Schwere Kost. Drum gibt es halt Nachbarschaftbeschreibung

Zwei echt schwere Wochen liegen hinter mir. Was rede ich, ein echt schwerer Monat liegt hinter mir. Ein Virus hat den anderen abgelöst, eine Erkrankung kam nach der anderen. Letzte Woche war die erste in über einem Monat, wo ich nicht kränkeld, fiebernd, hustend, oder kotzend (excuse my french) im Bett lag. Nur die Nase rinnt, allergiebedingt fröhlich weiter.

Erst hatte ich eine saftige Halsentzündung, die sich dann auf Nase und Ohren verbreitet hat. Natürlich habe ich die Medikamente nicht vertragen, also war mir dauernd schlecht. Als sich das endlich beruhigt hat und ich auf andere Medikamente umgestiegen war, kam das Fieber. Plötzlich und ohne Vorwarnung lag ich mit über 38 Grad im Bett, nach 24 Stunden war es vorbei. Und dann kamen die Allergien. Bisher hatte ich damit nie ein Problem. Aber heuer hat es auch mich erwischt. Und ich muss sagen, Richmond ist auch ein besonderer Pollenanzieher. Um diese Jahreszeit sind alle Autodächer grün von den Pollen. Legst du dein Handy raus, befindet sich nach 5 Minuten eine grüne Pollenschicht darauf. Kontaktlinsen kann ich gar nicht mehr tragen. Die Nase rinnt davon und dazu kommt scheußlicher Husten. Und dann ein erneuter Fieberanfall, diesmal aber mehrere Tage. Und die Hustanfälle waren so schlimm, dass ich mich teilweise übergeben habe. Und die Medikamente haben nichts bewirkt, außer dass ich auf die reagiert habe und mir dauernd schlecht war. Also hatte ich mal wieder die Qual der Wahl: übergeben, weil Husten, oder übergeben wegen Medizin?

Seit Mittwoch dauer schüttet es bei uns, und ich kann endlich frei atmen. Herrlich, wenn alles weggewaschen wird.

Naja, der Spass ist jetzt vorbei, ich bin 5 kg leichter, weil ich außer Ananas nichts essen konnte/wollte.

Auf die Uni musste ich aber trotzdem, weil Abschlussarbeiten anstanden und ich mit den Lehrern besprechen musste. Für Geschichte habe ich eine Arbeit über die Mühlviertler Hasenjagd geschrieben. Kein schönes Thema, musste Dokumentationen und Interviews dafür ansehen und lesen… Hab so unglaublich viel weinen müssen, auch de gute Herr war beim  Probelesen ganz schön schockiert.

So, eigentlich wollte ich ja nicht sudern, sondern euch von meiner neuen neighborhood erzahlen.  ICH LIEBE die nämlich. (Ich bin mittlerweile echt gut im Themenwechsel geworden, wird mir ein Thema zu langweilig/intensiv/persönlich, fange ich einfach von was ganz anderem zu reden an…)

Im Gebärdenspracheunterricht mussten wir neulich unsere Neighborhood beschreiben. Also hier kommts:

Ich wohne in einer kleinen Wohnung in einem sehr alten Gebäude (und wenn ich sehr alt sage, meine ich USA alt, also es wurde so 1920 oder so gebaut). Hinter meinem Gebäude befindet sich eine Kirche, gegenüber befindet sich das Geschichtsmuseum und dahinter das Kunstmuseum. Im Umkreis von 3 Blöcken befinden sich: eine Tankstelle, ein kleiner „Convenient store“, eine Bar, 3 Restaurants, die Pizzeria mit der, ohne Schmee, welt besten Pizza überhaupt und ein Café, wo es, meiner Meinung nach, die besten Bagel und den besten Kaffee gibt. Ungefähr 15 Minuten Fussmarsch entfernt befindet sich eine kleine Videothek, wo man noch richtige Klassiker auf VHS ausborgen kann. E.T zum Beispiel, oder Dirty Dancing. Oder Casablanca. 15 Minuten in die andere Richtung und man kommt auf eine kleine Einkaufsstrasse, wo im Sommer alle Cafés und Restaurants ihre Veranden aufmachen und man draussen sitzen kann. Manchmal stehen auch Straßenmusikanten herum. Dort gibt es eine französische Brasserie, wo es den besten Cappuccino gibt. Auch jede Menge Second Hand Läden, kleine Boutiquen und sogar zwei Biosupermärkte.
Ich wohne sehr gerne hier, denn ich kann zum Park gehen, ins Museum, abends Pizza holen, morgens einen Kaffee holen und nicht weit entfernt, ungefähr 15 Minuten zu Fuss, gibt es ein ur alt Theater, das in ein Kino umgebaut wurde, wo man für $2 alte Filme anschauen kann und es das herrlichst butterigste Popcorn überhaupt gibt. Samstag abend gibt es vor dem Film ein Orgelkonzert und an Weihnachten wird jedes Jahr „It’s a wonderful life“ gezeigt. Vor de Show gibt es wieder ein Orgelkonzert und dann singen wir Weihnachtslieder, während Kunstschnee von der Decke rieselt. Hier gubt es auch einen wunderschönen Park, mit Seen, einem Tennisplatz und einem alten Amphitheater. Im Mai gibt es eine gratis Shakespeare Aufführung im Park, man bringt seine Picknickdecken mit und sein Abendessen. Herrlich.
Das einzige was ich nicht mag, ist die Parkplatzsuche, vorallem am Abend und Wochenende. Und nachts kann es sehr laut werden, vorallem am Wochenende, wenn viele Betrunke herumtorkeln.

Abgesehen davon, wohne ich hier sehr gerne. Vorallem jetzt, wenn alle Bäume blühen, (Magnolienbaume… Azela Busche…) und wir abends am Balkon sitzen können oder wir auf ein Eis ins Restaurant ums Eck gehen, wo es übrigens super herrlich leckeres Risotto gibt. Freitag Abends gibt es im Kunstmuseum „Art&Wine“, wo es zu Happy Hour Preisen Wein und Musik gibt und man eine Führung durch die Ausstellung bekommt.

Ohja, ich liebe es hier.

 

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8 Gedanken zu “Schwere Kost. Drum gibt es halt Nachbarschaftbeschreibung

  1. Das hab ich mir jetzt auch richtig schön ausmalen können … dagegen ist es hier so langweilig 😮
    Aber wenn man krank ist, hat man ja auch nicht viel davon. Also Glückwunsch zur Besserung! Abnehmen ist beim Kranksein immer noch das Beste x)
    Liebe Grüße, Anne

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  2. Mensch, da hast du ja ne ziemlich schwere Zeit hinter dir mit der Entzündung, dazu noch die Allergie. Ich hoffe es geht wieder bergauf! Und der schnelle Wechsel von Themen ist mir auch bekannt. Das passiert mir ständig 😉
    Eine schöne Gegend in der du wohnst. Für jeden ist da was dabei. Das klingt traumhaft! Und in so ein ur- altes Kino, würde ich auch mal gern.

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  3. deine beschreibung über deine neighbourhood hört sich toll an. der rest weniger, ich fühle mit dir, bin auch die dritte woche mit dem grippalen infekt zugange und höre seit samstag nicht mehr am linken ohr, juhu!

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