Ich hab’s überlebt.

Der erste Schultag ist überstanden und wie ihr seht, lebe ich noch.

Ich war so nervös, dass ich eine Stunde zu früh auf der Uni war, aber so konnte ich zumindest einige administrative Dinge erledigen- Studentenausweis abholen, Parkausweis holen, Bücher besorgen und mir weitere Horrorszenarien ausmalen. Wie zum Beispiel, dass ich im falschen Saal sitze. Oder meinen Kulli vergesse, und nicht mitschreiben kann. Oder, noch schlimmer, eine Antwort nicht weiß. Oder, ganz furchtbar, das falsche Buch gekauft habe.

Was ich auch getan habe (also das falsche Buch gekauft). Und ich lebe noch. Und eine Antwort wusste ich auch nicht, ich habe mich sogar einmal verrechnet. Und im Stau stand ich auch, als ich zu meine Abendkurs fuhr. Und so kam ich erste 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, als 15, wie erhofft.

Ihr könnt es euch schon denken, ich bin ein sehr ängstlicher, nervöser Mensch, mache mir dauernd Sorgen und male mir worst-case-Szenarien aus.

Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen.

Heute habe ich mich mit einem Studienberater einer anderen Universität getroffen, um über meine weiterführende Ausbildung zu reden. Welche Möglichkeiten gibt es? Was habe ich geschwitzt, als ich zum ersten mal auf die Website der Uni ging, und bisschen recheriert habe, dreimal habe ich die Email begonnen und wieder gelöscht. Und dann endlich abgeschickt. Ich auf einer so großen Uni? Das schaff ich nicht. Da verlauf ich mich. Dem Druck bin ich nicht gewachsen. Was, wenn…

Und es sind gleich 2 worst-case Szenarien eingetroffen: ich habe mich verfahren und war im falschen Gebäude und bin dann völlig verschwitzt zu spät zu dem Termin gekommen. Um genau zu sein, 2 Minuten zu spät. Was aber eh wurscht war, weil es der falsche Tag war. Und soll ich was sagen? Ich habe es überlebt, wir haben drüber gelacht und dann geplaudert, ich habe Fragen gestellt, viele Notizen gemacht und bin dann nach Hause gehüpft vor Freude. Ob ich mich bewerbe? Ich weiß es noch nicht, ich muss noch etwas mehr recherchieren. Aber es war zumindest ein Anfang und mir wurde bewusst, auch worst-case-szenarien sind überlebbar.

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Erster Schultag.

Am Mittwoch fängt die Uni wieder an. Ich freue mich sehr darauf, wieder zu studieren, neue Dinge zu lernen, mein Hirn herauszufordern und neue Menschen kennen zu lernen. Ohja, ich gehöre zu der Sorte Mensch, die gerne studiert, gerne lernt, gerne Hausübung macht, gerne research papers schreibt und gerne in der Bibliothek liest. Das war nicht immer so. Im Gegenteil, bis vor einigen Jahren wurde mir beim Gedanken daran, ein 4 Seiten Essay zu schreiben, schlecht. Hausübung wurde 5 Minuten vorm Unterricht schnell abgeschrieben.

So sehr ich mich auf das Herbstsemester freue, so sehr bammelt es mich auch. Ich fange an einer neuen Uni an. Was ziehe ich an? Was, wenn mich niemand mag? Was, wenn ich zu spät bin? Was, wenn ich mich nicht auskenne? Meine Stifte vergesse? Mein Buch? Was, wenn ich versage und den Stoff nicht verstehe? Den Test nicht bestehe? Eine 2 statt einer 1 bekomme? Wenn ich so nervös bin, dass ich zum schwitzen beginner? Was, wenn…

Dieses Gedankenwirrwarr kenne ich gut. Vor jedem Semesterbeginn geht es mir so. Mir wird schlecht, ich kann nicht schlafen, ich packe meinen Rucksack 786 mal um, kontrolliere hundert mal, ob sich mein Stundenplan geändert hat, bin viel zu früh in der Klasse, bin überfordert mit dem Semesterplan, kriege Schweiβausbrüche, wenn ich den Hausaufgaben-, Essay- und Prüfungsplan sehe. Das dauert die erste Woche an, und dann geht es wieder. Ich organisiere mich, schreibe einen Lehrplan und eine to-do Liste, sitze in der 1. Reihe und stelle viele Fragen. Mittlerweile habe ich nämlich gelernt, es ist OK etwas nicht zu verstehen und nachzufragen. Ich darf den Professor nach der Vorlesung ansprechen und Fragen stellen. Ich DARF eine 2 bekommen. Vorallem werde ich mich nicht fertig Machen, wenn ich „nur“ 95% auf einen Test bekomme.

 

(Erinnert mich in 4 Wochen noch einmal daran, wenn ich die Krise habe).

 

Das einzige Mittel, das bei Heimweh hilft.

Seit Oktober plagt mich das Heimweh. Das lag erstens daran, dass eigentlich geplant gewesen wäre, dass ich in den Herbstferien heimfliege. Dann war aber das Semester so intensiv und es wäre unmöglich gewesen, einen Tag zu versäumen.

Zweitens kamen meine Eltern über Weihnachten/Neujahr nicht zu Besuch, so wie sie es die Jahre davor getan hatten.

Und dann hat mich das Heimweh so richtig gepackt.

Klar geht es mir sehr gut in den USA und ich liebe es, dort zu leben, habe Familie, tolle Freunde, tolle Wohnung und bis vor kurzem eine tolle Kirchengemeinde. (Klar, wir sind gerade erst umgezogen in eine neue Stadt, 470 km von den Schwiegereltern und Freunden, müssen erst Anschluss finden, die Stadt kennen lernen und eine neue Kirche suchen, das erschwert alles noch einmal).

Allerdings merke ich immer wieder, wie sehr Österreich mir abgeht. Das Essen. Die Kultur. Die Traditionen. Meine Familie. Meine Freunde. Samstag Nachmittag auf einen Kaffee zur Mama, mal eben mit der Schwester spazieren, abends mit der Freundin ins Kino, mit dem Papa ins Museum und mit der Oma ins Ikea. Das fehlt mir schon sehr. Ich bin sehr verbunden mit meiner Familie, habe ein sehr enges Verhältnis mit meinen Schwestern (und Schwager!). Mir geht es ab, meinen Neffen zu sehen, mit der Mama am Sofa zu stricken, nach der Kirche ins Kaffeehaus zu gehen und den österreichischen Tatort anzuschauen. (Von den Lebensmitteln, die ich in den USA nicht bekomme, ganz zu schweigen).

Bis jetzt dachte ich, die beste Medizin bei Heimweh wäre Handy abdrehen, mich im Zimmer einsperren und die Mediathek auf orf.at, zdf.de und ard.de anzuschauen. Irrtum.

Die beste Medizin war für mich war heimfliegen. Und das tat ich auch. Relativ spontan haben meine Eltern und ich  beschlossen, dass ich heimfliege. Daniel war einverstanden, auch wenn er am liebsten mitgeflogen wäre, und mit der Uni hat es auch geklappt.

2 Wochen Pflegeurlaub im Hotel Mama und Papa. Selbstgebackenes Brot, Knödeln und Sauerkraut, ausgedehnte Spaziergänge, Theaterbesuch mit dem Papa (Papa Töchter Dates sind so wichtig!! Immer noch liebe ich die und bin ganz Papadeppert:-) Also, Papas: geht mit euren Töchtern auf dates! Wir lieben es von euch verwöhnt zu werden!), Frühstücken gehen, mit dem Neffen spielen und ganz viel Kuscheln, bei der Oma am Sofa liegen und Geschichten hören, sämtliche Kinderkassetten anhören und alte Lieblingsfilme anschauen. Alte Kisten randvoll mit Erinnerungen durch schauen und Briefe finden von 2006, als ich in Argentinien war.

Es war eine sehr schöne Zeit (und sehr frisch! Minusgrade bin ich gar nicht mehr gewöhnt!).

Und nach zwei Wochen konnte ich sagen: Heart’s full. Belly’s full. Suitcase’s full of soul saviours (1 kg Backerbsen!). Jetzt ist meine Seele wieder aufgepäppelt und mein Kopf ist voller Energie und Elan. Gleich mal Tulpenzwiebel kaufen und Brot backen.

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20170222_081728Und weil ich Valentinstag verpasst habe und an unserem 1. Hochzeitstag heimgekommen bin, gabs eben Valentinstags-, Hochzeitstag- und welcome home Blumen auf einmal!

Es ist vollbracht.

Soeben habe ich meine letzte Prüfung geschrieben. Uff.  Jetzt heißt es nur auf die Benotungen warten und zittern, ob sich die bessere Note noch ausgeht… das wird wohl knapp, aber ich habe mich damit abgefunden- ich habe mein Bestes gegeben, mehr konnte ich nicht mehr tun. Außer wenn ich auf meine Gesundheit verzichtet hätte. Jetzt muss ich nur noch einmal auf die Uni zu einer Nachbesprechung mit meinem ASL Professor und dann kann ich endlich, endlich aufatmen. Und Wohnung putzen. Wäsche waschen. Zur Post gehen. Einkaufen. Weihnachtsgeschenke besorgen! Wand anstarren.  Suppenwürze machen. Mandalas ausmalen.

AUSSCHLAFEN.

Oh, das süße Ferienleben.

Eigentlich wollte ich hier ein Video posten, von meiner ASL Abschlussarbeit. Wir musste nämlich eine Geschichte von Englisch in ASL übersetzen, aber irgendwie klappt das nicht und ich muss jetzt mal chillen, statt mich mit Technik abplagen:-)

Also, ich erhebe mein Teetasse und stoße an auf Freiheit und das überstandene Semester. Mögen die Professoren lieb sein und mir einen 1er geben. Cheers.

imageist zwar erst Mittwoch… aber… wuuurscht.

 

 

Ps. little fun fact: heute sind der Mann und ich 2 Jahre zusammen. cheers to that.

Hello. It’s Me. [Again]

Can you hear me?

 

Und aufeinmal waren zwei Monate um.

Ohne viel Geschwafel bin ich mal eben verschwunden und so langsam aber sicher wage ich mich aus meinem Versteck heraus. Anfangs habe ich noch ab und an beim Blog reingeschaut, aber irgendwann war auch das zu viel.

Der Grund für diese (länger als geplante) Pause war Überforderung. Und zwar totale, komplette Überforderung. Dieses Semester war sehr, sehr anstrengend und nervenraubend. Ich möchte da auch nicht näher eingehem, es sei nur gesagt: ich will nie wieder hören, Studenten haben nichts zu tun. Ich bin teilweise von 6 Uhr Morgens bis 11 Uhr Nachts am Schreibtisch gesessen, ohne Pause, und dass von Montags bis Sonntags. (Und dann arbeite ich ja auch noch!) Insgesamt 40 Seiten literaturanalytische Seiten geschrieben, von über 500 Seiten Früh Amerikanischer Literatur, dazu noch jede Menge Biologie und Amerikanische Geschichte. Ich kann stolz sagen, dass ich meine bisher längsten Arbeiten geschrieben habe- 15 Seiten über die Frauenrechtsbewegung in Amerika und 12 Seiten über Sklaverei und wie die Effekte in Literatur präsentiert werden. Und Civil War Experte bin ich jetzt auch. Fast. Zumindest muss ich nicht mehr blöd fragen, uhm so when did y’all have the war? (Dass Englisch nicht meine Muttersprache ist und das Studium daher manchmal etwas schwieriger für mich ist, darf man ja auch nicht vergessen…). Zwischendurch dachte ich, ich hab nen Herzinfarkt und es kam auch öfters vor, dass ich heulend am Bett lag, weil ich dachte vor Brust- und Herzschmerzen nicht mehr atmen zu können. (Und dann habe ich meine Mama ganz schlimm vermisst, weil sie mir bitte sagen soll, dass sie mit der Lehrerin sprechen wird!)

Gerne würde ich jetzt schreiben, dass ich jedes Wochenende wandern war, brunchen mit Freunden, die Wohnung schön weihnachtlich dekoriert ist und ich fröhlich Kekse backe.

Nichts. Die Wäsche steht ungebügelt (!) seit 2 Wochen (!) rum, statt Weihnachtsgeschenke werd ich wohl eine SMS schicken, und auch sonst ist alles stehen und liegen geblieben. Und soll ich noch was verraten? Ich hab noch nicht mal die Hochzeitsfotos komplett durch gesehen!

Wie gesagt. Totale Überforderung.

Dafür steht der Baum und ich hab einen improvisierten Adventkranz.

Oh und im Fitnessstudio habe ich mich endlich, endlich angemeldet. Da geht es jetzt 2-3 mal die Woche, zwischen Vorlesungen hin, schön aufs Laufband und Yoga. Mein Knie und mein Rücken machen mir zur Zeit das Leben schwer. Im Spital war ich schon, weil der Verdacht eines Blutgerinsels am Knie gab und ich solche Schmerzen hatte, dass ich nicht mal weinen konnte. Aber jetzt ist alles (meistens) gut, nur ab und zu schmerzt es, aber dann so richtig.

Die Woche stehen noch alle Prüfungen an und ich bin mega nervös,… aber es wird schon schief gehen. (Hoffentlich nicht).

Fotografierfaul war ich wie immer, aber ein paar Schnappschüsse gibt es doch.

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Ich hab mir nämlich, weil mir ja ach so fad ist, Braille beigebracht. Das hier heißt All the light we cannot see (wir haben im Buchclub das Buch gelesen)

Ich hab mir nämlich, weil mir ja ach so fad ist, Braille beigebracht. Das hier heißt All the light we cannot see (wir haben im Buchclub das Buch gelesen)

Ps. ich hab euch vermisst. good to be back, y’all.

Und ganz viele Ideen für neue Beiträge habe ich aucha Aber jetzt müssen noch zwei Tage voi gas gelernt werden und dann erst mal gechillt. Ich muss nämlich alle 10 Staffeln Friends schauen. Netflix, Freund und Feind zu gleich!

 

Wenn der Tag sch. ist.

Heute habe ich zum ersten Mal seit 8 Jahren wegen einer Note geheult. Ok, stimmt nicht ganz. Ich heule schon seit Semesterbeginn, also seit über einem Monat.

Und weil in der social media world gerne alles perfekt geredet wird, kommt heute mal die ungeschminkte Wahrheit: mein Studium kotzt mich an. Ich heule regelmäßig, weil mich der Lehrplan und Lernstoff, der Druck und die hohen  (teilweise unfairen) Erwartungen und die Inkompetenz meiner Lehrer an den Rande des Wahnsinns und zum Verzweifeln bringen. Heute hätte ich im Unterricht beinahe eine Panikattacke gehabt, keine Luft mehr bekommen und plötzlich extreme Herzstechen bekommen. Das bekomme ich immer, wenn ich unter Stress stehe und der Druck so groß wird, dass ich nicht mehr weiter weiß.

Mittlerweile stehe ich morgens früher auf, um mit dem Lernen hinterherzukommen und um meine assignments rechtzeitig fertig zu bekommen.

Hinzukommt, dass ich ein Mensch bin, der es gerne anderen Recht macht und ja nichts sagt, was den anderen in Verlegenheit bringen könnte. Oder gar, dass der andere mich nicht mag! Und so kommt es, dass ich unfaire und unberechtigte schlechte Bewertungen einfach wegstecke, anstatt etwas zu sagen. Und das, obwohl ein schlechter Notendurchschnitt mein Stipendium gefährden würde (ich muss einen Notendurchschnitt von maximal 1.5 beibehalten.) Aber, der/die Professorin könnte sich ja persönlich verletzt fühlen. Also lieber nichts sagen und lieber abends heulen.

Heute ist mir der Kragen geplatzt und als ich vor lauter Panik so Herzstechen bekommen habe, dass ich nicht mehr atmen konnte, habe ich den Laptop zugeklappt und mich aufs Sofa gehaut und Reis gegessen. Und meine Emailfunktion ausgeschaltet. Auf die depperten Ausreden der Uniangestellten habe ich keinen Bock mehr!

Ende. Und jetzt verkleide ich mich, denn der Mann und ich gehen auf eine Kostümparty.

Verantwortung übernehmen.

Ich bin ein Schisshaserl. Und ich bin unsicher und ich mag es gar nicht, mich für etwas verpflichtend zu melden. Ich mag es, eine Ausweichmöglichkeit zu haben. Abgesehen davon, fürchte ich mich vor Überforderung und davor, zu versagen.

Super Voraussetzungen für das kommende Semester. Ich muss einen Naturwissenschaftlichen Kurs belegen und das geht ja schon mal gar nicht. Und dann noch auf Englisch. YEA RIGHT. Und weil ich ein Stipendium bekommen habe und ein Genie bin, muss ich einen speziellen English Literature Kurs belegen. Jede Woche Aufsätze und Analysen schreiben. Ach, und hatte ich erwähnt, dass der Bio Kurs online ist? Jetzt darf ich also daheim auf meinem ‚home lab kit‘ rum werkeln und Berichte schreiben und Hypothesen aufschreiben: „warum leben bei 10 ppm 8 Fische im Wasser und bei 16 ppm nur 6?“… uhm keine Ahnung, weil es ihnen nicht daugt?

Also Disziplin ist jetzt erst recht gefordert. Morgens um 6:30 aufstehen, laufen, frühstücken, duschen, anziehen, online Kurs machen, lernen, Uni fahren, heim. Erst mal nichts mit Gilmore Girls Marathon. Uff. Aber machbar. Hoffentlich.

Aja, einen Buchclub haben wir gegründet, den ich leite. Und eine Jungschargruppe habe ich übernommen.

Gestern hatte ich erst mal eine Krise, aber das hab ich jedes Mal bevor die Uni anfängt, das legt sich aber normalerweise wieder.

Herausfordernd wird es und anstrengend. Aber andrerseits wär mir ja langweilig.

Also, auf in ein neues Semester und wir nähern uns dem Ende in großen Schritten.

Ich bin schockiert.

Eugentlich bin ich ja ganz zufrieden mit meinem Körper, meiner Figur, meinem Aussehen. Ich bin circa 178 groß, hab mittellange Haare, grüne Augen. Klar, das ein oder andere Kilo könnte schon noch weg, besonders am Bauch und Oberschenkel, auch die Oberarme könnten bissl besser trainiert sein. Jahrelang habe ich mit unreiner Haut gekämpft, aber jetzt habe ich recht schöne Haut, abgesehen von Stresspickelchen und ab und an einen fiesen Hitzeausschlag. Aber, zufrieden bin ich schon (außer meine Rießenlatscher die es mir beinahe unmöglich machen passende Brautschuhe zu finden, die alle nur bis Größe 38 zu haben sind…).

Eigentlich.

Denn heute war ich kurz in der shoppingmall, etwas umtauschen und neue Gläser zu kaufen, da mir eines runtergefallen ist. Und da ich schon mal dort war, bin ich schnell in ein Geschäft, Bikini schauen gehen.

Und da kam dieses kleine „Eigentlich…“ ins Spiel.

Überall  Plakate mit super großen, super schlanken, super gebräunten Mädchen, die im Bikini posen und lachen und die weißen Zähne blitzen. Und dann habe ich mein Spiegelbild im Fenster gesehn: ja, ein bisschen ein Bauchi hat sich angesetzt, danke Eiscreme, Brot und Popcorn. Und ja, die Oberarme… und meine Haare… Verschwitzt, weil es 30 Grad hat und wegen Pollen kann ich gerade keine Komtaktlinsen tragen und eigentlich…

Gestern waren wir im Kino und ich war noch mehr geschockt… jede Reklame hatte dürre Supermodels in knappen Bikinis, in jeder Filmvorschau gabs eine Schießerei und eine Schlägerei, jedes zweite Wort war das F-Wort. Und gegen Fluchen bin ich ja sowieso allergisch. Der Film, den wir uns angesehen haben, war ganz OK, aber auch hier: bumm bumm bäng bäng schießen schießen tot schlagen kabumm, Mädchen in super engen Klamotten, die Männer durchtrainiert, jedes zweite Wort war das F-Wort, jedes dritte war das Sh-Wort. Und das Publikum hat sich schlappgelacht, als Typ 1 Typ 2 zusammengeschlagen hat, das Auto explodiert ist und die Frau sich übergeben hat. Ich als einzige saß da, und dachte mir: bin ich so prüde, oder was ist mit unserer Gesellschaft geschehen?

Täglich sterben hunderte Menschen in Kriegsgebieten, und hier sitzen wir im Kino und lachen uns kaputt weil die Schauspieler eine Schießerei auf ner Party anfangen und drei Menschen sterben.

Es tut mir leid, aber ich finde so etwas nicht lustig.

Als ich 13,14 war, hat sich ein Mädchen aus der Nachbarschule umgebracht, vor einigen Jahren ist ein Mann vor meinen Augen vor den Zug gesprungen, neulich habe ich mit einer Krankenschwester gesprochen, die den Krebspatienten die Chemotherapie verabreicht… und da soll ich lachen, wenn im Film ein Mädchen einen Typen zusammen schlägt und ein Auto ihn überfährt?

Sorry. Ich kann das nicht.

Und die Botschaft, die uns die Werbeindustrie vermittelt?

Klar, dem Modelschönheitsideal entspreche ich definitiv nicht, dazu wiege ich zu viel, in size zero Bikinis von Victoria Secret werde ich wohl nie passen.

Aber. Ich bin zufrieden. Ich fühle mich (meistens) wohl. Ich genieße essen und Sport.

Und. Ich entspreche Gottes Schönheitsideal. Denn in seinen Augen bin ich super und wunderschön. Er achtet außerdem nicht nur auf das Äußere, sondern auch auf das Innere.

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So schaue ich aus. Die Haare erholen sich noch von einem Färbeunfall. Und das ist meine Mama. Meine wunderschöne Mama.

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Das bin auch ich. verschwitzt vom Laufen, kein Makeup, meine rießen Nase. Und glücklich weil ich lebe.

 

Wo soll das denn hinführen?

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Während ich an meinen Abschlussarbeiten arbeite und gleichzeitig versuche wieder halbwegs gesund zu werden, hier eine Begebenheit, die sich gestern im Unterricht abgespielt hat, und die mich aufhorchen hat lassen.

Mein Professor kam in die Klasse und meinte: „Ich habe soeben eine Tasche mit Büchern gefunden, die einfach rumstand. Ich hab die Campuspolizei gerufen, die dann gekommen ist und sichergestellt hat, dass sich darin wirklich Bücher befinden und keine Bombe. Wenn ihr eine Tasche findet, macht das selbe. Früher konnte man davon ausgehen, dass wirklich Bücher in der Tasche sind. In der heutigen Zeit ruft lieber die Polizei, man kann nie wissen. Traurig, ist aber so“

Erst hab ich gelacht, dann aber dachte ich mir, hmm… er hat recht. Wir sind hier in einer Zeit angekommen, wo es wirklich nicht ganz so unüblich ist, dass sich in einer scheinbar harmlosen Buchertasche eine Bombe versteckt. Erst vor zwei Wochen gab es eine  Schießerei, da ist auch niemand davon ausgegangen, dass der Täter eine Waffe hat.

Klar, ich kann mich frei auf der Straße bewegen, brauch keine Angst haben, dass ich erschossen werde, aber man merkt schon eine gewisse Vorsicht, die Menschen sind hier viel voreingenommener. Das merkt man schon bei Polizeikontrollen und der Bereitschaft vieler Menschen, Waffen zu tragen und diese auch zu benutzen.

Wobei ich mich frage- wo führt das hin? Wenn ich schon davon ausgehe, der andere ist bewaffnet und gefährlich, wird der andere nicht dann auch genauso reagieren?

Was ist nur aus der Welt geworden, wo jeder gleich als Schwerverbrecher eingestuft wird, der eine Büchertasche im Hof liegen lasst.

 

In der Tasche befanden sich wirklich nur Bücher. Eine Schülerin hat sie schlicht und einfach vergessen.

 

Uffda.

Jetzt sind schon wieder zwei Wochen vergangen, seit meinem letzten hingefetzten Beitrag.

Hier ist aber auch viel los zur Zeit!

Zwischenprüfungen, wöchentliche Onlinequizze und Essays, sowie Gruppenarbeiten und deadlines. Dieses Semester bin ich auf jedenfall mehr ausgelastet, als letztes Semester. Es macht viel Spaß, kann aber auch etwas ‚overwhelming‘ sein.

Hochzeitsvorbereitungen. Kein Kommentar. Zumindest steht der Termin, wer braucht Einladungen, Musik, Fotograf, Deko?

Visumsprozess. Habe ich nicht erst letztes Jahr begonnen, mich um ein Visum zu bewerben? Naja, geht der Spaß halt schon wieder los. Mit dem Unterschied, dass es letztes Jahr 2 Wochen gedauert hat und jetzt bis zu 9 Monate dauern kann. Und so viele Papiere! Wir haben beschlossen, mit einer Anwältin zu arbeiten, die uns hilft. Bei den vielen Formularen kann man schon leicht den Überblick verlieren und ich möchte nicht unabsichtlich eine Frage falsch beantworten und somit den Pozess verzögern.

Umzug. Geplant war, dass ich letztes Wochenende umziehe, hat sich aber verzögert und so lebe ich zur Zeit aus Koffern, Kisten und Kartons. Am Samstag aber dann!

10k. Wir hatten die Wahnsinnsschnapsidee, uns für einen 10km Charitylauf zu registrieren. Jetzt trainiere ich täglich dafür, und habe gestern zum ersten mal die 6km Grenze geknackt. Ob ich die ganzen 10 km laufen werde, oder Hälfte walken, Hälfte laufen werde, weiß ich noch nicht, im Moment tendiere ich eher zu Hälfte-Hälfte.

Fastenzeit. Hmm. Naja. Ich bin da wirklich sehr undiszipliniert. Asche auf mein Haupt.

Jetzt geht es weiter zum Lernen…