Es geht auch positiv.

Beim Durchlesen meiner letzten Blogbeiträge musste ich (leider) feststellen, dass da ein leichter negativer Unterton mitschwingt.

Generell habe ich bemerkt, dass bei mir immer öfters ein negativer Unterton mitschwingt. Sonntags im Gottesdienst gibt es immer den „greet eachother“, wo wir ungefähr 5 Minuten Zeit haben, bevor die Predigt beginnt, in der wir unsere Sitznachbarn begrüßen und kurz plaudern. Dies soll helfen, neue Leute kennen zu lernen, Neulinge zu begrüßen und hilft, neue Bekanntschaften zu schließen. Eigentlich mag ich diesen Teil sehr gerne, den obwohl ich schon 8 Monate in diese Kirche gehe, kenne ich bei weitem noch nicht alle Mitglieder und so ergibt sich die Möglichkeit mehr und mehr zu integrieren. Doch seit einigen Wochen bemerke ich, wie gelangweilt ich mich fühle. Es läuft immer gleich ab: ‚Hi, I’m Lisa. How are you? What’s your name? Did you have a good weekend? Where do you live? What do you do?“ bla bla bla. Mittlerweile entsteht sogar eine super peinliche Schweigepause, wo man ganz betreten rumschaut, versucht eine Konversation zu starten… das gleiche, als ich Freitag abend mit ein paar Freunden unterwegs war  und zu einem Blue grass Konzert gegangen bin. Irgendwie Leere… habe ich echt so langweilige Freunde?

Moment einmal… vielleicht liegt es nicht an ihnen, vielleicht liegt es … an mir?

Ich bin in eine Art Ferienkoma gefallen. (liegt zum Teil auch daran dass es seit ungefähr 4 Wochen dauer regnet, mit einigen Ausnahmen). Ich liege den ganzen Tag am Sofa, schaue  eine Folge Gossip Girl nach der anderen (ich weiß, ich weiß, schock für alle! Lisa schaut Gossip Girl!), seit 2 Wochen bin ich nicht mehr ins Training gegangen, meine super lange to do Liste habe ich verräumt (dabei sind ganz wichtige Dinge oben wie: Besprechung mit DJ, Traubesprechung, Tanzstunden buchen…), hinaus gehe ich nur, um die Post zu holen oder um den Mül weg zu schmeißen.

Am Sonntag gab es dann einen Weckruf während der Predigt:

-show up (to church, to biblestudy…)
-live without (Internet, TV,…)
-be a part (in someone else’s live)

Schon lange habe ich passiv gelebt, nicht mehr aktiv teilgenommen am Leben anderer, an meinem Leben. Ich plage mich mit Schlafstörungen, dadurch verschlafe ich den halben Tag, die Tage fliegen an mir vorbei, ohne dass ich daran teilnehme.

Heute hat es mir gereicht. Ich bin spazieren gegangen. Der ganze Regen hat auch etwas Gutes an sich: alles grünt und blüht vor sich hin. Vom zarten hellgrün bis zu sattem dunkelgrün, gelb, rot, blau, lila, rosa… die Garten gehen über und quillen über, mein Auge hat sich nicht satt sehen konnen an all dem Augenschmaus- ohja, ein Augenschmaus war es! Leider macht mein Handy ganz schlechte Fotos, aber so konnte ich all diese Schönheiten genießen, ohne auf Blickwinkel, Filter, Bildausschnitt zu achten.

Oh, ich habe es satt passiv zu leben. Ab heute wird aktiv am Leben teilgenommen! Ich freu mich!

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5 Gedanken zu “Es geht auch positiv.

  1. Eine wunderschöne Ermutigung das Leben in seiner Fülle aktiv zu genießen.
    Der Ferienmodus muss sicher ja auch mal sein- abschalten, ausruhen, einigeln.
    Aber irgendwann ist gut und man ist motiviert für neue Herausforderungen. Nicht um Leistung zu zeigen, sondern die schönen, vielfältigen Seiten des Lebens in Gemeinschaft zu erleben.
    Ein Spaziergang im Regen- wie wunderbar!

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  2. Ich find den Post echt super … vor allem, weil ich mich in der Passivität selbst entdeckt habe x) Ich muss nicht mehr zu Vorlesungen in die Uni und seitdem muss ich mich echt aktiv drum bemühen, überhaupt mal rauszukommen. Danke für die Motivation 🙂 Und dir auch viel Erfolg dabei 😉 lg

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  3. ich kenne diese ferienpassivität auch noch. aber ich muss ehrlich sagen, dass die für mich immer total wichtig und gut war, zur ruhe zu kommen, wieder den moment zu spüren, aktiv werden zu wollen. seit es in der arbeit keine ferienzeiten mehr gibt und freie tage aufgrund der knappheit geplant werden, gibt es die zeit nicht mehr, in der man mal runterkommen kann und das hat definitiv haufenweise negative auswirkungen auf mich 😦

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