Erfolgserlebnisse und Dankbarkeit im Alltag.

Mittlerweile wohnen wir vier Monaten in Charlotte. Und oh, so laaaangsam fühlt es sich wie zuhause an. „Daheim“, also „Heimat“ ist es noch nicht, aber es wir werden vertrauter mit der Umgebung, der Stadt, den Leuten, langsam erkennen wir, wie die Stadt tickt, wie die Leute drauf sind (oh, es sind so viele Unterschiede zu Richmond!).

Ich muss zugeben, Anfangs fiel es mir echt schwer. Ich habe tagelang geheult, bin in Mitleid versunken, war nur am Jammern, wollte nur nach Hause- zurück ins vertraute Richmond, zurück in unsere kleine feine Wohnung, in mein vertrautes Café, ich wollte meine Freunde, meine Kirche, meine Uni.

Wochenlang ging es so, nur Geheule und Gejammere, Angstzustände, ich wollte nicht alleine sein, wollte die Wohnung nicht verlassen, wollte aber auch keine Menschen treffen.

Und dann kam der Frühling, die Tage wurden länger und wärmer. aber das Heimweh ist geblieben. Nur kam nun noch schlechtes Gewissen hinzu, weil ich die Wohnung nicht verlassen wollte.

Heulend hang ich am Telefon mit einer Freundin, die mich fragte: „na, wie gefällt es dir in Charlotte?“ vor lauter Schluchzen konnte ich kaum Sprechen. Sie meinte dann, „erzähl mir mal, was dir an Charlotte gefällt“.

Hmm. ich liebe unser Fitnessstudio und meine Yogalehrerin. Der Pool ist auch super (außer wenn die Nachbarn Bier reinschütten). Es gibt ganz nette Parks hier. Die Kirche ist super und unser Hauskreis ist eine echte Gebetserhorung. Wir wohnen nun 15 Minuten von Ikea entfernt (statt 2 1/2 plus Washington DC Verkehr). Es gibt viele Berge um uns. Es gibt echt süße Kaffeehäuser hier. Wir haben eine BADEWANNE!!!

Und auf einmal merkte ich, wie sich etwas in mir änderte. Langsam begann ich, Charlotte OK zu finden (hey, Okay ist besser als Sch.).

Die letzten Monate waren hart, aber ich durfte viel lernen. Zum Beispiel, dass viel mit der richtigen Einstellung zu tun hat. Und dass ich manchmal aus meiner Komfortzone heraus muss. Und dass es so viele Dinge gibt, für die ich dankbar sein kann und will. Klar, ich vermisse meine Freunde immer noch, genauso wie vertraute Umgebung. Ich plage mich mit der neuen Uni und mit den Angestellten (die es nach wie vor nicht schaffen, mir eine Auskunft zu geben). Parken ist dumm und es ist wahnsinnig laut.

Aber.

ich (wir) finden zum Geschäft, zur Kirche, zu Freunden ohne Navi.
unser Papierkram ist endlich, endlich erledigt, und wir sind offiziell umgezogen.
ich habe mich für meine Unikurse im Herbst angemeldet
gestern hatte ich einen Mathe-Einstufungstest und habe alles bestanden.
mein Buchklub trifft sich in 2 Wochen zum ersten Mal!
ich habe ein Mädchen kennen gelernt, mit der ich regelmäßig Gebärdensprache üben kann.
ich traue mich, Leute anzusprechen und habe schon einige gute Freundinnen kennengelernt. Und sogar zwei Mädchen mit denen ich mich regelmäßig zum Gebet treffe.
Daniel und ich fühlen uns super wohl in der Kirche.
Gestern beim Yoga habe ich es zum ersten Mal in eine Brücke geschafft und 5 Sekunden ausgehalten, 5km lauf ich mittlerweile auch!
die letzten Wochen haben ganz toll nach Sonnencreme und Erdbeeren gerochen.
Gegenüber von unserer Wohnung gibt es ein Skandinavisches Pub, wo es den besten Preiselbeerdrink gibt!
Gestern war ich Prüfungsaufsicht bei einer Prüfung- eine Raum voller 14 Jähriger, die mich angestarrt haben. Bis dann ein Mädchen gefragt hat: „Wie groß bist du?“ „Ist es unhöflich zu fragen ob du einen Aktzent hast?“ und beim Hinausgehen meinte ein Schüler, Miss Lisa, danke dass du heute da warst. Bitte komm bald wieder“ Ach, mein Herz schmilzt.

Sudern kann jeder. Aber ich will meine Zeit nicht damit verschwenden. Lieber mit Eiskaffee und Freunden!

In diesem Sinne.

Suderfreies Wochenende!

 

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7 Gedanken zu “Erfolgserlebnisse und Dankbarkeit im Alltag.

  1. Einen Ort „Heimat“ zu nennen braucht Zeit. Ich habe auch mind. ein Jahr lang gebraucht um von Herzen sagen zu können „meine Wohnung ist jetzt mein Zuhause“, ich weiß, dass das nicht so ein großer Unterschied zu eurem Umzug ist, aber ich denke schon, dass man bei jedem Umzug, und wenn es in meinem Fall 8 Minuten Autofahrt weiter entfernt ist, sich Zeit geben darf anzukommen!

    Und ich freue mich riesig euer neues Heim kennenzulernen!

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