Wie alles begann.

Oder: ‚Wieso bleibst du nicht einfach da?‘

Diese Frage stellte mir meine Biblestudyleiterin, als ich mit ihr über mein ‚Ich weiß nicht, ob ich hier bleiben soll oder was ich zu Hause tun soll…‘ Dilema geredet habe. Es war 3 Tage nachdem ich aus meinem Heimaturlaub wieder zurück gekommen war, wir saßen nach der Bibelrunde noch auf der Terrasse und sie fragte mich, was ich denn so vor hab, nachdem mein Jahr hier zu Ende war (damals war es ja ’nur für ein Jahr‘) „Bleib doch einfach da“… diesen Satz musste ich erst einmal verdauen. „Einfach dableiben“ ging in den USA nicht so einfach.

Allerdings… warum nicht? Was wenn…

Ziemlich schnell schob ich diesen nicht zu Ende gedachten Gedanken zur Seite und gab mich damit zufrieden, für 6 Monate zu verlängern, im Sommer heimzukommen, in meine alte Wohnung zu ziehen und im Herbst anfangen zu studieren.

Und dann ging ich mit einer Freundin spazieren und dachte: „Warum eigentlich nicht hier bleiben?“

Das war der Moment, an dem ich anfing, Gott zu bitten, mir Türen zu öffnen. Nächte lang lag ich wach und betete, weinte, schmiedete Pläne, flehte ihn an, bis ich im November beschlossen hatte: Ich fahr heim, es gibt keine Möglichkeit für mich, hier zu bleiben.

Und dann kam der Tag, an dem ich heulen in meiner Dienstagsfrauenbibelrunde saß und in mein Taschentuch schluchzte: „Ich würd so gern da bleiben…“ Als Antwort kam dann: „Dann beten wir dafür und du schaust, was du am Unterlagen brauchst“

Ja und dann begann das ganze Visumsdrama. Telefonate wurden geführt, Recherchen wurden gemacht, Tränen sind geflossen, Berechtigungstests wurden geschrieben, Formulare wurden ausgefüllt, noch mehr Tränen wurden vergossen, alles wurde abgebrochen, noch mehr Tränen sind geflossen, alles wieder ausgedruckt und neu ausgefüllt… in meiner wöchentlichen Bibelrunde war ich regelmäßig in Tränen ausgelöst, weil ich nicht wusste, wie was wann wo…  regelmäßig beteten wir ‚öffne Türen…‘

Und Türen wurden geöffnet! Und irgendwann war es dann auf einmal Anfang Juli und ich habe meinen Visumsantrag abgeschickt, bin nach Hause geflogen, zur Botschaft gefahren und habe mein Visum bekommen. (Nicht ohne Drama, Tränen, schlaflosen Nächte …)

Und nun stehe ich kurz vor meiner (erneuten) Abreise. Die Koffer sind (größtenteils) gepackt, Kisten im Keller verstaut, ein letztes Mal noch zum Zahnarzt, Augenarzt, zur Oma auf einen Kaffee…

Wenn ich daran denke, dass ich vor 15 Monaten scherzhaft zu einer Freundin meinte: „Ich könnt ja einfach da bleiben…“ und dann all das Drama, die Unwissenheit…

Mit 20 Jahren oder so, habe ich mal gemeint: „ich will unbedingt in den USA studieren“ Das schien alles damals so unmöglich und weit entfernt. Und nun tue ich es wirklich.

Und ich habe etwas ganz Wichtiges gelernt:

  1. Ich muss MEINEN Weg gehen.
  2. Gott antwortet. Auf seine Art und Weise. Und ich muss „nur“ vertrauen.
  3. Drama bringt nix. Außer schlaflosen Nächten.

 

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6 Gedanken zu “Wie alles begann.

  1. Wow Luisa, das klingt ja richtig spannend!
    Ich finde es sehr mutig und freue mich, dass sich so viele Türen für dich geöffnet haben.
    Ich werde diesem neuen Blog unbedingt folgen und freue mich auf deine Beiträge!
    Liebste Grüße,
    Lena

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