Wenn 7645 km zu viel sind.

Zwischen Charlotte, North Carolina, und Wien, Österreich liegen 7645 km.

Das ist ein riiiiiießen Ozean.
Das sind 9 1/2 Stunden Flug nach München, 2 Stunden Aufenthalt inklusiver überteuerter Kaffee und 40 Minuten Flug nach Wien.
Das sind 6 Stunden Zeitverschiebung.
Das sind Passkontrolle und Einreiseformulare.
Das sind Skypetermine ausmachen und günstige Flüge suchen.
Das sind jetlag und Kulturschock.

Nach drei Jahren sollte man meinen, ich habe mich an die Entfernung gewöhnt, würde nicht immer wieder aufs Neue zerissen sein zwischen zwei Orten. nicht mehr so oft von Heimweh geplagt werden.

Aber dem ist nicht so. Auch nach drei Jahren habe ich nachwievor Heimweh. Mal mehr, mal weniger. Erlebe einen Kulturschock, wenn ich heim fahre. Schüttle verwundert den Kopf über amerikanische Gewohnheiten. Und österreichische Gewohnheiten (grüßt sich da wirklich niemand?).

Letzte Woche war ich daheim zu Spontan-Besuch. Ich saß bei meiner Oma am Sofa, sie hat die Decke über mich gelegt, mir einen Tee gekocht und Palatschinken gekocht. Am Heimweh musste ich stehen bleiben, weil ich vor Tränen nichts mehr sehen konnte (was spielt es denn auch Herbert Grönemeyer „Ich hab dich lieb“!!!).

Zuhause saß ich weinend am Sofa. Weil Charlotte so furchtbar weit weg ist. Weil ein spontanes Kaffeetscherl nicht möglich ist. Weil 7645 km zu weit sind, um mal eben zum Mittagessen zu kommen. Weil es manchmal doch nicht so super awesome amamzing great ist, in einem fernen Land zu leben.

Auf der anderen Seite hab ich ab dem 3. Tag so furchtbare Heimweh nach den USA gehabt, dass ich auch geweint habe.

Sein Herz an zwei Orten verloren zu haben, ist nicht (immer) einfach. Ich werde immer eine innere Zerissenheit spüren. Heimweh haben. Sehnsucht.

Und darum ist es umso schöner, Zeit daheim zu verbringen. Bewusst Skypetermine auszumachen. Diese Dinge wertschätzen.

Außerdem habe ich den Koffer voll gefühlt mit Backerbsen, Mama’s Marmelade, Kürbiskernöl, österreichischen Rezepten und Fotos von meiner Familie.

Und im Herzen gibt es sowieso keine Distanzen.

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Dieses Herz haben mir meine Eltern geschenkt, als es nach Schweden ging (in 2009)- nach wievor immer dabei). img_20170222_113134

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2 Gedanken zu “Wenn 7645 km zu viel sind.

  1. Oh man, 7000 km sind echt mega viel! Bei uns ist mein Mann derjenige mit Familie und Freunden im Ausland, aber da sind es nur 700km und keine Zeitverschiebung. Das ist manchmal schon schwierig, kein Vergleich zu 7000 km. Wünsche dir viel Kraft und Segen für die Heimweh-Momente!

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