sirene los, ich kleistere mir gerade Zahnpasta ins Gesicht (weil soll ja gegen Pickel helfen), als auf einmal die Sirene so laut losgeht und Daniel ins Bad gerannt kommt: „Wir müssen sofort hinaus“ ich: „HÄ?“ Er: „Wir werden evakuiert!“ (Und dann haben wir den Lautsprecher schon gehört: „Bitte verlassen Sie sofort das Gebäude und benutzen Sie die Notausgange. Dies ist KEINE Übung“ . Er: „Los, jetzt!“ Ich: „SCHEISSE WAS ZIEHE ICH AN!“, Regenmantel an, in die Uggs schlüpfen, schnell Ausweis, Handy, Schlüssel, Lichter abdrehen, (ich bin halt so ein Stromsparfuchs! und dann 18 (ACHTZEHN) Stockwerke runtergerannt, während die Sirene die GANZE Zeit geläutet hat und im 10 Sekunden Takt ne Computerstimme gerufen hat: „Dies ist keine Übung, verlassen Sie sofort das Gebaude“. Als wir ENDLICH unten waren, sind wir erst mal auf ein Bier (wir haben nämlich ziemlich gleich herausgefunden, dass wohl jemand aus Spaß den Feueralarm gedrückt hat und es keine Gefahr bestand. Also sindd wir schön im Pyjama und mit Zahnpasta im Gesicht in der Bar gesessen und haben Bier getrunken, bis wir wieder ins Gebäude rein durften. Big City Life, am I right?

Neulich in der Notaufnahme.

Oder: What’s your name and date of birth?

[Das Ganze ist nun schon etwas über eine Woche her, mittlerweile geht es mir wieder gut.]

Neulich musste ich zum Arzt, weil ich Verdacht auf Blinddarm hatte. Und weil der Hausarzt mich sowieso zur „Urgent Care“ geschickt hätte, dachte ich, spare ich mir die $30 Selbstbehalt und fahr gleich dort hin. Dort wurde ich heimgeschickt, weil ich meine Krankenversicherungsnummerkartendingens nicht dabei hatte und mir am Telefon auch keine Auskunft geben konnte. (Bis jetzt dachte ich, so etwas kommt nur in Filmen vor, dass man an der Rezeption vor Schmerz gekrümmt und heulend steht und die Krankenschwester dir seelen ruhig erklärt, du musst erst alle Dokumente und Papiere ausfüllen und wenn du nicht nachweisen kannst, dass jemand für die Kosten aufkommt, schicken sie dich weg). Na gut, also heulend und vor Schmerz fluchend heim. Göttergatte ist von der Arbeit heim und hat mich noch mal hingeführt, wieder 700 Seiten Papierwische ausfüllen und denen das Ganze mit Umzug, neuer Versicherung, neue Adresse, bla bla bla erklärt, ich schon blass und halb speibend. Krankenschwester: Ich brauche eine Versicherungsnummer. Wir: wir haben die Karte noch nicht bekommen. Sie: ich brauch irgendeine Form von Identifikation der Versicherung. Wir: wir haben sie noch nicht. Irgendwann wurde ich dann ENDLICH dran genommen, nachdem wir einen Wisch unterschrieben haben, dass wir selber zahlen. Und dann meinte die Ärztin nur, „Ich schliesse Blinddarm aus, möchte aber keine Tests machen, sonst mach ich mir unnötig Sorgen und dir ist auch nicht geholfen“…. und das waren dann $90 zu zahlen? [Hatte die gute Frau übrigens den Test gemacht, hätten wir uns 5 Stunden Notaufnahme und sicher $1000 gespart- so hoch ist nämlich der Selbstbehalt wenn man in die Notaufnahme fahrt). Also sind wir in die Notaufnahme, wieder Zettelspass, siebenhundert Fragen beantworten, Blut abnehmen und dann endlich, endlich ENDLICH nach 5 Stunden kam der Arzt und hat erklärt, was geschehen wird und hat mir ein Schmerzmittel gegeben. Ab dann war alles sowieso nur noch super, und erst musste ich los heulen, weil mich die Schmerzmittel so überfordert haben und dann wurde mir furchtbar warm und dann ganz kuschelig.  Als der erste Schreck vorbei war, musste ich dann ziemlich lachen und habe begonnen, von David Hasselhoff zu schwärmen (I mean, come on!). Es wurden noch 7802 Tests gemacht, Rezepte verschrieben und dann wurde ich nach Hause geschickt, es war nicht der Blinddarm.

Im nachhinein ärgere ich mich ziemlich, dass ich nicht den Mund aufgetan habe. Als mich die Krankenschwester nämlich rausgeschickt hat, um die Krankenkasse anzurufen, obwohl ich vor Schmerzen nicht mehr Stehen konnte und nur noch Heulen musste.

Oder die Ärztin meinte, sie will sich nicht unnötig Sorgen machen und spart sich lieber Tests.

Oder als die Krankenschwesterlehrlinge um mich herum gestanden haben, und meinen Arm als Versuchskaninchen für Blutabnahme verwendeten, damit die Krankenschwester es lernt. (Mein Lieblingssatz: „Jetzt hast du dich verstochen, egal, wackel bissi rum das geht dann schon“ „Ich steck fest und krieg die Nadel nicht raus“ „Na dann zieh halt fester“… Blut ist gesptritzt und ich bin vor Schmerz fast ohnmächtig geworden, aber bitte… versuch ruhig noch etwas Blut abzunehmen!).

Nun gut, jetzt habe ich ein Amerikanisches Notaufnahmeerlebnis, George Clooney hat übrigens nicht dort gearbeitet, dafür wurde tatsächlich security gerufen, weil eine Patientin durchgedreht ist und zum randalieren und schreien begonnen hat.

Aber das war mir dann schon wurscht, ich hab von Knight Rider geschwärmt und mich über Blumen gewundert, die von der Decke gefallen sind (What?).

[Eines zerbricht mir nach wie vor den Kopf: Habe ich dem Krankenpfleger wirklich erklärt ich heisse Lisa von Trapp und mein Ehemann heißt Captain von Trapp, oder bilde ich mir das nur ein???]

 

 

Challenge accepted.

März ist für mich ein Monat des Aufbruches. Der Winter ist (meistens, fast) vorbei, die Tage werden sichtbar heller und länger, die Vogel zwitschern und die Blumen beginnen zu blühen (einige verwirrte Bäume und Blumen haben schon im Jänner geblüht). Ich stecke voller Energie. Würde am liebsten die ganze Wohnung ausräumen, ausmisten, ausputzen, neu einrichten, neu einräumen (gut, dass wir das erst vor 4 Wochen gemacht haben!). In mir kribbelt es. Mein Kopf (und meine Pinterestwand) platzen vor Ideen, die nur darauf warten, umgesetz zu werden. Ich kann es kaum erwarten, in den Blumenladen zu fahren um Märzenbecher und Tulpen zu kaufen, in den Bastelladen zu fahren und Osterdeko zu kaufen. Blumenmuster, Pastellfarben, Osterhasen… ach Frühling! Ich FREU FREU FREU mich auf dich! Ich möchte singen und tanzen, Rad fahren gehen, spazieren gehen, Blumen pflücken, Fruhling atmen und leben! ACH! Ich bin aus dem Winterschlaf erwacht. Ich kann es kaum erwarten, meine Winterklamotten weg zu packen und meine Röcke und Sandalen anzuziehen- Wintersocken und kratzige Hauben ade! (und ich dachte immer, ich möchte in den Norden ziehen… hahahaha!!!!)

HALLO WELT, ICH BIN WIEDER DA!

(und hallloooooo iced caramell frappuchino skinny jeans soy cinnamon latte… und was es sonst so an neuen Kreationen  in der unendlichen Baristaweltgibt- mein neuestes Lieblingsgetränk: einfach kalten Kaffee mit einem Schuss Milch und Karamell und etwas Zucker- kostet 2$ und schmeckt genauso wie iced caramell fancy pantsy coffee um 7$).

Mit der neuen Energie kommt auch der Drang, etwas zu verändern. Eine neue to do liste muss her. Mein Tagebuch schreit nach neuen Einträgen!

Anfang des Jahres haben Daniel und ich uns unsere Jahresvorsätze aufgeschrieben und vorgelesen (10 kg abnehmen, weniger sudern, mehr kochen, mehr Sport, nach New York fahren, mindestens eine Datenight pro Woche… immer die selbe Leier!). Und dann haben wir uns drei rausgepickt, auf die wir uns fokusieren wollen und uns gegenseitig Rechenschaft schulden (also, ich habe von seiner Liste drei rausgesucht, auf die er sich konzentireren soll, und er hat mir drei von meiner Liste gesagt). Und so fragen wir regelmäßig nach, wie es uns damit geht.

Auf meiner Liste stand:

·       jeden Tag fur meine Freundin Jenna, die in Uganda Missionarin ist, beten, sowie für eine weitere Freundin

·         3 mal die Woche 45 Minuten Sport machen

·         Kein Handy im Bett (darn you Instagram and Pinterest!)

Zusätzlich habe ich mir vorgenommen, jeden Monat eine Mini-Challenge oder ein Mini-Ziel zu setzen.

Für März habe ich mir vorgenommen: 2 kg abzunehmen, es zu schaffen, 10 km  am Stück zu laufen, den Unikram zu erledigen, der ansteht, wenn ich wechseln möchte, zu einem Schwedish Meet up zu gehen und einem ASL Meet up, sowie im Fitnessstudio diese Kurse mindestens einmal zu besuchen: kickboxing, Deep Stretch, Spin class.

Und da ich ein absoluter Listen Mensch bin, der alles organisiert braucht und Häckchen, Kreuzerl usw liebt, habe ich in meinem Tagebuch für jeden Monat einen Kalender gemalt, wo ich jeden Tag ankreuze, wenn ich zb. für meine Freundin Jenna gebetet habe, Sport gemacht habe oder ohne Handy im Bett war. Ihr könnt euch ja denken, dass das Handy relative lange unangekreuzt ist, aber ich schaffe es immer häufiger. Allerdings haben Daniel und ich jetzt, da wir kein Scrabble Spiel haben, ich aber Scrabble LIIIIEBE, eine App heruntergeladen, wo wir miteinander Scrabble spielen- das dürfen wir ab und zu.
Für die Fastenzeit haben wir uns uürigens vorgenommen, nicht mehr auswärts zu essen, auch nicht ins Kaffeehaus zu gehen.

Ach, ich liebe Listen und freue mich, wenn alles organisiert ist und übersichtlich und merkt ihr, dass heute ein guter Tag ist? Ich war heute schon 35 Minuten Radfahren und sprudle vor Energie und die Sonne scheint und ich möchte jeden umarmen!

Habt’s es fein!