Wertvoll.

Als wir (also meine Schwestern und Eltern) in unser neues Heim gezogen sind, haben meine Eltern für jedes Mädchen einen Baum gepflanzt. Ich bekam einen Apfelbaum.

Vor etwas über drei Jahren, ungefähr zur gleichen Zeit, als ich in die USA gezogen bin, bemerkte meine Mama, dass der Baum zu verwelken began. Langsam begann er zu sterben. Kurze Zeit später entdeckte meine Mama, dass eine Stechpalme zu wachsen began. Zufall?

Letztes Jahr haben Daniel und ich nach unserer Hochzeit meinen Apfelbaum abgesägt. Mir war ganz mulmig zumute. Voller Nostalgie und Schwermut, aber auch Aufregung, es lag ein Neuanfang in der Lust. Der Baum musste ab, er war krank und hinderte neue Pflanzen am Wachsen.

Das Holz haben meine Eltern in eine Lebenshilfe Werkstätte geschickt, die daraus wunderschöne Kreuze gemacht haben.

Diese Kreuze haben so viel Bedeutung für mich, für uns. Nicht nur sind sie ein Symbol für Jesus‘ Liebe, seinen Tod und seine Auferstehung, sie sind auch ein Stück Heimat. Und wer weiß, vielleicht erzählen unsere Urenkerl dann die Geschichte von dem Baum.

 

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19. April

Samstag, 19. April 2014 wird immer ein besonderer Tag für mich sein. Es war der Tag, der mein Leben veränderte, wenn auch anfangs unbemerkt. Es war der Tag, an dem ich Daniel kennen gerlernt habe.

Es begann eigentlich am 18. April 2014. Eine Freundin aus der Kirche fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr und zwei ihrer Freunde ins Kino gehen wollte. Es war Karfreitag und eigentlich wollte ich daheim bleiben, Kino am Karfreitag? In der Fastenzeit? Nein, danke. Ich ging aber dann doch. Wenn ich etwas während meiner Austauschschüler- und Aupairzeiten gelernt hatte, dann das: wenn du neu in einer Stadt bist und dich jemand fragt, ob du etwas unternehmen möchtest, sage ja. Also ging ich. Der Film war doof, das Essen war OK, und ihre zwei Freunde waren ganz lustig.

Ich war müde und wollte heim. Es ging also zu meiner Freundin, wir hatten noch eine girl’s slumber party, beteten und gingen schlafen. Am nächsten Tag, Karsamstag, wollten wir zu einem Picknick, von mehreren Kirchen organisiert.

Was ich nicht wusste: einer der zwei Freunde rief noch am Heimweg seinen besten Freund an, um ihm zu zu überreden, zum Picknick zu kommen, er hätte soeben ein Mädchen aus den Niederlanden kennen gelernt, er müsse sie unbedingt treffen. Der beste Freund war Daniel, das Mädchen aus den Niederlanden war ich.

Am nächsten Tag ging es zum Picknick. Ich weiß noch genau, wie unzufrieden ich mit meinen Haaren war und mit meinem Outfit. Ich hatte ein rosa Shirt an (und damals trug ich absolut gar kein Rosa). Im Park kam ich mir total fehl am Platz vor, ich kannte niemanden und kam mir so blöd vor, weil ich mich an meine Freundin klammerte. Irgendwann kam dann so ein Typ daher, der irgendwas von cookie cakes faselte und bla bla bla. Ich wollte doch nur heim. Als der Typ dann aber fragte woher ich kam, und ich Österreich und Schweden antwortete, und er erzählte seine Mama hat in Schweden gelebt, began die Unterhaltung leichter zu werden. Wir haben geplaudert, und irgendwann hat er dann gefragt, wie es mir hier so gefällt und ob wir uns mal treffen wollen. Also wurden Telefonnummern getauscht und wir haben uns verabschiedet.

Am Heimweg hat er seinem Mitbewohner erzählt: „Das Mädchen, das ich soeben getroffen habe? Die werd ich mal heiraten“.

Er sollte recht behalten.

Und der 19. April wird jetzt jedes Jahr gefeiert.

(Im Park, wo wir uns kennen gelernt haben, hat er auch bei meinem Papa um meine Hand angehalten, und hatte auch geplant, mir den Heiratantrag zu machen. Der Plan wurde dann aber kurz fristig geändert, und er hat woanders gefragt)

I. DO. AGAIN.

Nach dem Beitrag über unsere erste Hochzeit, möchte ich nun über unsere zweite Hochzeit schreiben.

Ich bin ja immer noch total verknallt in unsere Hochzeit. Ich kann wirklich, ungelogen sagen, dass es GENAU die Hochzeit war, die wir uns vorgestellt hatten. Liebevoll und fröhlich.
Oft wurde mir vorher gesagt, sei flexibel in der Plannung, es wird was schief gehen, es wird nicht alles so gehen, wie du es willst… aber ich muss sagen: nichts ist schief gegangen. Was hatte ich Alpträume davor! Sogar am Tag von der Hochzeit habe ich die ganze Zeit gedacht: jetzt muss aber was schief gehen. Aber nichts ist passiert. Es war super entspannt, fröhlich, emotional, festlich. (Ok, in der Kirche ist mir ein Druckfehler im Programmheft aufgefallen:-) )

Ohne die Hilfe meiner Hochzeitsfeen wäre dies alles nicht möglich gewesen. Ich hatte ein ganz tolles „Team Bride“, die super gearbeitet haben. Und mit mir als Chefin ist dies nicht so leicht, da ich, gelinde gesagt, ein Kontrollfreak bin und nichts abgeben kann. Und dennoch hat alles wunderbar geklappt. (Bis auf 715 Auszucker meinerseits, weil das Programmheft statt cremeweiss, elfenbeinweiss war).

Klar, es gibt 1, 2 Dinge die ich- im Nachhinein- anders gemacht hatte, aber das sind winzige Dinge (unteranderem bereue ich es, keinen Videographer angestellt zu haben).

Am Montag vor der Hochzeit sind die Amis gelandet (mein Mann war schon ne Woche vorher da und so konnten wir noch bisschen vorbereiten und Familirnzeit genießen. Und ein paar kleine große Krisen bewältigen. O-ton meiner Schwester: „Daniel, how about you and I run some errands? Lisa. You sit down, drink some water and watch a movie and SHUT UP“ uhm… wie war das nochmal? Ich bin eine gechillte Braut? Yea right). Jedenfalls als die Amis da waren, konnten wir noch ein bisschen Sight seeing und Familie zusammen bringen.

Am Vortag sind wir (meine Eltern und Geschwister und meine in-laws) ganz gemütlich brunchen gegangen (ganz kaiserlich in der Gloriette und haben im Anschluss Kirche und Heurigen geschmückt und abends waren wir noch essen, sozusagen als rehearsal dinner mit den amerikanischen Gästen. Das war echt toll und entspannt. (inklusiver Weltuntergang, weil die Kornblumen statt 7,5 cm nur 7 cm lang waren und die Schnur zum Foto aufhängen statt 35 cm nur 34 cm war- wisste Bescheid wie gechillt ich war)

Und der Tag selber- oh boy. Ein Traum. DAS WETTER! (Am Vortag hat es 11 Grad  und gestürmt, am Tag danach war es 15 Grad und Regen…)
Und die Trauung! Und das Essen! Und alles war so toll und liebevoll und fröhlich und ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus!

Getraut wurden wir vom selben Pfarrer, der schon meine Eltern verheiratet und mich getauft hat.
Geschminkt wurde ich von meiner tollen Freundin Cornelia und meine Trauzeugin Rebekka hat gesungen. Meine Schwester Anna hat die Torte gebacken und Herta war zustandig für den Fotoboothrahmen. Wir waren so ein tolles Hochzeitsfeenteam! Am Tag der Hochzeit sind mein Papa und Daniel noch zum Heurigen gefahren, um die letzten Dinge aufzuhängen (die ganze Woche war schlechtes Wetter und Sturm angesagt, darum haben wir uns nicht getraut) unser Blumenmädchen war so eifrig, dass sie sogar Blumen aus Euphorie geworfen hat und ganz tüchtig Seifenblasen geblasen hat.

Und der Tanz! Getanzt wurde zu Cat Stevens „Morning Has Broken“, und zwar Wiener Walzer, den wir im Schnellschnelleiltanzkurs einstudiert haben. (Der Mann hat in seinem Leben noch nie Walzer getanzt, und dann einen HOCHZEITSwienerwalzer… no pressure!) Als Vater Tochter Lied haben wir einen schwedischen Walzer gewählt, in dem eine Tochter mit ihrem Vater singt… („Papa, darf ich mit dir tanzen, du hast mir einen Tanz versprochen. Siehst du mein lnges Kleid? Ellinor, ich sehe es, sei nicht nervos, lass mich führen, und genies den Augenblick“… ach ich krieg Tränen in den Augen)
Wir hatten auch ganz tolle Lieder, meine zwei Lieblingslieder waren „Great Is Thy Faithfulness“ und „In Christ Alone“. Und nach wie vor kommen mir Tränen in die Augen, wenn ich Pachelbel’s Canon in D höre- dass war unser Einzugslied. (Schon bei unserer Februarhochzeit, nur diesmal hat mich mein Papa zum Traualtar geführt und ich war ganz zittrig und aufgeregt, aber wenn man so einen tollen Papa dabei hat, geht das schon!)

ACH.ACH.ACH.

Und weil ich nun so geschwärmt habe…

hier einige meiner Lieblingsbilder (geschossen von Peter Michalski)

 

 

 

 

(unser Blumenmädchen hat ihren Job sehr ernst genommen… und wurde zur Blumenwerferin.)

 

www.peter-michalski.at

 

 

 

I. DO.

Hier ist er endlich, endlich, endlich, der Hochzeitspost.

Und zwar der erste Teil, denn wir hatten zwei Hochzeiten- eine kleine feine Hochzeit im Februar, an einem Samstagabend. Und eine große feine Hochzeit im Juli, in Österreich.

Heute zeige ich einfach mal ein paar Fotos von unserer Februarhochzeit.

(Oft werden wir gefragt, was wir denn jetzt als unseren Hochzeitstag sehen- wir haben uns auf Februar geeinigt und sehen die Julihochzeit als „blessing ceremony“ und „celebration“. Denn eine Celebration war es wirklich!)

Die Fotos wurden von der lieben Sarah gemacht, die einige Stunden vorher noch unsere Verlobungsfotos geschossen hat.

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Es war sehr emotional (weil ich meine große Liebe und bestem Freund geheiratet habe!!!!), sehr intim, mit Sekt und Cupcakes im Anschluss. Getraut hat uns unser Pfarrer, an die Predigt kann ich mich nicht mehr erinnern, genausowenig an die Trauversprechen, nur unser Vers bleibt mir in Erinnerung:

„Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4, 19)

 

Wir sind alle Erwachsen hier.

(Oder zumindest teilweise.)

Gestern bin ich auf die Behörde gegangen, um meinen Namen zu ändern. Heiratsurkunde herzeigen, Führerschein herzeigen, einen Wisch unterschreiben und auf einmal habe ich einen anderen Nachnamen. Auf zur Bank, um dort die Änderungen bekannt zu geben und dann zum Führerscheinbüro, um einen neuen Führerschein zu beantragen und zwei Stunden und 20$ später heiße ich nicht mehr Lisa W. sondern Lisa R.  Jetzt muss ich nur noch ein Dokument zum Standesamt in Österreich schicken, auf die Botschaft in DC fahren, dort einen Zettel unterschreiben und meinen neuen Pass beantragen.

Irgendwie ein komisches Gefühl.

Da lebe ich 27 Jahre lang mit einem Namen und dann schwupdiwupp nicht mehr.

Jahrelang war ich genervt von meinem Nachnamen. Ständig musste ich buchstabieren. Und weil es ein schwedischer Name ist, musste ich das Sondersymbol erklären. So oft musste ich mich ärgern und rumtelefonieren, weil der Name SCHON WIEDER falsch geschrieben wurde. Irgendwann habe ich mich nicht mehr geärgert, wenn der Name falsch ausgesprochen wurde. Oft habe ich gedacht, „ich freue mich, wenn ich heirate, dann krieg ich endlich einen normalen Namen, den  ich nicht ständing buchstabieren muss“ (Blöd nur dass der Mann deutsche Vorfahren hat und der Nachname deutsch ist und im Gegenteil zu meinem Mädchenname, der witizgerweise richtig ausgesprochen wurde, dauernd falsch ausgesprochen und geschrieben wird)

Irgendwann habe ich dann aber doch beschlossen, meinen Namen zubehalten. So ein schöner Nachname, und vorallem so einzigartig. Als wir uns verlobt haben, habe ich das auch angesprochen, und wir haben über die Möglichkeit eines Doppelnamens nachgedacht (wobei ich dann aus dem Buchstabieren nicht mehr rausgekommen wäre.) Als es dann so weit war und wir unsere Unterlagen für die Green Card unterschreiben mussten, fragte die Anwältin, ob ich meinen Mädchennamen oder seinen Nachnamen auf meinem Ausweis haben möchte, und wir haben wir beschlossen, seinen Namen zu nehmen und so war es dann auf einmal klar: ich nehme seinen Namen an.

Und das war OK so. Bis ich zum ersten Mal nach der Hochzeit wieder in der Kinderstunde war und als „Mrs. R.“ vorgestellt wurde. Uff. Schluck. Bis jetzt war ich doch immer „Miss Lisa“. Und jetzt bin ich doch tatsächlich „Mrs. R.“. Das klingt auf einmal so erwachsen.

Und jetzt habe ich auch offiziell, auf dem Papier, meinen Mädchennamen hergegeben (Klar hatte ich meinen Mädchennamen als 2. Vornamen eintragen lassen können, so wie das hier viele Machen, aber das würde doof klingen)

Ein bisschen wehmütig bin ich schon. Und gleichzeitig aufgeregt, den jetzt beginnt ein neuer Abschnitt.

Also, auf ein neues.

Eure Mrs. R.

 

 

Und weil hier Monogramme ganz beliebt sind, habe ich mir zur Hochzeit ein Taschentuch mit meinem neuen Initialen besticken lassen.

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Foto: Sarah Mattozzi

hier seht ihr uns frisch verheiratet, auf unserer ersten Hochzeit. (Ja, wir hatten zwei! Eine in den USA, eine daheim)

(Den Kindern habe ich übrigens gesagt, sie dürfen mich Miss Lisa nennen. Und dann durften sie raten, woher ich komme. Mein Favorit war: „Anarkika“ wo ich DÖRMÄN spreche.)

 

 

Österreich.

 Ich bin jetzt wieder fast zwei Wochen ‚daheim‘, aber Worte finde ich immer noch nicht. Darum einfach mal Fotos. Es war eine intensive Zeit zuhause. Schön und schmerzhaft. Aber mehr schön.

Am letzten Abend haben Daniel und ich meinen Baum gefällt. Als wir damals in die Wohnung gezogen sind, haben meine Eltern  einen Obstbaum für uns Mädchen gepflanzt. Vor zwei Jahren bin ich nach Amerika und meiner Mama ist aufgefallen, dass mein Apfelbaum langsam abgestorben ist. Und dann hat sie eines Tages eine (amerikanische?) Stechpalme entdeckt, die hier eigentlich gar nicht wachsen. Irgendwie witzig, oder? Ich baue mir ein neues Leben auf und eine neue Pflanze beginnt zu wachsen. Daniel und ich haben den Baum jetzt gefällt und aus dem Holz wird ein Kreuz für uns angefertigt.

Und nun genug geschwaffelt!

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 übrigens, wer mehr Fotos von meinen super Schwestern sehen möchte: die Verrückten haben uns ein Familienfotoshooting zur Hochzeit geschenkt, hier könnt ihr es bewundern:-)

 

 

 

 

 

Lisa in Pisa.

In der Volksschule haben mich am Schulhof die andren Kinder mal ‚Lisa Pisa‘ genannt. Daraufhin habe ich im Englischunterricht gesagt: ‚When I grow up I want to go to Pisa‘

Mein Papa hat mir damals versprochen: „Bevor du heiratest, fahre ich mit dir nach Pisa“

Gut, das ist nun einige Jährchen her und als wir uns dann verlobt haben und die Hochzeit näher rückte, drängte sich dieses Versprechen wieder in den Vordergrund und dann kam die SMS vom Papa, dass er mit mir nach Pisa fährt!

Zwei Wochen vor dem großen Tag wurde es dann wahr: Papa und ich fuhren nach Pisa!

Und obwohl es gefühlt der heißeste Tag überhaupt war und wir gefühlte 100000 km maschiert sind, war es wunderbar! Erst sind wir nach Pisa wo ich endlich!!! den schiefen Turm sah und auch raufgegangen bin (und gleich einen mega Schwindelanfall hatte) und am Heimweg noch nach Florenz.

So viel exklusivzeit mit meinem Papa! Er hat mir ganz viele tolle Plätze gezeigt, an denen er schon vor 30 Jahren war, wir haben Karten gespielt und Eis gegessen und es war so toll!

Ach, ich liebe Italien und meinen Papa sowieso!

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Things to love about the US. (Richmond especially)


Total übermüdet, unternächtigt, schwitzend und stinkend, mit ungefähr 300kg Übergepäck und etwas gereizt (bei der Einreise mussten wir zwei Stunden warten…) kamen Daniel und ich gestern wieder daheim an. Als wir den wunderherrlich klimatisierten Flughafen verließen, schlug uns erst mal eine extreme Hitze entgegen- und extreme Luftfeuchtigkeit. Gefühlte 45 Grad (es hatte 40 Grad) und 80% Luftfeuchtigkeit. Welcome back. Nach einer Woche frischer Bergluft war das erst mal eine schöne Umstellung. (Wer zahlt eigentlich für Sauna und Bikramyoga? Ich setzt mich einfach am Balkon und mach Yoga dort- gleicher Effekt und 100€ gespart).

Die Zeit daheim war wunderwunderwunderherrlich, die Hochzeit ein Traum, der Honeymoon sowieso… Wir sind noch ziemlich geflasht und all die Eindrücke müssen erst mal einwirken… Dann werde ich, vielleicht? darüber berichten. Zumindest ein paar Fotos zeige ich!

Jetzt läuft erst mal eine Waschmaschine nach der anderen und die Wohnung geht unter in all den Hochzeitsgeschenken, Koffer und Brautkleid! (Am liebsten würd ich ständig im Brautkleid rumrennen, so verliebt bin ich!)

Obwohl der Abschied schwer gefallen ist, bin ich doch froh wieder daheim zu sein… Und so toll Österreich auch ist, einige Dinge sind mir schon sehr abgegangen:

  1. Belmont Pizza. Die beste Pizzeria ums Eck gibt es hier… Oh ich träume von der fettigen Sauce! Noch einmal schlafen, dann kann ich eine bestellen! (Montag ist Ruhetag…)
  2. Black Hand Coffee und Iced Dirty Chai. Ich bin schon ein bisserl ein Kaffeesnob. Ohne Black Hand Coffee (der Kaffeeladen ums Eck) gehts nicht. 6 Wochen ohne Iced Dirty Chai. Entzugserscheinungen! Daher ist es nur logisch, dass ich heute total gejetlaged zum Cafe getorkelt um mein Suchtmittel zu besorgen.
  3. Eiswürfel.
  4. Das Museum und der Park. Unsere Nachbarschaft. Abendspaziergänge. Der Duft nach Lavendel.
  5. KLIMAANLAGE. Endlich wieder schlafen können! Im Hochsommer mit Wollsocken und Decke schlafen. Ach, herrlich.

Richmond, I missed you.

Österreich, du fehlst schon wieder.

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Jetzt wird erst mal gegen jet lag gekämpft!

Schönheit ist Ansichtssache

Ich komme aus Österreich. Das ist ein ur kleines Land, neben Deutschland und über Italien. Känguruhs gibts nicht, dafür Mozart und Walzer. Sound of Music kenn ich.

Ja, Österreich ist schön, die Alpen und so. Wien ist OK, aber mag ich nicht. Mein Ort ist klein und fad.

Außerdem sudern wir ur viel.

So habe ich das immer gesehen. Weil, hier bin ich aufgewachsen, ich kenns hier und es ist fad. Darum finde ich ja USA so spannend. So groß, so anders, so… Toll.

Bis ich mein Heimatland den Amis gezeigt habe und nun schon seit einer Woche Touriführerin spiele.

Oh, ist meine Heimat schön! Diese verwinkelten Gassen, die Architektur, das Cafè, in das wir sonntags nach der Kirche gegangen sind, das Kino, in dem ich meinen ersten Film gesehen habe, der Waldspielplatz, der Park, dieses kleine Geschäft… Seit einer Woche betrachte ich meine Heimat durch amerikanische Touristenausgeb und stelle fest: boa, ist das schön hier! Ich kann mich gar nicht mehr satt sehen an all diesen liebevollen architekturischen (?) Details, die Gasthäuser, die Gärten, den Brunnen in der Altstadt… Ich entdecke meine Heimat neu! Morgens gehen wir laufen, auf neuen Routen- und auf einmal ist es gar nicht so weit von unserer Wohnung zur Stadtmitte, auf einmal riecht es hier viel besser (OK, die Türe zur Bäckerei stand offen…) Auf einmal lese ich die Schilder, an denen die Geschichte der Kirche geschrieben steht, bleibe stehen um die Wandmalerei zu betrachten, nehme mir Zeit, mich ins Cafè zu setzen…

Heute waren wir nach dem Gottesdienst, bei dem ich ganz ganz viele Leute wieder gesehen habe, die mich kennen, seit ich auf der Welt bin, im Kaffeehaus, in das wir früher oft gegangen sind. Anschließend ging es ins Gasthaus (kaum zu glauben dass ich als Kind immer ins feine Restaurant wollte, dabei sind Biergärten schon viel cooler!). Und weil meine Eltern noch nicht da waren, sind wir an den Bach, um Füße abzukühlen. Und haben ein paar Fotos geschossen.

Oh du mein Österreich, i mog di.

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Was mich heute aufgeregt hat.

Eigentlich versuche ich ja, immer positiv zu denken, auf die guten Dinge zu schauen und dankbar zu bleiben.

Dennoch gibt es Momente im Leben, wo mir echt die Luft weg bleibt und ich mir denke: WOW. Es gibt echt Frechheiten.

Zum Beispiel Leute die sich an der Kasse vordrängeln und dann so tun, als würden sie mich nicht hören. (Excuse me?!?!)

Oder Leute, die glauben sie können sich überall einmischen. So wie zum Beispiel eine Bekannte von hier, die sich einfach selbst eingeladen hat zur Hochzeit. Mit Begleitung. Auf mein Kommentar: „Die Hochzeit findet in Österreich statt und wir laden nur engste Freunde und Familie ein“, meinte sie nur: „Naja, aber was soll ich jetzt meiner Freundin sagen, der ich schon versprochen habe, dass sie mitkommen kann?“ (Und wenn ich Pizza auf der Hochzeit haben will, wird es Pizza geben!) Oder Leute, die dann bei mir schlafen wollen oder die glauben, ich kann sie am Hochzeitstag vom Flughafen oder Bahnhof abholen.

Oder Leute, die von mir verlangen, die Hochzeit zu verschieben, weil sie an dem Tag nicht können. Und ich rede nicht vom Verlobten, sondern von entfernten Bekannten, die eh nur zur Trauung eingeladen sind.

Oder mein Favorit: Leute die zum zicken anfangen, weil ihre Kinder nicht eingeladen werden, und sie deshalb nicht kommen. (Leute, die ich in den letzten fünf Jahren vielleicht drei mal gesehen habe und die nicht einmal wussten, dass ich heiraten werde!) Oder Leute, die glauben, mir vorschreiben zu können, wen ich aller einlade. Uhm. Es ist UNSERE Hochzeit, ich lade ein, wen ich will. Anstatt sich wie gesittete Erwachsene zu benehmen und sich für mich bzw uns zu freuen, dass wir ENDLICH heiraten, wird gezickt. Leute! Echt jetzt! (ist ja längst überfällig, dass ich unter die Haube komme, mit meinen 26 Jahren)

Oder die Tanzlehrerin, dir mir einreden wollte, dass ich in 2 Monaten NIE einen Walzer lernen werde. (Sie hat bei den Walzerliedern, die wir ihr vorgespielt haben, nicht einmal heraushören können, dass es sich um einen Walzer handelt… und mir dann einen Grundschritt als Walzer verkaufen wollen, der mit Walzer ungefähr so viel zu tun hat, wie eine Ananas mit Südpol).

Aber es gab heute auch gute Sachen. Wie zum Beispiel Happy Hour bei St. Arbucks. Frappuchino zum halben Preis! Also 1000 Kalorien fast geschenkt! Lucky me! Den Hüftspeck gibts gratis dazu!

Oder als der Bub und ich Fahrradfahren geübt haben. Ich war jetzt meine Aupairfamilie ein paar mal besuchen und heute hat der Bub Fahrradfahren gelernt. Hat sich einfach aufs Fahrrad gesetzt und ist los gestrampelt. Okay, ich hinten und neben her, mein Kreuz hat sich gefreut, immer festgehalten und geschoben, aber ein paar Meter hat er schn geschafft alleine zu treten. Erst war er richtig skeptisch und hat geklammert, aber mit der Zeit wurde er immer sicherer und hat nur noch gelacht und als wir Fotos gemacht haben, ist er aus dem Grinsen nicht mehr rausgekommen. Stolz wie Oskar hat er dann allen erzählt: „I can ride my bike now! I love riding my bike! I love my bike! It is so much fun!“ Und ich war auch so stolz auf ihn. Habe ich doch so viele wichtige Meilensteine mit ihm erlebt: Laufen anfangen, zum reden beginnen, Windel abtrainieren, Deutsch lernen und jetzt Fahrrad fahren! (ok, vom Rad fahren ist er weit entfernt, aber wenn er fleißig übt…)

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Immer brav mit Helm;-)

Oder meine neuen Bücher. Ich habe jetzt nämlich beschlossen, mal wieder zu lesen! Darum mussten einige neue her. Besonders freue ich mich auf „Out of Africa“

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Kaffee trinken mit meiner lieben Freundin. Wenn ich an „friendly“ denke, kommt sie mir in den Sinn. Sie ist wohl der freundlichste, offenste Mensch den ich kenne.

Und die Oberhammergeilebeste Neuigkeit ist: Meine Dokumente wurden genehmigt und sind auf dem Weg zu mir… das heißt, ich kann heim fliegen und bei der Hochzeit tatsächlich dabei sein! (Da ich die green card beantragt habe, darf ich das Land solange nicht verlassen, bis ich eine Reisegenehmigung bekomme, die wurde im März beantragt, kann aber bis zu 4 Monaten dauern… und am Freitag bekam ich die Nachricht, daass es sein kann, dass sie gar nicht genehmigt wird… was geheißen hätte, wir hätten die Hochzeit absagen müssen. Jetzt haben wir 2 1/2 Monate geschwitzt und uns Sorgen gemacht und uns worst case scenarios ausgemalt, wo ich erst am Tag der Hochzeit anreisen kann…)

Am schönsten fand ich aber, als ich die Große zu Bett gebracht habe, wollte sie noch mit mir beten und für den Tag danken. Als wir klein waren, war das unser festes Abendritual: ich oben im Stockbett, meine Schwester unten, mein Papa hat dann immer gefragt: wofür möchtest du heute danken, wofür sollen wir beten? Ich musste sogar ein kleines bisschen Tränen abwischen, als die Große dann sagte: ‚and thank you that Lisa was here tonight. Amen‘ Ach. Große Liebe.

Okay, es war doch nicht so der schlimme Tag;-)