Go Silent.. shut up and sign with me!

Teil meines Gebärdensprachekurses ist es, an einem „silent event“  teilzunehmen… Silent events warden von der Deaf community organisiert und sind wöchentliche Mittagessen in der Mall, wo Gehörlose, Dolmetscher und Leute, die gerne American Sign Language (ASL) lernen wollen, sich treffen und austauschen. Oder wöchentliche Abendessen. Oder ein Konzert. Und weil wir ja nicht nur „Schul-ASL“ lernen sollen, sondern auch die Deaf Community und deren Kultur, Etiquette etc kennen lernen, „müssen“ wir an so einem Event teilnehmen.

Vor einigen Wochen sind eine Studienkollegin und ich also zu so einem Mittagessen gegangen. Talking about awkward silence. Ja, wir sind Klassenbeste, ja ich bin schon sehr flott beim „signen“, ja ich verstehe zu 80% immer, was mein Lehrer sagt. Aber so war es auch, als ich Spanisch gelernt habe und dann nach Argentinien geflogen bin: „No hablo español.“ Ja, so ging es mir beim ersten silent event auch. No comprende nada.

Hinzu kommt, dass ich wahnsinnig schüchtern bin. Glaubt mir zwar keiner, weil ich so offen auf Leute zugehe, aber in Wirklichkeit bin ich total schüchtern. (Fremde Leute ansprechen? Schweißausbruch! Noch dazu in einer fremden Sprache? Wo ist der Notausgang!!!) Und noch dazu in ASL… Ich kenne keinen dort, ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, ich will nicht unhöflich wirken…

Zum Glück waren nur sehr wenige Leute dort und wir sind sofort aufgefallen und freundlich begrüsst worden und nach einigen Missverständnissen (so habe ich einem Mann dort erklärt, dass ich eine Violine date.. Ähm JA……), hab ich mich etwas wohler gefühlt.

Und so gehe ich jetzt (sofern es der car-sharing-schedule zulässt) einmal in der Woche zum Mittagessen.

Und es ist jedes Mal eine Herausforderung. Ich kenne erst 2, 3 Leute dort mit Namen. Mein Vokabular ist beschränkt (aber hey, ich kann mein Haus beschreiben und meine Schildkröte!). Vieles verstehe ich (noch) nicht. Vorallem, wenn die Leute dann andere Gebärden verwenden, als ich gelernt habe (genauso wie es jemanden, der Deutsch lernt geht, wenn er nach Wien kommt und dort keine Konfitüre, aber Marmelade bekommt)

Aber aus Erfahung weiß ich: Übung macht den Meister. Und noch ist keiner vom Himmel gefallen. Geduld muss ich haben. Und vorallem darf ich nicht Angst davor haben, einen Fehler zu machen. Erstens, wissen die Leute dort, dass ich Studentin bin und zweitens lernt man aus Fehlern. Und so kann es schon mal sein, dass ich sagen möchte: „Ich habe gestern 4 Seiten geschrieben“ und statt dessen signe: Ich habe gestern 4 Jesuse geschrieben“ Naja. Soll schlimmeres geben.

Und eines Tages werd ich hoffentlich fließend sein.

Und dann könnt ihr auf Youtube meine Sign Interpretation sehen, wie jenes hier: (ich kann es übrigens schon… nur noch nicht so fließend)

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10 Gedanken zu “Go Silent.. shut up and sign with me!

  1. Mir geht es auch oft.genug so. Im Englischen und Schwedischen. Ich spreche diese Sprachen, aber ich bin jedes Mal so nervös, weil ich Angst etwas falsch auszusprechen oder so. Aber wenn ich mal im Sprechen drinnen bin, dann gehta locker dahin 🙂

    …uptown funk im Auto…you remember?:)

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  2. hihi, ich nehme an, das ist genau der Beitrag, von dem du mir gestern geschrieben hast? 😉
    offensichtlich gibt es doch etwas zu berichten 🙂 ich folge deiner Erfahrung mit der Gebärdensprache jedenfalls sehr gerne und es auch schon unglaublich spannend, dass du sie lernst!

    Übung macht den Meister ist in jedem Fall ein Fakt, den ich unterschreiben würde 🙂

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

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  3. Ich finde es unglaublich beeindruckend, dass du Gebärdensprache lernst! Und ich kann mir gut vorstellen was du meinst. Vor einigen Jahren habe ich eine Sprachreise nach Spanien gemacht, ohne auch nur ein Wort Spanisch zu können. Es war wirklich hart, aber es war eine der besten Erfahrungen, die ich je gemacht habe… Es hilft unwahrscheinlich sich drauf einzulassen!
    Liebe Grüße und Hut ab!
    http://www.champagne-attitude.com

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    • Danke schön! es macht mir waaaaahnsinnig viel Spaß und mittlerweile ertappe ich mich, das ich im Auto schon signe.
      Du hast recht, solche Erfahrungen sind einfach die Besten und es ist es 100% Wert aus seiner Komfortzone herauszutreten!

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