Warum ich Hochzeitplanen doch nicht so toll finde.

 

In vier Wochen ist der Hochzeitsvorbereitungsspuk (endlich) vorbei. Die Nerven liegen blank, nachts wird kaum mehr geschlafen, seit 4 Wochen sind der gute Mann und ich auf Diät, 2mal die Woche wird gelaufen, sooft es geht mache ich beim Seal Team Workout mit. Jede Kleinigkeit bringt mich mittlerweile zum Heulen (das Band gibt es nicht mehr in cremeweiß, nur in elfenbeinweiß. Daniel findet „uptown funk“ als Brauttanz nicht so berauschend. Meine Nagellackwunschfarbe gibt es nicht…schon heule ich).

Als ich noch Single war, also vor 2 Jahren, habe ich immer Hochzeitsmagazine und Hochzeitsblogs durchgelesen und mir in Gedanken meine Traumhochzeit zusammen gestellt (gebt es zu! Wer tut das nicht!). Als Daniel und ich dann zusammen gekommen sind, und es langsam ernst wurde (und bei uns ging das schnell, da wir ja schon nach 3 Monaten entscheiden mussten, ob ich wir „ernst“ genug sind, um hier zu bleiben), habe ich begonnen, natürlich heimlich still und leise- wir wollen ja den anderen nicht unter Druck setzen^^, auf Pinterest und anderen Internetplattformen Fotos durchzusehen und so langsam meine Traumhochzeit zu planen. In Gedanken ging das immer ganz einfach: weißes, knielanges Kleid, rote Schuhe, Margariten, Kornblumen und Mohnblumen, leere Marmeladegläser mit Blumen und Kerzen, Seifenblasen und Sprühkerzen. Und ein Hochzeitslied von der besten Freundin gesungen. Eingeladen werden Freunde und die engste Verwandtschaft. Es wird ein großes Picknick im Park geben, Decken und Hängematten, Lagerfeuer, Smores und Stockbrot. Und fertig. So einfach.

Und dann haben wir uns verlobt. Und aufeinmal fand ich Hochzeitsplanen nicht mehr so spannend.

Das Kleid kaufen war noch das lustigste. Und das nur, weil meine kleine Schwester noch zu Besuch war und wir beschlossen in ein Brautmodegeschäft zu gehen, Kleider anzuprobieren, Sekt zu trinken, Spass zu haben… Kleid kaufe ich noch nicht, weil wir ja noch nicht mal ein Datum/Thema/Konzept/… hatten. Und außerdem hatte ich ja eh DIESES EINE Kleid online gesehen, also kann ich das noch bestellen.
Wir haben uns noch über die Sendung „Say Yes to the Dress“ lustig gemacht, in der Frauen Heulanfälle haben weil sie „IHR“ Kleid gefunden hatten, diesen „bridal moment“ erlebten, und das ganze Geschäft heult und die Mama schluchzt und die Braut sowieso. Haha.
Ja und dann probierte ich eben ein Kleid an. Und hab zum Heulen begonnen. Und meine Schwester weinte. Und die Eltern wurden angeskypt. Und es hat gepasst. Und es wurde gekauft.

Und somit war der lustigste Moment in der ganzen Hochzeitsplanung schon vorbei.

Achja, Hochzeitsreise planen war auch noch schön. Als wir uns endlich auf ein Reiseziel einigen konnten. Ich wollte irgendwas New England, Canadastyle, vielleicht Montana? Er wollte eine Europarundreise. Strand wollte ich auf keinen Fall. Er auch nicht.

Sobald das geklärt war, war es nicht mehr lustig und ich hatte schon nach zwei Monaten die Nase voll.

  1. Fernbeziehung. So ziemlich alles läuft über Skype/Email/Telegram/WhatsApp
  2. Da ich noch auf meine Reisedokumente warten muss, darf ich noch gar nicht ausreisen. Bis vor einigen Wochen wussten wir nicht einmal, ob sie überhaupt genehmigt werden- es bestand das Risiko, dass ich gar nicht bei meiner eigenen Hochzeit dabei sein kann, oder dass ich erst am Tag der Hochzeit anreisen kann. Das war nervlich sehr aufreibend, nicht selten habe ich einfach zum Heulen begonnen, wir haben überlegt, die Hochzeit abzusagen… diese Ungewissheit… nicht schön.
    Im Endeffekt werde ich 4 Wochen vor der Hochzeit daheim sein. Also werde ich zwei Wochen Zeit haben, alle Kleinigkeiten für die Hochzeit vorzubereiten. STRESS PUR.
  3. Unstimmigkeiten und Entscheidungen. Schriftzug, Schriftgröße, Schriftfarbe. Glasvasen oder Töpfe. Weißer Rahmen oder goldener Rahmen. Blaue Herzen oder rote Herzen? Welches Lied zum Einzug? Welches zum Auszug? Erster Tanz gleich am Anfang, oder erst später? Wann schneiden wir die Torte an? Achja, Nussallergien, Schokoallergien, Glutenunverträglichkeit, Laktoseintoleranz, Vegetarierer….
  4. Wen laden wir ein? Wo ziehen wir die Grenze? Und natürlich Leute, die sich einmischen und Leute, die eingeschnappt sind, weil: Susi ist nicht eingeladen, aber Heinzi schon. Wilma lädt ihre Tochter, dessen Freund und die Cousine vom Freund der Schwester ein. Und ist total eingeschnappt, weil wir nein sagen. Achja, was fällt mir eigentlich ein, nicht den Herbert einzuladen, aber die Sophia schon?
  5. „Ich kann dann eh eine Woche vorher schon anreisen und bei dir schlafen? Ich schlaf auch am Sofa“/“Du holst mich eh am Donnerstag Abend/Freitag Früh vom Flughafen ab?“/“Wir können uns eh am Freitag zum Frühstück treffen, vor der Trauung? Ich würd so gern dich und deinen Verlobten und deine Familie kennen lernen“/“Kann ich am Donnerstag abend zu dir kommen, ich möchte gerne deine Schwestern kennen lernen“/“Welche Farbe wird deine Trauzeugin tragen, ich möchte meine Garderobe ihrer anpassen“/“Am Samstag Morgen wird es eh einen Gemeinschaftsbrunch geben, oder?“/“Kann ich bei euch im Auto mit zur Kirche/Tafel fahren?“
  6. Hochzeit ist Dauerthema. Egal wo ich hinkomme, überall wird nachgefragt: „Und bist du schon aufgeregt?“, „Hast du schon ein Kleid?“, „Hast du schon viel erledigt?“, „Wie lang ist es noch bis zur Hochzeit?“  Ja, Ja, Nein. 29 Tage, 3 Stunden und 10 Minuten. KANN ICH BITTE MAL EIN GESPRÄCH OHNE HOCHZEIT HABEN!!!!
  7. Tanzstunden. Alptraum. Weil, was ich unter Walzer verstehe, ist bei weitem nicht das, was uns die Tanzlehrer hier als Walzer verkaufen wollen. Und außerdem: Ein passendes Lied zu finden! Wir hatten erst eine Tanzschule gefunden, da waren die Tanzlehrer aber… nun ja… sagen wir es mal so: drei „Profis“ haben sich unser Lied insgesamt 20 Minuten angehört, nur um festzustellen, dass sie da keinen Walzer raushören. Und dann haben sie uns erst mal Discofox beigebracht, bis ich zum Heulen begonnen habe und die Tanzlehrer angeschrieen habe. Nein, ich bin nicht stolz drauf, die Tanzlehrer haben Daniel ganz mitleidig angeschaut und sich gegenseitig zu genickt: „bridzilla…“. Irgendwie hat Daniel dann eine neue Tanzschule gefunden, die einen Walzerprofi haben und der uns noch in seinen Terminkalender reinquetschen konnte. Vor der ersten Stunde hat Daniel mir eine Standpauke gehalten: ich soll JA NICHT zum Heulen, Schreien, Disskutieren beginnen… ich kann nicht NOCH einen Tanzlehrer vergrauelen, nochdazu ist er der einzige Walzerprofi in ganz Richmond.
  8. Apropo Alptraum:
    -Ich wache am Tag der Trauung auf, und stelle fest, dass mein Kleid zu kurz abgeschnitten wurde/Schwarz ist/noch in den USA ist.
    -Oder ich stehe schon am Kirchentor und stelle fest, ich war nicht beim Frisör. Und niemand hat ein Zopfgummi mit, oder eine Spange.
    -Oder es ist der Tag der Trauung und die Kirche ist leer, weil wir vergessen haben, die Einladungen zu verschicken.
  9. Kulturunterschiede: Jeder hat unterschiedliche Vorstellungen und vorallem haben wir unterschiedliche (Kultur-) Hintergründe. Während es fur mich selbstverständlich ist, Leute nur zur Kirche einzuladen, ist es für Daniel etwas komplett Neues. Auch die Agape ist selbstverständlich für mich und musste erst erklärt werden. Genauso wie Spiele und bunte Beiträge. Für Daniel wiederrum ist es selbstverständlich bridesmaids und groomsmen zu haben. Was es da für Drama gab (nicht seinerseits), weil wir KEINE bridesmaids und groomsmen haben werden. Und dann gibt es auch noch rehearsal und rehearsal dinner. Uuhm, nicht wirklich, am Vorabend schmücken wir den Saal, da haben wir keine Zeit, um aufgetackelt ein rehearsal dinner zu haben. Und NEIN, die Cousine der Tante des Bruders vom Freund der Nachbarin darf NICHT mitschmücken.
  10. Drama und Tränen. Und Kosten. Kaum sagt man das Wort Hochzeit oder Braut schellen die Preise in die Höhe. Darum sag ich das schon gar nicht mehr. Und Drama und Tränen gibt es genug. Wo ich schon zum Heulen begonnen habe: Schneiderei (gut, die haben mir das Kleid beinahe ruiniert), Druckerei (die haben meinen ganzen Druckauftrag falsch gedruckt), Post, Schuhgeschäft…

Bin ich froh, wenn der ganze Spaß vorbei ist und wir den Tag genießen können! Das wird ein Fest!

 

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15 Gedanken zu “Warum ich Hochzeitplanen doch nicht so toll finde.

  1. ohh je, liebe Lisa! das klingt ja wirklich nach reichlich unentspannten letzten Wochen und einer gsnzen Menge Hürden, die du noch nehmen musst. ich wünsche dafür jedenfalls ganz viel Kraft!

    vl klingt es etwas banal, aber ich denke, am Ende kann dieser eine Tag so unperfekt sein, wie es eben geht … solange ihr beide zusammen vor dem Altar steht und das rictige antwortet, kann nur alles gut werden 🙂
    ihr habt ja noch das ganze Leben vor euch!

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/
    https://www.instagram.com/liebewasist/

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    • Haha ich muss sagen… So unspaßig das Planen auch ist… Es ist doch irgendwie schön, denn jetzt kommt der schöne Teil- basteln mot der Familie;-) und aufs Fest freuen wir uns jnso mehr!

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  2. ich gehöre wohl zu den wenigen menschen, die so wirklich gar keine ahnung haben, wie die eigene hochzeit mal aussehen soll. hört sich jedenaflls alles ultradramatisch an und ich drücke dir die daumen, dass alles gut gut (wird es bestimmt).
    was ich übrigens lustig finde: ich bin zwar nicht verlobt, aber das mit den einladungen vergessen hab ich auch schonmal geträumt 😉

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  3. och du…ich darf grade ein Wochenende planen um unseren 7.Hochzeitstag zu feiern… und als Kurzfassung aller Erfahrungen: Die hochzeit ist nicht der schönste Tag des Lebens.Es wäre ja sehr schade, wenns danach nicht schönere Rage geben könnte…( und unsere Hochzeit war ehm speziell…sag mal eine Woche vorher die Kirchliche Teauung aus Gründen ab)
    Wir hatten auch 2 Länder zu vereinen…aber verheiratet sein ist sooooooo schön!!! Dafür lohnt sicv der Krempel…

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  4. Liebe Lisa!
    Unsere Hochzeit war (für mich) angefüllt mit einigen „Katastrophen“: schlechtes Wetter und schlecht zu beheizende Räume, Vorbereitungsstress bis kurz vorher, ungewaschene Haare (weil die Firseurin meinte so hält meine „Frisur“ besser-die hielt aber ÜPBERHAUPTGARNICHT! ), zu große Schuhe – deshalb Wechsel in weiße Billigstiefel, Streit zwischen Hausmeister und Caterer, ein schlechter Kartoffelsalat der einigen Leuten auf den Magen geschlagen hat, Technik die erst spät funktioniert hat…ach, ich könnte noch ewig weitermachen- ABER: die Gäste haben sich trotzdem wohlgefühlt und ich hab den besten Mann geheiratet den es gibt (zumindest den es FÜR MICH gibt:-)). Bei all den großen und kleineren Dramen außenrum habe ich das tatsächlich fast vergessen.
    Mein bescheidener Rat: Vergiß den Stress mit dem „Perfekten Tag“ (sowas gibt`s ja auf unsere Erde nicht wirklich), plant gelassen ein paar Pannen ein, genießt was geht (auch bei den Vorbereitungen) – es wird sicher ein wunderbarer Tag und vergiss nicht am Hochzeitstag deinen Mann genau anzuschauen und dich einfach zu freuen :-). JESUS SEGNE EUCH!!! Glg, Christina

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    • oh vielen Dank für dein liebes Kommentar- ich darf in zwischen lernen, flexibel zu sein- ich bin ja eher ein Kontrollfreak und krieg mega Krise, weil statt Margartite Kamille vorgeschlagen worden ist und statt ein rundes Pickerl für die Namensschilder,e in ovales genommen wurde- aber im Endeffekt zählt, dass man sich liebt und JEsus liebt und dass tun wir ja auch! Dir auch alles liebe und Gottes Segen!!

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