April Showers bring May Flowers.

Vor 2 Wochen hatte ich meine letzte Präsentation des Semesters, „Interpreting in Legal Settings“. Danach war ich so erledigt, dass ich gleich 4 Stunden geschlafen habe und sogar meinen Arzttermin verpennt habe.

Vor drei Wochen hatte ich auch mein American Sign Language Proficiency Interview, eine Vorraussetzung um ins Interpreter Programm zugelassen zu werden. Ich war dermaßen nervös, meine Hände waren ganz nass vom Angstschweiß und in der Aufregung habe ich mich oft ‚vergebärdet‘ (versprochen ist ja wohl das falsche Wort). Ich war ja ganz sicher, dass ich die Prüfung nicht geschafft hatte und als ich dann endlich die Email mit der Bewertung bekam, fiel ich fast um als ich das kleine Wörtchen „bestanden“ sah. Da war ein Freudentanz angesagt. Zur Feier des Tages führte mich Daniel am Freitag aus und lud mich auf einen Bananensplit ein. Im Soda Shop fingen wir fast einen Streit an: ich verstehe unter Bananensplit Vanilleeis, Banane, Schlagobers, Schokosauce, Mandeln. Er versteht unter Bananensplit Vanille-, Schoko- und Erdbeereis, Banane, Schlagobers, Schoko- und Erdbeersauce und ne Kirsche on top. Tja, so verschieden sind wir dann doch.

Im Juli fahre ich für eine Woche auf ein Sommercamp wo ich dolmetschen werde, ASL-English und Deutsch-Englisch. Ich freue mich schon total, obwohl es eine mega herausforderung sein wird. Gestern ging ich erst mal einfärbige, dunkle Tshirts kaufen (zu viel gemuster is ganz schlecht beim dolmetschen). Ich fahre mit Joni And Friends, wer möchte, kann dazu hier mehr lesen.

Nachdem ich etwas lesefaul war, packt mich wieder die Lust zu lesen. Für den Buchclub war jetzt The Guernsey Literature and Potato Peel Pie Society dran, und als Hörbuch habe ich Eleanor Oliphant is Completely Fine gehört. Beides sehr empfehlenswert.

Im Garten geht es auch weiter. Eher, es schleppt sich weiter. Ich habe echt unterschätzt, wieviel Arbeit so ein Garten ist und dachte, dass ich im Sommer schon meinen Bauerngarten English Cottage Garden habe, mit Rosenhecken, Lavendel, Margariten, Sonnenblumen, Kräutern, einer Hollywoodschaukel und saftig grünem Gras. Tja. So ist es aber nicht. Der Boden ist so lehmig und hart und wir haben so viel Unkraut. Hinzu kommt die Hitze. Und es ist mega frustrierend. Und dauert ewig. Allerdings sehe ich die Fortschritte. Letzte Woche haben wir zum Beispiel Rosen gepflanzt. Erdbeeren haben wir auch, allerdings haben diese depperten Eichkatzerln alle gefressen.

Seit einem Monat sehe ich regelmäßig einen Chiropraktiker, meine Kieferschmerzen waren nicht mehr auszuhalten. Also werd ich jetzt regelmäßig ‚durchgekracht‘ und meine Hüfte verrückt und mein Kiefer verschoben. Und nachts trage ich so eine super Schiene, die verhindert, dass ich knirsche. Und mein Sabbern fördert. Jeden Morgen wache ich auf glaube, mir sind über Nacht Hasenzähne gewachsen.:-)

So, das war ein Schwank aus meinem Leben. Fotos gibts mal wieder nicht, weil ich immer zu faul bin. Stellts euch einfach vor wie ich im Garten umgrabe, und danm wie von der Tarantel gestochen wegrenne, weil ich in ein Feuerameisennest gestiegen bin.

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Ich hab’s überlebt.

Der erste Schultag ist überstanden und wie ihr seht, lebe ich noch.

Ich war so nervös, dass ich eine Stunde zu früh auf der Uni war, aber so konnte ich zumindest einige administrative Dinge erledigen- Studentenausweis abholen, Parkausweis holen, Bücher besorgen und mir weitere Horrorszenarien ausmalen. Wie zum Beispiel, dass ich im falschen Saal sitze. Oder meinen Kulli vergesse, und nicht mitschreiben kann. Oder, noch schlimmer, eine Antwort nicht weiß. Oder, ganz furchtbar, das falsche Buch gekauft habe.

Was ich auch getan habe (also das falsche Buch gekauft). Und ich lebe noch. Und eine Antwort wusste ich auch nicht, ich habe mich sogar einmal verrechnet. Und im Stau stand ich auch, als ich zu meine Abendkurs fuhr. Und so kam ich erste 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, als 15, wie erhofft.

Ihr könnt es euch schon denken, ich bin ein sehr ängstlicher, nervöser Mensch, mache mir dauernd Sorgen und male mir worst-case-Szenarien aus.

Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen.

Heute habe ich mich mit einem Studienberater einer anderen Universität getroffen, um über meine weiterführende Ausbildung zu reden. Welche Möglichkeiten gibt es? Was habe ich geschwitzt, als ich zum ersten mal auf die Website der Uni ging, und bisschen recheriert habe, dreimal habe ich die Email begonnen und wieder gelöscht. Und dann endlich abgeschickt. Ich auf einer so großen Uni? Das schaff ich nicht. Da verlauf ich mich. Dem Druck bin ich nicht gewachsen. Was, wenn…

Und es sind gleich 2 worst-case Szenarien eingetroffen: ich habe mich verfahren und war im falschen Gebäude und bin dann völlig verschwitzt zu spät zu dem Termin gekommen. Um genau zu sein, 2 Minuten zu spät. Was aber eh wurscht war, weil es der falsche Tag war. Und soll ich was sagen? Ich habe es überlebt, wir haben drüber gelacht und dann geplaudert, ich habe Fragen gestellt, viele Notizen gemacht und bin dann nach Hause gehüpft vor Freude. Ob ich mich bewerbe? Ich weiß es noch nicht, ich muss noch etwas mehr recherchieren. Aber es war zumindest ein Anfang und mir wurde bewusst, auch worst-case-szenarien sind überlebbar.

Erster Schultag.

Am Mittwoch fängt die Uni wieder an. Ich freue mich sehr darauf, wieder zu studieren, neue Dinge zu lernen, mein Hirn herauszufordern und neue Menschen kennen zu lernen. Ohja, ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne studiert, gerne lernt, gerne Hausübung macht, gerne research papers schreibt und gerne in der Bibliothek liest. Das war nicht immer so. Im Gegenteil, bis vor einigen Jahren wurde mir beim Gedanken daran, ein 4 Seiten Essay zu schreiben, schlecht. Hausübung wurde 5 Minuten vorm Unterricht schnell abgeschrieben.

So sehr ich mich auf das Herbstsemester freue, so sehr bammelt es mich auch. Ich fange an einer neuen Uni an. Was ziehe ich an? Was, wenn mich niemand mag? Was, wenn ich zu spät bin? Was, wenn ich mich nicht auskenne? Meine Stifte vergesse? Mein Buch? Was, wenn ich versage und den Stoff nicht verstehe? Den Test nicht bestehe? Eine 2 statt einer 1 bekomme? Wenn ich so nervös bin, dass ich zum schwitzen beginner? Was, wenn…

Dieses Gedankenwirrwarr kenne ich gut. Vor jedem Semesterbeginn geht es mir so. Mir wird schlecht, ich kann nicht schlafen, ich packe meinen Rucksack 786 mal um, kontrolliere hundert mal, ob sich mein Stundenplan geändert hat, bin viel zu früh in der Klasse, bin überfordert mit dem Semesterplan, kriege Schweiβausbrüche, wenn ich den Hausaufgaben-, Essay- und Prüfungsplan sehe. Das dauert die erste Woche an, und dann geht es wieder. Ich organisiere mich, schreibe einen Lehrplan und eine to-do Liste, sitze in der 1. Reihe und stelle viele Fragen. Mittlerweile habe ich nämlich gelernt, es ist OK etwas nicht zu verstehen und nachzufragen. Ich darf den Professor nach der Vorlesung ansprechen und Fragen stellen. Ich DARF eine 2 bekommen. Vorallem werde ich mich nicht fertig Machen, wenn ich „nur“ 95% auf einen Test bekomme.

 

(Erinnert mich in 4 Wochen noch einmal daran, wenn ich die Krise habe).

 

Es ist vollbracht.

Soeben habe ich meine letzte Prüfung geschrieben. Uff.  Jetzt heißt es nur auf die Benotungen warten und zittern, ob sich die bessere Note noch ausgeht… das wird wohl knapp, aber ich habe mich damit abgefunden- ich habe mein Bestes gegeben, mehr konnte ich nicht mehr tun. Außer wenn ich auf meine Gesundheit verzichtet hätte. Jetzt muss ich nur noch einmal auf die Uni zu einer Nachbesprechung mit meinem ASL Professor und dann kann ich endlich, endlich aufatmen. Und Wohnung putzen. Wäsche waschen. Zur Post gehen. Einkaufen. Weihnachtsgeschenke besorgen! Wand anstarren.  Suppenwürze machen. Mandalas ausmalen.

AUSSCHLAFEN.

Oh, das süße Ferienleben.

Eigentlich wollte ich hier ein Video posten, von meiner ASL Abschlussarbeit. Wir musste nämlich eine Geschichte von Englisch in ASL übersetzen, aber irgendwie klappt das nicht und ich muss jetzt mal chillen, statt mich mit Technik abplagen:-)

Also, ich erhebe mein Teetasse und stoße an auf Freiheit und das überstandene Semester. Mögen die Professoren lieb sein und mir einen 1er geben. Cheers.

imageist zwar erst Mittwoch… aber… wuuurscht.

 

 

Ps. little fun fact: heute sind der Mann und ich 2 Jahre zusammen. cheers to that.