Apokalypse Now. [Snowdays in Virginia]

Seit Freitag steht die Welt still. Die Straßen sind leer, kaum Geschäfte sind geöffnet, Schulen sind gesperrt, die Supermärkte sind leergekauft.

Und es fallen dicke, weiche Schneeflocken. Und es schneit und schneit und schneit. Anfangs waren es wilde, nervöse Flöckchen, vom Wind hin- und hergepeitscht. Doch dann verwandelten sie sich in dicke Flocken, die sanft und leise zur Erde fallen. Und auf einmal wurde es ganz still. Die Stadt ist wie in Watte gepackt. Es fahren kaum Autos (wie auch, ohne Winterreifen?), man geht spazieren, sitzt im Café, trifft sich zum Brunch oder geht rodeln. Heute kam die Sonne raus und alles glitzert bei -5Grad.

Ich liebe Schnee. Zwar komme ich aus dem Parkplatz nicht raus und kann nicht arbeiten gehen und die Uni fällt aus, aber egal!

Hier ein paar Fotos von unserem Spaziergang heute Morgen. (Ende der Woche kriegen wir übrigens 20 Grad)

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Back In Time?

Für eine Hausübung für den Geschichtsunterricht mussten wir einen Miniaufsatz schreiben (also ½-1 Seite) zu folgender Frage: “If you could go back in time, anytime between the French Revolution and Cold War, where would you go, what item would you bring with you and why?”

Natürlich kamen dann gleich Heldenantworten: „Ich würde dort und dort hin gehen und das und das mitnehmen, um dieses und jenes zu verhindern, denjenigen zu retten,…“

Mein Hirn ging natürlich auf Hochtouren: Wo würde ich hinreisen? Was mitnehmen? Und warum?

Paris der 20iger Jahre, bequeme Schuhe… um die Nacht durch zu tanzen und dann im Cafehaus mit Hemingway und Fitzgerald zu philosophieren! Und vielleicht wäre ich die Inspiration zu „The Great Gatsby“ geworden? (Einer meiner absoluten Lieblingsbücher und -Filme…)

Wien, der 1940iger Jahre, Tanzschuhe… um  mit meiner Urgroßmutter das Tanzbein zu schwingen.

Wien, irgendwann zwischen 1860-1880, Geburtstagskuchen und ein Glaserl Sekt… um mit Franz und Sisi anzustoßen, immerhin haben der Kaiser und ich am selben Tag Geburtstag! Und ich würde gerne wissen und sehen, ob Sisi wirklich so tolle Haare hatte.

Chicago, New York, Seattle oder Hollywood, irgendwann zwischen 1940 und 1965, Tanzschuhe, ein Notzizbuch und meine Kaffeetasse… um mit den Stars von damals zu tanzen, zu plaudern und Kaffee zu trinken. Allen voran Ray Charles, Audrey Hepburn, Ingrid Bergman.

Oh es gebe so viel, was ich gerne erleben würde… geworden ist es dann aber April 1912, Titanic, Ferngläser… Angeblich gab es m Krähennest keine Ferngläser, wei der Officer, der Dienst hatte, in Southampton vom Schiff gegangen ist und niemand gesagt hat, wo die Ferngläser waren. Natürlich ist fraglich, ob Ferngläser geholfen hatten, dein Eisberg rechtzeitig zu sehen. Aber es wäre schon ein Erlebnis, ein paar Tage auf diesem wunderherrlichen Schiff zu verbringen.

Naja, träumen kann man ja…

Im Moment fühle ich mich sowieso wie im Traumland. Wir sind eingeschneit.. Am Freitag hat es zum Schneien begonnen und seitdem nicht mehr aufgehört. Erst kleine, hyperaktive Flocken. Dann dicke, flauschige Flocken. Und aufeinmal wurde es still. Die Welt ist in Watte gepackt. Zumindest hier am Land, in der Stadt geht es zu, alle Straßen sind gesperrt, die Schulen sind geschlossen, Stau, Unfälle, genervte Menschen. Aber hier, hier ist die Welt wie verzaubert. 

Nun sitzen wir vorm Kamin, in Decken gewickelt, schauen alte Schwarzweiß Filme, trinken heiße Schokolade und essen Kartoffelpürree. (Und ich mache ein klitzekleinesbisschen Hochzeitslanerei und Träumerei… Obwohl wir ausgemacht haben, das Wochenende bleibt Hochzeitsplanereifrei… Aber wie gesagt, träumen kann man ja…)

Am Freitag waren wir lange im Schneeparadies spazieren. Wir waren komplett durchgefroren, die Backen knallrot, die Nase ist davon gelaufen, an den Augenbrauen waren kleine Eiszapfen. Gestern hat es so stark geschneit und gestürmt, dass wir Angst hatten, die Stromleitungen würden zusammenbrechen. Zum Glück ist nichts passiert. Irgendwann hat mich dann der Lagerkoller gepackt und ich bin dick eingemummt hinaus ins Schneegestöbe und habe mich mutig vorangekämpft. Bis zu den Knien stand ich im Schnee, der eisige Wind hat mir die Flocken ins Gesicht gepeitscht, aber der Kopf wurde herrlich frei gepustet und anschließend war es umso schöner, ins warme Haus zu kommen, wo die Suppe schon am Herd dampfte und brodelte. 

Heute morgen kam endlich die Sonne hervor. (Dabei war sie nur 2 Tage weg…) und der Himmel war eisblau… umso schöner, bei so einem Wetter spazieren zu gehen. Bei Sonnenschein konnten wir erst die Auswirkungn des Schneesturmes sehen: die komplette Einfahrt ist zugeschneit, der Schnee liegt Knie hoch, die Straße total eingeschneit, die Fußstapfen von gestern waren gar nicht mehr zu sehen.

Jetzt sind wir komplett abgeschnitten von der Außenwelt (wenigstens funktioniert das Internet haha). Aber es macht ja nichts, wir genießen die Tarumlandschaft!

 

Ach, herrlich. Ich bin verliebt.

20160122_110126Zu Beginn, als noch kleine, hysterische Flocken gefallen sind…20160122_114534 20160122_115715

20 Minuten später stand ich schon knöcheltief im Schnee…20160122_115723Und konnte kaum mehr sehen, weil der Schnee so dicht gefallen ist

lisadaniel snowGestern hatte ich meinen 1. richtigen Snowday (mein Unterricht ist ausgefallen, weil alle Unis geschlossen wurden)… und konnte ihn genießen! Letztes Jahr war ich ja noch Alleinunterhalterin für die Kleinen, aber heuer konnte ich ausschlafen, im Schnee rumtoben, mich überzuckern und verwöhnen lassen… Ohne mir ein Bambusprogramm überlegen zu müssen. Obwohl, ehrlich gesagt, hätte ich nichts gegen einen Disneyfilmnachmittag mit meinen Schatzis.

IMG_2835IMG_0038Das soll die Straße sein…IMG_0831IMG_1036

Ist das nicht wunderherrlich? Ein gefrorenes, zugeschneites Spinnenetz!IMG_2592IMG_5265IMG_9928IMG954937snowIMG_9483Guten Morgen, du herrliches Sonntagsessen!