Ich hab’s überlebt.

Der erste Schultag ist überstanden und wie ihr seht, lebe ich noch.

Ich war so nervös, dass ich eine Stunde zu früh auf der Uni war, aber so konnte ich zumindest einige administrative Dinge erledigen- Studentenausweis abholen, Parkausweis holen, Bücher besorgen und mir weitere Horrorszenarien ausmalen. Wie zum Beispiel, dass ich im falschen Saal sitze. Oder meinen Kulli vergesse, und nicht mitschreiben kann. Oder, noch schlimmer, eine Antwort nicht weiß. Oder, ganz furchtbar, das falsche Buch gekauft habe.

Was ich auch getan habe (also das falsche Buch gekauft). Und ich lebe noch. Und eine Antwort wusste ich auch nicht, ich habe mich sogar einmal verrechnet. Und im Stau stand ich auch, als ich zu meine Abendkurs fuhr. Und so kam ich erste 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, als 15, wie erhofft.

Ihr könnt es euch schon denken, ich bin ein sehr ängstlicher, nervöser Mensch, mache mir dauernd Sorgen und male mir worst-case-Szenarien aus.

Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen.

Heute habe ich mich mit einem Studienberater einer anderen Universität getroffen, um über meine weiterführende Ausbildung zu reden. Welche Möglichkeiten gibt es? Was habe ich geschwitzt, als ich zum ersten mal auf die Website der Uni ging, und bisschen recheriert habe, dreimal habe ich die Email begonnen und wieder gelöscht. Und dann endlich abgeschickt. Ich auf einer so großen Uni? Das schaff ich nicht. Da verlauf ich mich. Dem Druck bin ich nicht gewachsen. Was, wenn…

Und es sind gleich 2 worst-case Szenarien eingetroffen: ich habe mich verfahren und war im falschen Gebäude und bin dann völlig verschwitzt zu spät zu dem Termin gekommen. Um genau zu sein, 2 Minuten zu spät. Was aber eh wurscht war, weil es der falsche Tag war. Und soll ich was sagen? Ich habe es überlebt, wir haben drüber gelacht und dann geplaudert, ich habe Fragen gestellt, viele Notizen gemacht und bin dann nach Hause gehüpft vor Freude. Ob ich mich bewerbe? Ich weiß es noch nicht, ich muss noch etwas mehr recherchieren. Aber es war zumindest ein Anfang und mir wurde bewusst, auch worst-case-szenarien sind überlebbar.

Erster Schultag.

Am Mittwoch fängt die Uni wieder an. Ich freue mich sehr darauf, wieder zu studieren, neue Dinge zu lernen, mein Hirn herauszufordern und neue Menschen kennen zu lernen. Ohja, ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne studiert, gerne lernt, gerne Hausübung macht, gerne research papers schreibt und gerne in der Bibliothek liest. Das war nicht immer so. Im Gegenteil, bis vor einigen Jahren wurde mir beim Gedanken daran, ein 4 Seiten Essay zu schreiben, schlecht. Hausübung wurde 5 Minuten vorm Unterricht schnell abgeschrieben.

So sehr ich mich auf das Herbstsemester freue, so sehr bammelt es mich auch. Ich fange an einer neuen Uni an. Was ziehe ich an? Was, wenn mich niemand mag? Was, wenn ich zu spät bin? Was, wenn ich mich nicht auskenne? Meine Stifte vergesse? Mein Buch? Was, wenn ich versage und den Stoff nicht verstehe? Den Test nicht bestehe? Eine 2 statt einer 1 bekomme? Wenn ich so nervös bin, dass ich zum schwitzen beginner? Was, wenn…

Dieses Gedankenwirrwarr kenne ich gut. Vor jedem Semesterbeginn geht es mir so. Mir wird schlecht, ich kann nicht schlafen, ich packe meinen Rucksack 786 mal um, kontrolliere hundert mal, ob sich mein Stundenplan geändert hat, bin viel zu früh in der Klasse, bin überfordert mit dem Semesterplan, kriege Schweiβausbrüche, wenn ich den Hausaufgaben-, Essay- und Prüfungsplan sehe. Das dauert die erste Woche an, und dann geht es wieder. Ich organisiere mich, schreibe einen Lehrplan und eine to-do Liste, sitze in der 1. Reihe und stelle viele Fragen. Mittlerweile habe ich nämlich gelernt, es ist OK etwas nicht zu verstehen und nachzufragen. Ich darf den Professor nach der Vorlesung ansprechen und Fragen stellen. Ich DARF eine 2 bekommen. Vorallem werde ich mich nicht fertig Machen, wenn ich „nur“ 95% auf einen Test bekomme.

 

(Erinnert mich in 4 Wochen noch einmal daran, wenn ich die Krise habe).

 

Sommer, Sonne, Schweden.

Seit etwas über einer Woche sind wir nun wieder zurück im gelobten Land. Die Koffer sind längst ausgepackt und verstaut, die Wäsche gewaschen, ein neuer Wäscheberg wieder gewachsen. Die Flugzeugklimaanlangenverkühlung ist überwunden, der Muskelkater vom Gepäckschleppen weg, und die Verspannung im Nacken und den Schultern dank 6 Stunden auf einer Burger King Bank schlafen, 4 Stunden am Gate sitzen und 10 1/2 Stunden Flug sind dank Massage auch passé. In Gedanken verarbeite ich noch die vielen Eindrücke von unserem Urlaub. Heute habe ich zum ersten Mal versucht, diese Eindrücke in Worte zu fassen und dieses Wortgewirr zu Papier zu bringen. Alles was ich geschafft habe, war: „Urlaub war super. Viel zu viel gegessen, Radl gefahren, Heidelbeeren gepflückt, Unmengen an Kaffee getrunken, gestrickt, gelesen. Heimreise war lang.“

Daniel und ich waren zwei Wochen in Schweden mit meiner Familie. Irgendwo im nirgendwo in einem Ort, der aus 3 Häusern bestand. Ein Haus davon war unser Ferienhaus. Ein altes Haus, bei dem die Türen gequietscht und der Boden geknarrt hat. Umgeben von Wald, Wiese und Kühen. (Und Bremsen)

Die ersten Tage waren wir zusammen in Copenhagen, und haben unseren 1. österreichischen Hochzeitstag gefeiert (wir haben ja im Februar in den USA geheiratet und dann im Juli in Österreich, werden aber den Februar als unseren Hochzeitstag feiern). Copenhagen ist so eine schöne, gemütliche Stadt!

Nach einer langen Zugreise kamen wir dann in Schweden an, wo wir eine wirklich tolle Zeit hatten.

An einem Tag sind wir mit dem Rad um den See gefahren- die kleine Runde- 66 km. Durch Wald und Wiese, an Pferden und Kühen vorbei, vorbei an roten Häusern und alten Kirchen. Zwischendurch sind wir stehen geblieben, um unsere mitgebrachten Brote zu essen und Kaffee zu trinken. Und Heidelbeeren zu pflücken. Einfach im Wald hinsetzen und Heidelbeeren pflücken, bin die Hände und die Zunge lila-blau gefärbt ist.

Natürlich sind wir auch nach Göteborg gefahren- eine meiner liebsten Städte auf dieser Welt. Am Hafen haben wir Schrimpsbrötchen gegessen. In meinem Lieblingscafé Kaffee getrunken und Zimtschnecken gegessen. Anschlieβend sind wir zu dem Häuschen gefahren, dass früher meinem Opa bzw. seiner 2. Frau gehört hat, und wo wir als Kinder unseren Sommer verbracht haben. Wir sind den Waldweg zum See gegangen, den ich als Kind so oft gegangen bin. Zu dem See, an dem ich mit meinem Papa Sandburgen gebaut habe.

Abends saβen wir im Wohnzimmer, haben gestrickt, gelesen, Karten gespielt. Bausteine mit meinem Neffen gebaut. Oder saβen auf der kleinen Veranda und haben Wein getrunken. Und selbstgemachten Schnaps. Spät abends sind wir spazieren gegangen, die Sonne war gerade am Untergehen. Und mir blieb die Luft weg, weil Schweden so ein schönes Land ist, und ich oft hin- und hergerissen bin, bei meiner Sehnsucht, ein kleines rotes Häuschen irgendwo in Schweden zu besitzen.

Es fällt mir schwer, diesen tollen Urlaub in Worte zu fassen.

Bevor wir gefahren sind, habe ich eine Liste an Dingen geschrieben, die ich gerne machen würde. Abgehakt habe ich kaum etwas. Im Gegenteil, die Liste verschwand gleich einmal irgendwo in einer Schublade, gemeinsam mit dem Handy.

Ich war NICHT jeden morgen laufen.
Ich war NICHT fischen und Boot fahren.
Ich war NICHT jeden Tag schwimmen und auch nicht mitten in der Nacht.
Ich habe NICHT jeden Tag Tagebuch geschrieben.
Ich habe NICHT James Bond gelesen, wie eigentlich vorgenommen.
Ich habe KEINEN Elch gesehen.

Dafür…
habe ich viel geschlafen.
habe ich 2 Wochen lang kein Internet gehabt. So herrlich!
haben wir jede Menge Karten gespielt und andere Brettspiele.
habe ich Unmengen an Zimtschnecken, Waffeln und Heidelbeeren gegessen.
waren wir radfahren und spazieren.
haben wir das Plantschbecken aufgestellt, mit warmen Wasser befüllt und haben „Day Spa“ gespielt, mit Kaffee und Keksen, während mein Neffe gepritschelt hat.
war ich mit meiner Mama Kaffee trinken und mit meinem Papa Rad fahren.haben wir family time deluxe genossen.

Und hier ein paar Fotos, weil Fotos mehr als 1000 Worte sagen.

 

 

Pictures by:

Anna.
Daniel.
Lisa.
Papa.

Im Wartezimmer.

Hier ein paar Tips um sich die (oft sehr, sehr langen) Wartezeiten im Wartezimmer zu versüßen/verkürzen.

[Disclaimer: all these performances were performed by professional waiting room waiters. Do not try this in your waiting room ]

1. Die Nachbarin am neuesten Stand bringen. Am Telefon. Am besten über Lautsprecher und bis ins kleinste Detail. Schließlich ist es sehr wichtig, bis ins kleinste Detail die Unterhaltung wiederzugeben, die man heute morgen im Supermarkt hatte.

2. Youtube Videos anschauen. Kopfhörer vergessen? Kein Problem, geht auch ohne.

3. Sämtliche wichtige Telefonate führen. Wenn geht mit Lautsprecher.

4. Bankgeschäfte erledigen, Arzttermine ausmachen, Apotheke über die neuen Daten informieren. Wie immer: auf Lautsprecher.

5. Mit dem Sitznachbar über die Yellowpress lästern.

6. Sich bei der Vorzimmerdame über den jungen Mann auslassen, der den Parkplatz vor der Nase weggeschnappt hat. Und wenn wir schon dabei sind: über die neueste Liebeserrungenschaft prahlen. Es ist ja nicht alle Tage, dass man ein Pantscherl mit jemanden eingeht, der dein Sohn sein könnte!

7. Singen geht auch.

8. Genauso wie Haare bürsten.

9. Oder laut Selbstgespräche führen.

10. Der Klassiker unter den Zeitvertreibern: Nasebohren.

Nur eines solltet ihr bitte vermeiden: euch zu schneuzen, oder, noch schlimmer: niesen. Denn obwohl wir uns beim Arzt befinden, wollen wir doch niemanden anstecken. Nicht einmal, wenn es ein allergiebedingter Nieser war. Dann lieber Mundschutz tragen und sich von oben bis unten desinfizieren. Wir sind ja immerhin in der Öffentlichkeit und wollen niemanden belästigen!

Gönn dir.

Im Urlaub saßen die Damen des Hauses bei Kaffee und Kuchen (die Männer des Hauses waren beim Fußballmatch). Und als wir da so fröhlich vor uns hin plauderten, fragte meine Mama: „Wie tut ihr eurem Körper und eurer Seele  etwas Gutes?“ Nach einer kurzen Gedankenschweigeminute, kamen dann die Antworten: ein Frisörbesuch! Ich geh ins Cafè! Ein Vollbad! Ein Museumsbesuch! Ein Glaserl Wein! Fußbad! Massage!

Ich habe darüber nachgedacht: Was tut mir gut? Was tue ich, um meinem Körper, meiner Seele, meinem Geist etwas zu gönnen? Es muss nicht immer ein Tagesbesuch im Spa sein mit Sauna und Massage, es kann die extra Tasse Kaffee sein, ein 2. Stück Kuchen, ein Nachmittagsschlaf. Wir DÜRFEN unserem Körper und unserer Seele etwas Gutes tun!

Eine Massage. Ins Cafè gehen und eine Tasse Cappuccino schlürfen. Morgens früh aufstehen und zum Yoga gehen. Schwimmen. Ein Frisörbesuch. Ein Besuch im Nagelstudio mit Freunden. Knallige Farben bewirken so viel! Ein Schaumbad. Eine Schüssel Popcorn. Ein 2. Stück Apfelkuchen mit Vanilleeis. Ausgiebig mit einer Freundin tratschen. Ein Glas Weißwein am Balkon. Spazieren gehen. Ein Fußbad. Eine neue Handcreme. Den Fernseher ausschalten und stattdessen ein Buch lesen. Karten spielen mit dem Mann. Frische Blumen. Musik hören. Gitarre spielen. Samstag morgen nach dem Frühstück zurück ins Bett kuscheln.

Gönn dir was Gutes!

Jetzt bin ich neugierig, wie gönnt ihr euch etwas Gutes?

You bet’cha.

Über Fourth Of July waren wir in Minnesota.

Die Woche(n) davor war (en) [emotional] sehr, sehr stressig, und wir beide haben uns sehr nach einer Auszeit gesehnt. 5 Tage Minnesota kamen da wie gerufen. Erst waren wir beim Grandpa und anschließend ein paar Tage an einem See mit den Schwiegereltern.

Lange Spaziergänge, im Garten sitzen und Grandpa’s Geschichten zuhören, abends auf der Veranda ein Glas Wein trinken und dem Schwiegerpapa beim In-Kindheitserinnerungen-schwelgen beobachten, morgens mit der Schwiegermama eine Tasse Kaffee trinken und dabei den See beobachten und nach Adlern Ausschau halten, Kanu fahren, schwimmen, bis spät in die Nacht Karten spielen, bei offenem Fenster schlafen und dem Regentrommel am Dach lauschen, viel zu viel essen, am Lagerfeuer Würschtl grillen und mit den Kindern S’mores um die Wette essen, Steine sammeln, den Mittagsschlaf in der Hängematte halten, und abends mit dem Liebsten am Steg sitzen, den Sonnenuntergang beobachten, das 4th of July Feuerwerk bewundern und dankbar sein.

Morgens war ich vor allen anderen wach und hab mich mit der Bibel und einer Decke hinausgeschlichen. Um mich herum war alles still, nur die alte Holztreppe hat geknarrt und die Vögel haben gezwitschert. Am Steg saß ich in der Decke eingehüllt und habe den Sonnenaufgang bewundert und mein Herz war so voll. Voll von Dankbarkeit.

Halbes Jahr.

Kaum zu glauben, aber die erste Hälfte des Jahres 2017 ist schon um. Hat es nicht erst gestern begonnen? Es war doch gerade noch so frisch, neu und unbekannt. Voller Erwartung und Pläne.

Und nun sind wir mittendrin, es fühlt sich nicht mehr unbekannt an, es fühlt sich bequem und vertraut an.

Das erste halbe Jahr war schon mal sehr ereignisvoll. Wir sind umgezogen! In eine Stadt, in der wir niemanden kannten! Neuer Job, Besuch daheim, Besuche in Richmond, Wanderungen, Kirchenfreizeit, Schwimmen und Boot Fahren, neuer Hauskreis, neue Wohnung, neues Alles.

Um diese Zeit blicke ich gerne auf die ersten Monate zurück und gehe meine Vorsatz-Liste durch. Wie viel habe ich davon eingehalten? Wobei, „einhalten“ möchte ich nicht sagen. Es war ja keine to-do Liste, sondern 3 Punkte, an die ich mich gerne erinnern möchte. Und eine laaaaaange Leseliste.

1. Lernen zu entspannen. Ja, entspannen kann ich. Aber meine Gedanken zu entspannen, das fällt mir nach wie vor schwer.

2. Nicht so streng mit mir zu sein und Fehler erlauben. Ja, als Perfektionistin ist das sehr schwer.

3. Einen 10 km Lauf laufen. Einmal geschafft, am Laufband. Wird Zeit, dass ich mich anmelde!

Auch meine Bücherliste habe ich fleißig abgearbeitet bzw erneuert, erweitert und überarbeitet.

Dazu gekommen sind:
The Glass Castle. House of Mirth. Far from the Madding Crown. Doctor Zhivago.  The Goldfinch. The Nest. H is for Hawk. The Warmth of other Suns.

Als Wort habe ich mir GNADE (nvoll). Gnädig mit meinen Mitmenschen, mit mir selber sein. Jeden Tag. Gerade beim Autofahren geht es immer besser. Nur manchmal darf ich an meiner Direktheit arbeiten.

Ich bin gespannt, was die 2. Hälfte ao mit sich bringt. Es wird bestimmt spannend: ich beginne an der neuen Uni, wir fahren auf Urlaub, wir wollen mehr in der Kirche involviert sein, mein Buchclub steht an, und einige Entscheidungen und (große) Veränderungen stehen an. Wie zum Beispiel mein Frisörtermin.  Und hoffentlich klappt es jetzt mal mit dem Sauerteig. Die letzten paar male hat der nämlich zum Schimmeln begonnen. Habt ihr Ratschläge? Auf sämtlichen Brotbackforen steht nämlich nur: wegschmeissen, neu anfangen. Und wer zahlt mir das Joghurt und das Roggenmehl?

Heute war ein guter Tag.

Die Woche hat es in sich gehabt. Wie eine schwere Wolke lag mein ‚funk‘ über mir. Ich war dauer-schlecht gelaunt, demotiviert. (Fast) Alles lief schief (viel Verkehr, genervte Leute, und oh, beim Einkaufen bin ich drauf gekommen, ich hatte keine Geldbörse dabei… natürlich nachdem der gesamte Einkauf schon verpackt war).

Heute morgen wollte ich dann zum Yoga und konnte nicht auftreten, weil mein Knie gezickt hat. Das macht es manchmal. Dann durchfährt mich ein höllischer Stich, jedesmal, wenn ich es abbiege. Also nicht Yoga. Dann eben Kaffee mit dem Mann. Auch gut:-)

… aber Stop. Dies sollte ja kein suder suder jammer jammer Post sein.

Heute war nämlich ein guter Tag.

Kaffee mit dem Mann genieße ich immer sehr.

Zur Zeit lese ich sehr viel und die Bibliothek ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt. Gestern habe ich mir ein paar Bücher, Hörbücher und Filme ausgeborgt und kann es kaum erwarten, die am Pool, am See, im Flieger und im Cafè zu lesen. Eines habe ich schon verschlungen. Apropo Bücherei. Über die Bibliothek kann ich mir von einer App Videos und Hörbücher anschauen/anhören. Und da gibt es auch schwedische Filme! Und richtig gute Hörbücher, so wird der anstehende Langstreckenflug wie im Fluge vergehen:-).

Dieses Buch hat Daniel mir geschenkt. Nun schmökere ich so gerne darin und träume davon wie wir mit dem Auto die Küste Maines entlangfahren.

 

Zu Mittag kam der Mann heim und wir sind Kaffee trinken gegangen. Ich teil ihn ja nicht so gern mit seiner Arbeit, und er hat wohl meine schlechte Laune bemerkt und mich zum Kaffee ausgeführt. Ich lieb ihn so! (Und Daniel lieb ich auch).

Anschließend bin ich zur Bibliothek gegangen, ein Buch zurück und eines ausgeborgt. Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass ich vergessen habe, Deo zu benutzen und immer noch meine Duschfrisse hatte. Egal. Sonnig wars und Schwitzen tut eh jeder bei den Temperaturen.

Auf dem Marktplatz war eine Musikgruppe, der Jüngste, keine 12 Jahre alt, hat mit so einer Leidenschaft Trompete gespielt, mir ist die Ganslhaut gekommen. Ich steh ja total auf so Musik und liebe es, dass in Charlotte so viele Straßenmusikanten unterwegs sind. Am Liebsten hätte ich mich dazugestellt und zum Tanzen begonnen!

Mein Freund John war auch unterwegs und hat mich (und alle Fußgänger) daran erinnert, „Jesus loves you guys“. Irgendwann muss ich ihn jetzt mal ansprechen!

Nach 3 Tagen Regen und Wolken und wäh Wetter scheint wieder die Sonne und ich gehe jetzt gleich Schwimmen, dass tut meinem beleidigten Knie sicher gut.

An solchen „funky“ Tagen muss ich mir nur bewusst machen, wie gut es uns geht. Wofür ich dankbar sein kann. Und Grund zum Danken gibt es immer:

Frische Erdbeeren. Selbstgemachtes Müsli. Post von daheim. Freundschaften, die sich entwickeln. Kaffee. Gespräche nach dem Gottesdienst. Skype. Bücher. Familie. Frischer Toast zum Frühstück. Sonnenschein. Sonnencreme. Brot backen. Musik. Ehrlichkeit. Bibellesen mit Freunden. Ermutigende SMS von Freunden. Unser Hauskreis und wie wohl wir uns da fühlen. Ein neuer Tag.

Bei uns schaut es immer aus, wenn ich Kaffee mahle. Aber wie es duftet!! Wird Zeit, wieder frisches Müsli zu machen!

Naturjoghurt, frische Beeren, Müsli, etwas Honig. Ich leg mich da rein!

Nach langem wage ich mich wieder ans Brotbacken. Hoffentlich klappt es diesmal besser!!

vergesst das nicht!

Diesen Sommer…

  • Werde ich viel lesen. The House of Mirth. Wuthering Heights. The Glass Castle. James Bond. H wie Habicht. The Great Gatsby (mal wieder).
  • Werde ich mich mit meinem Buchclub treffen und unsere Sommerlektüre besprechen. Und Kaffee trinken.
  • Und mit Freundinnen am Pool Margaritas trinken.
  • Werde ich viel Eis essen. Oder auch nicht.
  • Und viel Naturjoghurt mit frischen Beeren und Knuspermüsli.
  • Habe ich vor, möglichst oft auf den Bauernmarkt zu gehen.
  • Möchte ich mehr mit Natursachen experimientieren, Körperpeeling selber herstellen, zum Beispiel.
  • werde ich viiiiel Eiskaffee und selbstgemachte Limonade trinken. Immer nur her mit der Zitrone und dem Sprudelwasser!
  • werde ich auch jede Menge Hugo trinken. Ich liebe Minze und Hollunder.
  • werde ich viel schwimmen gehen. Das Schwimmbecken im Gebäude muss man ja ausnutzen.
  • Werde ich mich brav mit Sonnencreme einschmieren.
  • werde ich sooft es geht zum Morgenyoga gehen.
  • werde ich mich regelmäßig mit 3 Freundinnen zum Gebet treffen.
  • werde ich ganz viel Babyduft schnuppern. Zwei Freundinnen haben Babies bekommen!
  • werde ich ab und zu nach Richmond fahren.
  • werden wir wandern gehen und zelten.
  • lerne ich (hoffentlich) ENDLICH Grandpa kennen.
  • werden wir auf Urlaub fahren und neue Städte erkunden.
  • werden wir unsere Stadt mit dem Fahrrad erkunden.
  • wird es viel Erdbeermelonensalat geben.
  • und Grillabende mit Freunden.
  • Und jede Menge Kukuruz. Ich liebe Kukuruz.
  • werde ich mich auf das nächste Semester vorbereiten und Mathe lernen.
  • Möchte ich knallige Nagellacke tragen. ROT. ROSA. KORALLE.
  • Beginne ich (hoffentlich) meine neue Arbeit.
  • werde ich ins Museum gehen und mir die volle Dosis Kunst geben.
  • und mit der Hängematte im Park hängen und lesen.
  • wird es Bootsausflüge geben.
  • Gebe ich nicht auf, auch wenn mein Brot nicht gelingt. Ich werde weiterbacken!
  • werden wir oft ins Freiluftkino gehen und zu Freiluftkonzerten im Park (die hoffentlich gratis sind)
  • werden wir uns zum Volleyballspielen im Park treffen.
  • Werde ich viel Barfuß gehen. Oder maximal in Schlapfen. Hauptsache sockenlos!
  • werde ich mir NICHT die Haare färben oder abschneiden, auch wenn mich die Länge gerade furchtbar nervt. Bloggerdutt is the answer!
  • feiere ich Geburtstag. Und der Mann auch. (und unseren 1. [österreichischen] Hochzeitstag!! (Den „Richtigen“ hatten wir ja schon im Februar).
  • werde ich (ENDLICH) meine (externe) Festplatte organisieren und Fotos drucken und mein 2016 Fotoalbum kleben. Und unser Hochzeitsfotoalbum.
  • werde ich versuchen, wieder öfters Briefe zu schreiben.
  • werde ich genießen, faulenzen, schwitzen, die Hitze verfluchen, die Klimaanlage zu kalt aufdrehen, im Park sitzen, lachen, Fotos machen, LEBEN.

 

Jesus loves you guys!

Wir haben hier in der Stadt einen Mann, nennen wir ihn einfach mal John (seinen richtigen Namen kenne ich [noch] nicht, da ich [leider] noch nicht mit ihm geredet habe).

Was das besondere an John ist?

Er liebt Jesus. Und er verkündet es jeden.

Egal ob Sonnenschein oder Regen, bei Wind und Wetter, am Montag morgen genauso wie Freitags Nachmittag, geht (und manchmal radlt) John durch die Stadt und verkündigt die [meiner Meinung nach] drei schönsten und wichtigsten Sätze: Jesus died for you. He saves. He loves you guys.

Anfangs habe ich einen großen Bogen um ihm gemacht. Ich war peinlich berührt. Man steht ja nicht einfach rum und schreit herum (außer man heißt Lisa und erfährt von einer Verlobung oder Schwangerschaft oder jemand schreit „Hai!“ beim Schwimmen. Dann ist schreien OK).

Ich dachte mir, John ist wieder nur ein Verrückter. Und dann war mir dieser Gedanke peinlich. Das haben die Leute doch sicher auch über Noah, Johannes dem Täufer und JESUS und seinen Jüngern gedacht.

Immerhin fordert die Bibel uns auf, die frohe Nachricht zu verkünden, und wie heißt es so schön in dem Lied: „go, tell it on the mountain, over the hills and everyway. Go tell it on the Mountain that Jesus Christ is born“ (ok ist ein Weihnachtslied, aber die Grundidee ist, dass wir in alle Welt gehen sollen und das Evangelium verkünden sollen [Markus 16:15])

Und genau das tut John. Er ruft es hinaus, manchmal sprechen ihn Leute an, dann erzählt er ihnen von der Bibel, manchmal betet er mit ihnen und für sie.

Ich finde das toll. (Und bewundere seine Ausdauer. Ich wäre nach einer Stunde schon heiser).

Also.

JESUS SAVES. HE DIED FOR YOU AND HE LOVES YOU GUYS.