Gib auf dich Acht.

Im Moment geht es mir nicht sehr gut. Ich bin sehr schlapp und energielos. Konnte ich vor einem Monat nicht schlafen, weil mein Puls auf gefühlt 260 war und ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt, weil ich so gestresst war, komme ich momentan so gar nicht in die Gänge.

Ich bin antriebslos, könnte den ganzen Tag schlafen, mich quälen Kopfschmerzen und extreme Übelkeit (Ingwerkaugummis sind übrigens DIE Lösung! Ich habe immer welche dabei, wenn Übelkeit zuschlägt).

Der Arzt meines Vertrauens, Dr. Google, meinte, es sei entweder Gehirntumor oder Schwangerschaft. Mein echter Arzt des Vertrauens (der Hausarzt) meinte, es sei Wintermüdigkeit und Nebenwirkungen meiner Medizin und ich vertrage die Inhaltsstoffe nicht. Ich soll mehr Bewegung machen, mehr an die frische Luft und mehr Obst und Gemüse essen und die Medizindosis verringern und abends statt morgens nehmen.

Eigentlich dachte ich, ich gebe gut auf mich Acht, ernähre mich ausgewogen, mache Sport und bin viel an der frischen Luft.

Leider stimmt das aber so gar nicht im Moment. Ich vergesse oft zu essen und erst nachmittags gegen 16 Uhr fällt mir ein, dass ich bis auf etwas Brot in der Früh noch gar nichts gegessen habe. Sport mache ich momentan auch keinen- weil, zu müde, zu kalt, zu Aua, zu überhaupt. Raus gehe ich auch kaum, weil ur kalt, ur Regen, ur müde, ur Netflix (The Crown- so, so gut!).

Nachdem ich heute beim Arzt war und anschließend einen großen Kaffee getrunken habe (oder, um es in den Worten der Krankenschwester zu sagen: „Honey, you better get some coffee. And eat some breakfast“), habe ich mir ein paar Gedanken zu meiner Gesundheit, meinem Körper und meinem momentanen Gemütszustand gemacht.

Dass November, Jänner und Februar die trüben Monate sind, ist mir bewusst. Viele verfallen in eine Winterdepression, sind bedrückt und wollen sich am liebsten verkriechen. Ich gehöre auch dazu. Mittlerweile habe ich mir das auch eingestanden und geniere mich nicht mehr dafür, dass ich etwas gegen meine Winterdepression und meine Angstzustände schlucke. Denn wenn mir das hilft, morgens aus dem Bett zu kommen und beim Autofahren keine Panikattacke zu bekommen, dann nehm ich das gerne in Anspruch!

Allerdings haben diese Tabletten bei mir auch Nebenwirkungen- extreme Müdigkeit und Übelkeit, Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit. Dazu kommen Vitamin D Mangel und Eisenmangel (weil ich kein Fleisch esse und kaum in die Sonne komme, eben weil ich so müde bin und nur schlafen möchte.

Ich möchte nicht in diese Spirale reinrutschen und alles auf Tabletten, Winter und Müdigkeit schieben.

Also habe ich mir eine Liste geschrieben, mit Dingen, die mir helfen. Und ich musste wieder mal feststellen, dass es immer die gleichen Dinge sind, die mir gut tun und die mir helfen.

  1. Gott, Immer wieder Gott. Sein Wort lesen, beten, in seiner Gegenwart ruhen.
    Ich möchte sein Wort lesen, Gedanken dazu aufschreiben, beten- für meine Freunde und Familie, für Politiker, für meine Nachbarn.
  2. Ernährung: Obst und Gemüse. Und ja, auch Fleisch, damit der Eisenmangel behoben wird.  Drei Mahlzeiten am Tag, Zucker reduziert und mir vorallem Zeit nehmen beim Essen und nicht hudel hudel vorm Fernseher, im Stehen, während dem Lernen.
  3. Bewegen. Laufen gehen, Yoga, spazieren gehen.
  4. Frische Luft. Es tut so gut, hinaus zu gehen, pustet den Kopf frei und bringt dich auf andere Gedanken.
  5. Tagebuch schreiben und Bücher lesen.
  6. Gnade mit mir selber haben.

Am Samstag ziehen wir nach North Carolina. Ich habe gleich meinem Professor geschrieben, ob ich vorarbeiten kann, da ich nicht weiß, ab wann wir Internet haben warden. Er meinte nur, „ja gute Idee, bring dich mit möglichst viel Extra Stress um und arbeite 3 Wochen vor.“ Also gut, dann lerne ich halt im Café, wo es Internet gibt.

Und jetzt gehe ich spazieren, bevor ich weiter Koffer packe.

 

Richmond, es war schön hier. Vor drei Jahren wurde ich mit offenen Armen empfangen, nun wird es Zeit, los zu lassen und neu anzufangen.

 

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3 Gedanken zu “Gib auf dich Acht.

  1. Ein schöner Artikel, liebe Lisa.
    Ich muss zugeben, als ich das so gelesen habe, habe ich mich selbst ziemlich angesprochen gefühlt. Vor allem das mit dem Essen ist auch mein Problem. Ich esse extrem wenig und auch nur dann, wenn ich wirklich kurz vor dem Zusammenklappen bin. Gar nicht gut! Mir hilft Yoga auch sehr und ich hoffe, wir beide kommen da raus.
    Ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Umzug und hoffe, dass du aus deiner Depression rauskommst!
    Und im Übrigen finde ich es super, dass du solche Dozenten hast, hier in Österreich kümmert sich da keiner drum, ob es den Studenten schlecht geht oder nicht.
    Liebe Grüße und alles Gute,
    Julie

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    • Danke Julie, mir wird vorallem immer wieder bewusst wie sehr Koerper und Seele zusammenhaengen… meine Seele kann ich oft ziemlich gut ignorieren, bis dann mein Koerper streikt… ich habe gestern mit Yoga angefangen und dachte ich sterbe gleich haha
      Der Umzug ist gut gegangen:-)
      Ja an die Dozenten in Wien kann ich mich noch erinnern… is maa wuuuurscht Einstellung.
      Gib auf dich Acht:-)

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  2. Oh Lisa! Pass auf dich auf!

    Ich glaube, dass ich jetzt auch noch eine Abendrunde machen werde (zu viel Gossip Girl) und dann werde ich mich mit meinem Buch ins Bett kuscheln:) (gestern war ich schon um halb neun im Bett und wesentlich muterer in der früh als die letzten TAge:)

    Gottes reichen SEgen und ich bete für dich und Daniel :-*

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