April Showers bring May Flowers.

Vor 2 Wochen hatte ich meine letzte Präsentation des Semesters, „Interpreting in Legal Settings“. Danach war ich so erledigt, dass ich gleich 4 Stunden geschlafen habe und sogar meinen Arzttermin verpennt habe.

Vor drei Wochen hatte ich auch mein American Sign Language Proficiency Interview, eine Vorraussetzung um ins Interpreter Programm zugelassen zu werden. Ich war dermaßen nervös, meine Hände waren ganz nass vom Angstschweiß und in der Aufregung habe ich mich oft ‚vergebärdet‘ (versprochen ist ja wohl das falsche Wort). Ich war ja ganz sicher, dass ich die Prüfung nicht geschafft hatte und als ich dann endlich die Email mit der Bewertung bekam, fiel ich fast um als ich das kleine Wörtchen „bestanden“ sah. Da war ein Freudentanz angesagt. Zur Feier des Tages führte mich Daniel am Freitag aus und lud mich auf einen Bananensplit ein. Im Soda Shop fingen wir fast einen Streit an: ich verstehe unter Bananensplit Vanilleeis, Banane, Schlagobers, Schokosauce, Mandeln. Er versteht unter Bananensplit Vanille-, Schoko- und Erdbeereis, Banane, Schlagobers, Schoko- und Erdbeersauce und ne Kirsche on top. Tja, so verschieden sind wir dann doch.

Im Juli fahre ich für eine Woche auf ein Sommercamp wo ich dolmetschen werde, ASL-English und Deutsch-Englisch. Ich freue mich schon total, obwohl es eine mega herausforderung sein wird. Gestern ging ich erst mal einfärbige, dunkle Tshirts kaufen (zu viel gemuster is ganz schlecht beim dolmetschen). Ich fahre mit Joni And Friends, wer möchte, kann dazu hier mehr lesen.

Nachdem ich etwas lesefaul war, packt mich wieder die Lust zu lesen. Für den Buchclub war jetzt The Guernsey Literature and Potato Peel Pie Society dran, und als Hörbuch habe ich Eleanor Oliphant is Completely Fine gehört. Beides sehr empfehlenswert.

Im Garten geht es auch weiter. Eher, es schleppt sich weiter. Ich habe echt unterschätzt, wieviel Arbeit so ein Garten ist und dachte, dass ich im Sommer schon meinen Bauerngarten English Cottage Garden habe, mit Rosenhecken, Lavendel, Margariten, Sonnenblumen, Kräutern, einer Hollywoodschaukel und saftig grünem Gras. Tja. So ist es aber nicht. Der Boden ist so lehmig und hart und wir haben so viel Unkraut. Hinzu kommt die Hitze. Und es ist mega frustrierend. Und dauert ewig. Allerdings sehe ich die Fortschritte. Letzte Woche haben wir zum Beispiel Rosen gepflanzt. Erdbeeren haben wir auch, allerdings haben diese depperten Eichkatzerln alle gefressen.

Seit einem Monat sehe ich regelmäßig einen Chiropraktiker, meine Kieferschmerzen waren nicht mehr auszuhalten. Also werd ich jetzt regelmäßig ‚durchgekracht‘ und meine Hüfte verrückt und mein Kiefer verschoben. Und nachts trage ich so eine super Schiene, die verhindert, dass ich knirsche. Und mein Sabbern fördert. Jeden Morgen wache ich auf glaube, mir sind über Nacht Hasenzähne gewachsen.:-)

So, das war ein Schwank aus meinem Leben. Fotos gibts mal wieder nicht, weil ich immer zu faul bin. Stellts euch einfach vor wie ich im Garten umgrabe, und danm wie von der Tarantel gestochen wegrenne, weil ich in ein Feuerameisennest gestiegen bin.

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Living The Dream! [Living The Dream]

The American Dream…

Was steckt eigentlich dahinter? Unbeschränkte Möglichkeiten. Das Land der Träume und Selbstverwirklichung.

Oder eher das Land der beschränkten Unmöglichkeiten.

Die Realität sieht oft anders aus. Hohe Schulden,  Arbeitslosigkeit, Armut, Rassismus, Amokläufe, Umweltverschmutzung, Rassismus, Studiengebühren die hoch sind, dass einem schlecht wird. Fast Food und vergiftete Lebensmittel.

Gleiche Chancen für alle? Eher nicht so.

Unbeschränkte Möglichkeiten? Ja, für die priveligierten. Für den Rest? Eher nicht so.

Aber, es gibt ihn doch, den american dream und die Möglichkeiten.

Southern Hospitality, bless your heart, auf der Veranda mit Freunden Limonade trinken, Kinderfreundlichkeit.

Meine Gedanken heute morgen. Ja, the American Dream klingt verlockend, aber die Realität schaut anders aus.

Und trotzdem gefällts mir hier.

Bless your heart.

Vom Unkraut jäten.

Seit wir umgezogen sind, ist mir der Garten ein Dorn im Auge. Unkraut, Unkraut, Unkraut. Kahle Flecken, verwachsene Bäume, Gestrüpp, und und und.

Und ich war/bin überfordert. Zum einem träume ich von einem wunderschönen Garten, mit vielen, vielen Blumen, Gemüse, Obstbäumen, Sträuchern, einer Leseecke, Hängematte, Hollywoodschaukel, Vogeltränke- eine Ruheoase.

Anderseits habe ich null Ahnung wie was wann wo. Zum einen, weil ich keine Ahnung habe was hier in dieser Klimazone wächst. Oder wie die Sonne im Garten fällt. Oder überhaupt.

Gut, die Sonne habe ich jetzt beobachtet und ich lese viele North Carolina Garden Artikel. Als die Mama da war, ist sie mit mir durch den Garten gegangen und hat mir ein paar Anregungen gegeben. Und, oh, bin ich jetzt motiviert. Am Liebsten würde ich sofort los legen, Unkraut ausreißen, Blumen pflanzen, Sträucher kaufen, Rasen mähen… aber Halt. Es braucht Geduld. Und Zeit. Und Geduld. Und Zeit.

Also fange ich erst einmal am, Unkraut zu jäten. Dann fahre ich ins Gartengeschäft und lasse mich beraten, welche Bäume und Sträucher hier gut wachsen. Dann kommt vielleicht das Hochbeet dran. Danach werde ich ein paar Blumen pflanzen. Und Rasenmähen. Und Grassamen streuen. Und die frische Luft genießen. Und Töpfe kaufen und Blumenkisten fürs Fenster.

In mir kribbelt es richtig. Ich bin im vollen Tatendrang.

Aber erst muss ich Prüfung schreiben. Und bügeln.

Faulheit. Du unnützes Ding. [Dienstags bei Lisa]

Da wären wir also.

2018 ist nun schon sechs Wochen alt, fühlt sich schon etwas vertrauter an, aber immer noch frisch und ungewohnt. Die Hälfte der Neujahrssätze sind bei den meisten wahrscheinlich schon gebrochen,

ich habe mir erst gar keine gemacht.

Jahresziele, ja, Jahresvorsätze, nein.
Zum Beispiel möchte ich dieses Jahr UNBEDINGT nach Prag. Und mehr Grün tragen, wandern gehen, Leute zum Essen einladen und in das Greifvogelzentrum gehen. (Habe ich mal erwähnt, dass ich Greifvögel total liebe? Seit ich „H is for Hawk“ gelesen habe, ist es um mich geschehen).

Nun ist es aber so, dass ich leider etwas faul geworden bin. (Starbucks drive through, warum!!!)

Also nicht, ich lieg den ganzen Tag auf der Couch und schau fern und esse Pizza, faul, aber etwas  bequemer. (Wobei, letztens war ich krank, und da lag ich echt den ganzen Tag nur rum und habe Grey’s Anatomy geschaut.)

Neulich war meine Mama zu Besuch (der Papa und die Schwester waren auch da), und am letzten Tag hat sich die Mama unseren Garten angeschaut, bzw. unser „wenn ich mal Zeit hab, plane ich“ Projekt. Sie hat mir ein paar Ideen gegeben, die ich fleißig aufgeschrieben habe, wir haben ein bisschen rumskizziert und so langsam entstand eine Ahnung in meinem Kopf. Bisher hatte ich nämlich etwas Angst vor dem Garten und der rießen Arbeit, die damit verbunden ist. Gut, etwas Bammel hab ich immer noch, aber zumindest habe ich ein bisschen eine Idee. Und nun bin ich ganz kribbelig und aufgeregt und motiviert. Oh, wird das schön (und anstrengend, und kräfteraubend).

Ich versuche jetzt immer öfters auf dem Bauernmarkt mein Obst und Gemüse zu kaufen. Erstens ist es dort billiger, zweitens unterstütze ich somit die Bauern in der Umgebung und drittens macht es so viel Spaß! Ich kaufe dann auch moistens einen Strauß frischer Blumen. So Blumen machen so viel Freude! Besonders wenn es draußen so grau ist.

Was schwafel ich eigentlich da so vor mich hin? (In echt schreibe ich hier nur, um meine Hausübung aufzuschieben. Aber hilft ja nichts.)

Also. Macht’s es gut, Ihr Lieben.

 

 

Foto credit: Anna. Papa. Lisa.

Ein perfektes Herbstwochenende

Montagmorgen. Uff. Grau in Grau. Am liebsten würde ich mich wieder ins Bett verkriechen und literweise Tee trinken und lesen der stricken oder einfach nur die Wand anstarren. Gestern haben wir zum ersten Mal die Heizung aufgedreht und heute Nacht wurde ich wach, weil der Wind so durch die Bäume gepeitscht hat. Ich krieche aus dem Bett, nur ungern verlasse ich meine warme Höhle. Schlaftrunken koche ich dem Mann und mir eine Tasse Tee, schweigend sitzen wir am Tisch und essen unser Frühstück. Eine Prüfung steht heute an und ich muss zum Ikea. In Gedanken aber bin ich noch ganz woanders. In einer gemütlichen Hütte in den Bergen, umgeben von gelben, roten, orangen Laubbäumen, eingekuschelt in einer Decke vorm Kamin, Karten spielened mit Freunden.

Morgens standen alle im Pyjama in der Küche, eine Tasse Kaffee in der Hand, die Kürbispalatschinken in der Mache. Im Hintergrund lief Football im Fernsehen, der Speck brutzelte in der Pfanne und die ganze Hütte roch nach Herbst, Kaffee und Zimt. Die Zeit stand still dieses Wochenende, alles ging ganz langsam. Wir waren spazieren, Kaffee trinken, haben Karten gespielt, gegessen, Football angeschaut, gelesen, viel geschlafen und noch viel mehr gelacht.

Ja, Herbst, du bist so schön. Vorallem mit Freunden.

 

Tuesdays with Lisa

Letzten Freitag kam zu Mittag der Anruf aus dem Labor: keine Glutenunverträglichkeit und die Schilddrüsenwerte sind so so so viel besser. Uffda. Was für eine Erleichterung. Erst mal Pizza mit extra Gluten bestellen. Naja, aufpassen muss ich trotzdem und beobachten, wann ich Kopfschmerzen, Sodbrennen, Halsweh und dieses Enge-Gefühl habe. War es nur Stress?

Jetzt ist es schon Mitte Oktober, Wahnsinn, oder? Und ich habe so richtig Bock auf Stricken, Tee trinken, Kürbis, Apfelkuchen, Abende vorm Kamin, dicke Schmöker, Wollsocken und Kerzen. Letzte Woche hatteb wir noch wir um die 20-25 Grad (sogar 30!), aber über Nacht sind die Temperaturen gefallen und jetzt ist der Herbst da und im Haus sieht es schon richtig gemütlich aus.

Am Wochenende sind wir dem Lagerkoller entflohen und sind nach Greenville, South Carolina gedüst [etwa 1 1/2 std entfernt]. Durch die Stadt bummeln, Kaffee trinken, im Park sitzen, weltbestes Eis schlecken, jede Menge Hochzeiten sehen… „kannst dich noch bei unserer Hochzeit erinnern…?“ „Du warst die schönste Braut“, flüstert mir der Mann zu. Ich werde rot und kichere wie eine 13jährige. Abends saßen wir in einem urigen Café und ich habe den ersten hot apple cider der Saison geschlürft. Wir reden über das Haus, meinen Mathekurs, unsere Bibelrunde, und wie glücklich wir sind, nach Charlotte gezogen zu sein. Und wie ich manchmal genauso wie mein Papa klinge. Vorallem wenn ich Autofahre. [Hallo Papa!].

Jetzt, wo die Abende auch länger und dunkler werden, habe ich auch wieder mehr Lust zum Lesen.

Auf meinem Nachttischt: liegen im Moment drei Bücher: Anna Karenina, A Gentleman in Moscow und Chickensoup for the Woman’s Soul.

Im Fernsehen: schaue ich gerade The Dick van Dyke Show. Das war ja wohl ein talentierter Mensch! Eine ’saubere‘ Show, ohne viel Drama, dafür umso mehr Humor.

Am Herd: bluppert Kürbissuppe, Lasagne, Lachs, Roast beef. Oh und Zimtschnecken.

Wieder entdeckt: habe ich die Farbe grün. Ich habe jahrelang kein Grün getragen, aber jetzt hole ich meine grünen Westen und Tshirts wieder raus! Ich habe auch begonnen, eine grüne Decke zu stricken.

Im Haus: stelle ich Kürbisse, Kerzen, und Schüsseln mit Bockerln auf. Und jede Menge Pflanzen. Ich bin zur Pflanzensammlerin konvertiert: Je ausgefallener die Pflanze, desto besser! Sukkulenten, Air plants, Kakteen und Grünlilien.

So.

Seit Wochen schleiche ich nun um den Computer herum, öffne immer wieder die Blogseite, schreibe einen Titel, schreibe ein paar Zeilen, überlege es mir doch wieder anders, lösche den Beitrag. Und dann liege ich nachts wach, weil es mir unter den Fingern brennt, rutsche im Gottesdienst ungeduldig hin und her, weil sich meine Gedanken und Ideen für einen Post überschlagen. Kaum sitze ich aber an meinem Schreibtisch, verwerfe ich die Idee wieder.

Ich habe Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion. So, there, I said it. Seit Anfang August muss ich nun regelmäβig zum Arzt, meine Blutwerte anschauen lassen, die einfach viel viel viel zu hoch sind, und meine Schilddrüse untersuchen lassen, die einfach viel viel viel zu groβ ist. Meistens geht es gut, manchmal habe ich Schübe, wo mein Hals ganz eng wird, ich heiser werde, ich keine Energie habe. Eine Möglichkeit, die jetzt angeschaut wird ist, Gluten wegzulassen. Yay, jetzt kann ich wieder an einem neuen hype teilnehmen, „I’ll get the cinnamon non fat soy latte with glutes on the side“ Die Gluten kann dann Daniel essen. Haha.  (Hat wer Erfahrung mit glutenfreier Ernährung?)

Gestern kamen unsere ersten Abendessgäste zu uns. Zu Essen gab es einen Braten mit Wurzelgemüse und zum Nachtisch Apfelkuchen. Weil, Herbst. Wir haben gelacht, gegessen, philosophiert, Babybauch gestreichelt, über Gott und die Welt geredet. Ich mag Gäste! Ich mag es, neue Leute kennenzulernen, zu bewirten, ihnen etwas Gutes tun! Und ich mag meine Freunde! (Und den Babybauch! Das Baby hat  sogar getreten!)

Letzte Woche haben wir auf einem Flohmarkt einen wunder-wunderschönen Esstisch mit passenden Sesseln gefunden Rot und retro und past perfekt in unser 60iger Jahre Haus. Endlich kein am Sofa/oder Fuβboden-essen mehr.

Eine Zeitlang hat mich das Lesen so gar nicht gefreut, dafür aber Hörbücher. Da habe ich meine Stadtbibliotheksmitgliedshaft aber ordentlich genutzt. Langsam erfreut mich das Lesen wieder mehr. Ich habe auch gelernt, ich muss nicht jedes einzelne Buch, das irgendwo erwähnt wird, lesen. Und es ist OK, wenn ich ein Buch nicht fertig lese, weil es einfach zu depressiv ist. Zur Zeit lese ich 2 Bücher, eines für meinen Buchclub (A Tree Grows in Brooklyn, Betty Smith) und eines für meine Seele: Chickensoup for the Woman’s Soul. Beim Autofahren höre ich zur Zeit wieder Norah Jones und daheim ebenso. Gemischt mit Regina Spektor. Auβerdem habe ich mir auch The Hiding Place (Corrie Ten Boom) und Beloved (Toni Morrison) ausgeborgt. Sonntag nachmittag schauen Daniel und ich gerade total gerne die Dick van Dyke Show.

Seit 2 Wochen treffe ich mich nun regelmäßig mit einer Gruppr von Frauen, um das Wort Gottes zu studieren. Wir lesen die Apostelgeschichte, und es macht so viel spaß, geschichtliche und kulturelle Fakten dazuzulernen!

Eine Zeitlang war ich was Kochen anbelangt sehr einfallslos. Spaghetti mit Tomatensauce, Henderl mit Reis, Gnocchi mit Tomatensauce, Henderl mit Sauce. Das soll sich jetzt aber ändern! Ich habe 2 neue Kochbücher auf dem Flohmarkt erstanden, mit lauter Südstaaten Soulfood Rezepten, die ich gerade am durchschmökern bin. Heute habe ich Weiβkohl gekauft, um Sauerkraut einzumachen.

Außerdem war ich gestern mit einer Freundin spazieren, wir haben Bockerln gesammelt und Grünzeug gerupft. In Vasen arrangiert, und fertig ist die Herbstdeko. Duftet nach Natur, war gratis und ist doch viel schöner anzuschauen, als dieser Plastikkram! Heute Morgen war ich im Bastelgeschäft und werde es wagen, einen Herbsttürkranz zu binden. Ui, ui! Ich jab so richtig Bock auf Herbst!

Apropos Herbst, eben hatte ich ein Vorstellungsgespräch! War mega nervös und kam overdressed an, mit schwarzer Hose und weißer Bluse und das bei 30 Grad! Aber, better overdressed than underdressed!

Heute abend schreib ich eine Matheprüfung, eigentlich sollte ich ja lernen… die letzte Prüfung war ein 1er, mein 1. Matheinser in…. 100 Jahren? Meine Mama, bless her heart, meinte dann gleich, ‚ja, aber jetzt darfst du auch lernen, dass eine 2 auch OK ist.‘ Ui. Na ich stell mich darauf ein.

So. Das wars.

Also, drückts mir die Daumem, für Prüfung, Job, und lasst mal hören, was ihr so von Gluten hält!

Ich hab’s überlebt.

Der erste Schultag ist überstanden und wie ihr seht, lebe ich noch.

Ich war so nervös, dass ich eine Stunde zu früh auf der Uni war, aber so konnte ich zumindest einige administrative Dinge erledigen- Studentenausweis abholen, Parkausweis holen, Bücher besorgen und mir weitere Horrorszenarien ausmalen. Wie zum Beispiel, dass ich im falschen Saal sitze. Oder meinen Kulli vergesse, und nicht mitschreiben kann. Oder, noch schlimmer, eine Antwort nicht weiß. Oder, ganz furchtbar, das falsche Buch gekauft habe.

Was ich auch getan habe (also das falsche Buch gekauft). Und ich lebe noch. Und eine Antwort wusste ich auch nicht, ich habe mich sogar einmal verrechnet. Und im Stau stand ich auch, als ich zu meine Abendkurs fuhr. Und so kam ich erste 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, als 15, wie erhofft.

Ihr könnt es euch schon denken, ich bin ein sehr ängstlicher, nervöser Mensch, mache mir dauernd Sorgen und male mir worst-case-Szenarien aus.

Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen.

Heute habe ich mich mit einem Studienberater einer anderen Universität getroffen, um über meine weiterführende Ausbildung zu reden. Welche Möglichkeiten gibt es? Was habe ich geschwitzt, als ich zum ersten mal auf die Website der Uni ging, und bisschen recheriert habe, dreimal habe ich die Email begonnen und wieder gelöscht. Und dann endlich abgeschickt. Ich auf einer so großen Uni? Das schaff ich nicht. Da verlauf ich mich. Dem Druck bin ich nicht gewachsen. Was, wenn…

Und es sind gleich 2 worst-case Szenarien eingetroffen: ich habe mich verfahren und war im falschen Gebäude und bin dann völlig verschwitzt zu spät zu dem Termin gekommen. Um genau zu sein, 2 Minuten zu spät. Was aber eh wurscht war, weil es der falsche Tag war. Und soll ich was sagen? Ich habe es überlebt, wir haben drüber gelacht und dann geplaudert, ich habe Fragen gestellt, viele Notizen gemacht und bin dann nach Hause gehüpft vor Freude. Ob ich mich bewerbe? Ich weiß es noch nicht, ich muss noch etwas mehr recherchieren. Aber es war zumindest ein Anfang und mir wurde bewusst, auch worst-case-szenarien sind überlebbar.

Diesen Sommer…

  • Werde ich viel lesen. The House of Mirth. Wuthering Heights. The Glass Castle. James Bond. H wie Habicht. The Great Gatsby (mal wieder).
  • Werde ich mich mit meinem Buchclub treffen und unsere Sommerlektüre besprechen. Und Kaffee trinken.
  • Und mit Freundinnen am Pool Margaritas trinken.
  • Werde ich viel Eis essen. Oder auch nicht.
  • Und viel Naturjoghurt mit frischen Beeren und Knuspermüsli.
  • Habe ich vor, möglichst oft auf den Bauernmarkt zu gehen.
  • Möchte ich mehr mit Natursachen experimientieren, Körperpeeling selber herstellen, zum Beispiel.
  • werde ich viiiiel Eiskaffee und selbstgemachte Limonade trinken. Immer nur her mit der Zitrone und dem Sprudelwasser!
  • werde ich auch jede Menge Hugo trinken. Ich liebe Minze und Hollunder.
  • werde ich viel schwimmen gehen. Das Schwimmbecken im Gebäude muss man ja ausnutzen.
  • Werde ich mich brav mit Sonnencreme einschmieren.
  • werde ich sooft es geht zum Morgenyoga gehen.
  • werde ich mich regelmäßig mit 3 Freundinnen zum Gebet treffen.
  • werde ich ganz viel Babyduft schnuppern. Zwei Freundinnen haben Babies bekommen!
  • werde ich ab und zu nach Richmond fahren.
  • werden wir wandern gehen und zelten.
  • lerne ich (hoffentlich) ENDLICH Grandpa kennen.
  • werden wir auf Urlaub fahren und neue Städte erkunden.
  • werden wir unsere Stadt mit dem Fahrrad erkunden.
  • wird es viel Erdbeermelonensalat geben.
  • und Grillabende mit Freunden.
  • Und jede Menge Kukuruz. Ich liebe Kukuruz.
  • werde ich mich auf das nächste Semester vorbereiten und Mathe lernen.
  • Möchte ich knallige Nagellacke tragen. ROT. ROSA. KORALLE.
  • Beginne ich (hoffentlich) meine neue Arbeit.
  • werde ich ins Museum gehen und mir die volle Dosis Kunst geben.
  • und mit der Hängematte im Park hängen und lesen.
  • wird es Bootsausflüge geben.
  • Gebe ich nicht auf, auch wenn mein Brot nicht gelingt. Ich werde weiterbacken!
  • werden wir oft ins Freiluftkino gehen und zu Freiluftkonzerten im Park (die hoffentlich gratis sind)
  • werden wir uns zum Volleyballspielen im Park treffen.
  • Werde ich viel Barfuß gehen. Oder maximal in Schlapfen. Hauptsache sockenlos!
  • werde ich mir NICHT die Haare färben oder abschneiden, auch wenn mich die Länge gerade furchtbar nervt. Bloggerdutt is the answer!
  • feiere ich Geburtstag. Und der Mann auch. (und unseren 1. [österreichischen] Hochzeitstag!! (Den „Richtigen“ hatten wir ja schon im Februar).
  • werde ich (ENDLICH) meine (externe) Festplatte organisieren und Fotos drucken und mein 2016 Fotoalbum kleben. Und unser Hochzeitsfotoalbum.
  • werde ich versuchen, wieder öfters Briefe zu schreiben.
  • werde ich genießen, faulenzen, schwitzen, die Hitze verfluchen, die Klimaanlage zu kalt aufdrehen, im Park sitzen, lachen, Fotos machen, LEBEN.

 

Jesus loves you guys!

Wir haben hier in der Stadt einen Mann, nennen wir ihn einfach mal John (seinen richtigen Namen kenne ich [noch] nicht, da ich [leider] noch nicht mit ihm geredet habe).

Was das besondere an John ist?

Er liebt Jesus. Und er verkündet es jeden.

Egal ob Sonnenschein oder Regen, bei Wind und Wetter, am Montag morgen genauso wie Freitags Nachmittag, geht (und manchmal radlt) John durch die Stadt und verkündigt die [meiner Meinung nach] drei schönsten und wichtigsten Sätze: Jesus died for you. He saves. He loves you guys.

Anfangs habe ich einen großen Bogen um ihm gemacht. Ich war peinlich berührt. Man steht ja nicht einfach rum und schreit herum (außer man heißt Lisa und erfährt von einer Verlobung oder Schwangerschaft oder jemand schreit „Hai!“ beim Schwimmen. Dann ist schreien OK).

Ich dachte mir, John ist wieder nur ein Verrückter. Und dann war mir dieser Gedanke peinlich. Das haben die Leute doch sicher auch über Noah, Johannes dem Täufer und JESUS und seinen Jüngern gedacht.

Immerhin fordert die Bibel uns auf, die frohe Nachricht zu verkünden, und wie heißt es so schön in dem Lied: „go, tell it on the mountain, over the hills and everyway. Go tell it on the Mountain that Jesus Christ is born“ (ok ist ein Weihnachtslied, aber die Grundidee ist, dass wir in alle Welt gehen sollen und das Evangelium verkünden sollen [Markus 16:15])

Und genau das tut John. Er ruft es hinaus, manchmal sprechen ihn Leute an, dann erzählt er ihnen von der Bibel, manchmal betet er mit ihnen und für sie.

Ich finde das toll. (Und bewundere seine Ausdauer. Ich wäre nach einer Stunde schon heiser).

Also.

JESUS SAVES. HE DIED FOR YOU AND HE LOVES YOU GUYS.