April Showers bring May Flowers.

Vor 2 Wochen hatte ich meine letzte Präsentation des Semesters, „Interpreting in Legal Settings“. Danach war ich so erledigt, dass ich gleich 4 Stunden geschlafen habe und sogar meinen Arzttermin verpennt habe.

Vor drei Wochen hatte ich auch mein American Sign Language Proficiency Interview, eine Vorraussetzung um ins Interpreter Programm zugelassen zu werden. Ich war dermaßen nervös, meine Hände waren ganz nass vom Angstschweiß und in der Aufregung habe ich mich oft ‚vergebärdet‘ (versprochen ist ja wohl das falsche Wort). Ich war ja ganz sicher, dass ich die Prüfung nicht geschafft hatte und als ich dann endlich die Email mit der Bewertung bekam, fiel ich fast um als ich das kleine Wörtchen „bestanden“ sah. Da war ein Freudentanz angesagt. Zur Feier des Tages führte mich Daniel am Freitag aus und lud mich auf einen Bananensplit ein. Im Soda Shop fingen wir fast einen Streit an: ich verstehe unter Bananensplit Vanilleeis, Banane, Schlagobers, Schokosauce, Mandeln. Er versteht unter Bananensplit Vanille-, Schoko- und Erdbeereis, Banane, Schlagobers, Schoko- und Erdbeersauce und ne Kirsche on top. Tja, so verschieden sind wir dann doch.

Im Juli fahre ich für eine Woche auf ein Sommercamp wo ich dolmetschen werde, ASL-English und Deutsch-Englisch. Ich freue mich schon total, obwohl es eine mega herausforderung sein wird. Gestern ging ich erst mal einfärbige, dunkle Tshirts kaufen (zu viel gemuster is ganz schlecht beim dolmetschen). Ich fahre mit Joni And Friends, wer möchte, kann dazu hier mehr lesen.

Nachdem ich etwas lesefaul war, packt mich wieder die Lust zu lesen. Für den Buchclub war jetzt The Guernsey Literature and Potato Peel Pie Society dran, und als Hörbuch habe ich Eleanor Oliphant is Completely Fine gehört. Beides sehr empfehlenswert.

Im Garten geht es auch weiter. Eher, es schleppt sich weiter. Ich habe echt unterschätzt, wieviel Arbeit so ein Garten ist und dachte, dass ich im Sommer schon meinen Bauerngarten English Cottage Garden habe, mit Rosenhecken, Lavendel, Margariten, Sonnenblumen, Kräutern, einer Hollywoodschaukel und saftig grünem Gras. Tja. So ist es aber nicht. Der Boden ist so lehmig und hart und wir haben so viel Unkraut. Hinzu kommt die Hitze. Und es ist mega frustrierend. Und dauert ewig. Allerdings sehe ich die Fortschritte. Letzte Woche haben wir zum Beispiel Rosen gepflanzt. Erdbeeren haben wir auch, allerdings haben diese depperten Eichkatzerln alle gefressen.

Seit einem Monat sehe ich regelmäßig einen Chiropraktiker, meine Kieferschmerzen waren nicht mehr auszuhalten. Also werd ich jetzt regelmäßig ‚durchgekracht‘ und meine Hüfte verrückt und mein Kiefer verschoben. Und nachts trage ich so eine super Schiene, die verhindert, dass ich knirsche. Und mein Sabbern fördert. Jeden Morgen wache ich auf glaube, mir sind über Nacht Hasenzähne gewachsen.:-)

So, das war ein Schwank aus meinem Leben. Fotos gibts mal wieder nicht, weil ich immer zu faul bin. Stellts euch einfach vor wie ich im Garten umgrabe, und danm wie von der Tarantel gestochen wegrenne, weil ich in ein Feuerameisennest gestiegen bin.

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Living The Dream! [Living The Dream]

The American Dream…

Was steckt eigentlich dahinter? Unbeschränkte Möglichkeiten. Das Land der Träume und Selbstverwirklichung.

Oder eher das Land der beschränkten Unmöglichkeiten.

Die Realität sieht oft anders aus. Hohe Schulden,  Arbeitslosigkeit, Armut, Rassismus, Amokläufe, Umweltverschmutzung, Rassismus, Studiengebühren die hoch sind, dass einem schlecht wird. Fast Food und vergiftete Lebensmittel.

Gleiche Chancen für alle? Eher nicht so.

Unbeschränkte Möglichkeiten? Ja, für die priveligierten. Für den Rest? Eher nicht so.

Aber, es gibt ihn doch, den american dream und die Möglichkeiten.

Southern Hospitality, bless your heart, auf der Veranda mit Freunden Limonade trinken, Kinderfreundlichkeit.

Meine Gedanken heute morgen. Ja, the American Dream klingt verlockend, aber die Realität schaut anders aus.

Und trotzdem gefällts mir hier.

Bless your heart.

Vom Unkraut jäten.

Seit wir umgezogen sind, ist mir der Garten ein Dorn im Auge. Unkraut, Unkraut, Unkraut. Kahle Flecken, verwachsene Bäume, Gestrüpp, und und und.

Und ich war/bin überfordert. Zum einem träume ich von einem wunderschönen Garten, mit vielen, vielen Blumen, Gemüse, Obstbäumen, Sträuchern, einer Leseecke, Hängematte, Hollywoodschaukel, Vogeltränke- eine Ruheoase.

Anderseits habe ich null Ahnung wie was wann wo. Zum einen, weil ich keine Ahnung habe was hier in dieser Klimazone wächst. Oder wie die Sonne im Garten fällt. Oder überhaupt.

Gut, die Sonne habe ich jetzt beobachtet und ich lese viele North Carolina Garden Artikel. Als die Mama da war, ist sie mit mir durch den Garten gegangen und hat mir ein paar Anregungen gegeben. Und, oh, bin ich jetzt motiviert. Am Liebsten würde ich sofort los legen, Unkraut ausreißen, Blumen pflanzen, Sträucher kaufen, Rasen mähen… aber Halt. Es braucht Geduld. Und Zeit. Und Geduld. Und Zeit.

Also fange ich erst einmal am, Unkraut zu jäten. Dann fahre ich ins Gartengeschäft und lasse mich beraten, welche Bäume und Sträucher hier gut wachsen. Dann kommt vielleicht das Hochbeet dran. Danach werde ich ein paar Blumen pflanzen. Und Rasenmähen. Und Grassamen streuen. Und die frische Luft genießen. Und Töpfe kaufen und Blumenkisten fürs Fenster.

In mir kribbelt es richtig. Ich bin im vollen Tatendrang.

Aber erst muss ich Prüfung schreiben. Und bügeln.

Faulheit. Du unnützes Ding. [Dienstags bei Lisa]

Da wären wir also.

2018 ist nun schon sechs Wochen alt, fühlt sich schon etwas vertrauter an, aber immer noch frisch und ungewohnt. Die Hälfte der Neujahrssätze sind bei den meisten wahrscheinlich schon gebrochen,

ich habe mir erst gar keine gemacht.

Jahresziele, ja, Jahresvorsätze, nein.
Zum Beispiel möchte ich dieses Jahr UNBEDINGT nach Prag. Und mehr Grün tragen, wandern gehen, Leute zum Essen einladen und in das Greifvogelzentrum gehen. (Habe ich mal erwähnt, dass ich Greifvögel total liebe? Seit ich „H is for Hawk“ gelesen habe, ist es um mich geschehen).

Nun ist es aber so, dass ich leider etwas faul geworden bin. (Starbucks drive through, warum!!!)

Also nicht, ich lieg den ganzen Tag auf der Couch und schau fern und esse Pizza, faul, aber etwas  bequemer. (Wobei, letztens war ich krank, und da lag ich echt den ganzen Tag nur rum und habe Grey’s Anatomy geschaut.)

Neulich war meine Mama zu Besuch (der Papa und die Schwester waren auch da), und am letzten Tag hat sich die Mama unseren Garten angeschaut, bzw. unser „wenn ich mal Zeit hab, plane ich“ Projekt. Sie hat mir ein paar Ideen gegeben, die ich fleißig aufgeschrieben habe, wir haben ein bisschen rumskizziert und so langsam entstand eine Ahnung in meinem Kopf. Bisher hatte ich nämlich etwas Angst vor dem Garten und der rießen Arbeit, die damit verbunden ist. Gut, etwas Bammel hab ich immer noch, aber zumindest habe ich ein bisschen eine Idee. Und nun bin ich ganz kribbelig und aufgeregt und motiviert. Oh, wird das schön (und anstrengend, und kräfteraubend).

Ich versuche jetzt immer öfters auf dem Bauernmarkt mein Obst und Gemüse zu kaufen. Erstens ist es dort billiger, zweitens unterstütze ich somit die Bauern in der Umgebung und drittens macht es so viel Spaß! Ich kaufe dann auch moistens einen Strauß frischer Blumen. So Blumen machen so viel Freude! Besonders wenn es draußen so grau ist.

Was schwafel ich eigentlich da so vor mich hin? (In echt schreibe ich hier nur, um meine Hausübung aufzuschieben. Aber hilft ja nichts.)

Also. Macht’s es gut, Ihr Lieben.

 

 

Foto credit: Anna. Papa. Lisa.

Alle Jahre wieder…

… kommt der Weihnachtsstress.

Dabei habe ich mir doch SO SO fest vorgenommen, mich nicht stressen zu lassen. Anfangs ging es ja gut, ich hatte alle Weihnachtsgeschenke besorgt und verpackt bevor 1. Dezember, die Weihnachtspost war ausgesendet, das Weihnachtsmenü war zusammen gestellt und der Sekt gekühlt. Sogar Serviettenringmascherlgschistischasti habe ich vorbereitet.

2 Tage vor Weihnachten habe ich dann die Krise bekommen. Die Fenster sind nicht geputzt! Wir haben ein Geschenk vergessen, drei verschiedene Torten zu backen ist doch zu viel. Zur Reinigung muss ich noch, und gebügelt gehört auch noch.

Meine Mama hat mich dann daran erinnert, dass in der Bibel nirgendswo ein Weihnachtsputz vorkommt. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Maria hatte sowieso Besseres zu tun als  Stall zu putzen und Vorhänge zu waschen.

Immer wieder erwische ich mich dabei, dass ich so beschäftigt bin, alles perfekt haben zu müssen, dass ich den wahren Grund für Weihnachten vergesse. Es geht nicht darum, dass ich ein 5 Gänge Menü serviere, den perfekt geschmückten Baum habe und fancy schmancy Brunch Gerichte auftische. Es geht darum, die Geburt unseres Heilands zu feiern.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst.

Die Bibel. Jesaja 9:6 (Martin Luther Übersetzung)

Nicht Perfekt. Aber dennoch gut.

Dass ich [etwas] perfektionistisch veranlagt bin, habe ich hin und wieder schon mal erwähnt. Meinen Kontrollzwang habe ich sicher auch mal erwähnt.

Vor einigen Wochen hatte ich rießen Drama, weil ich mich wohl oder übel damit abfinden muss, eine Zwei im Zeugnis zu haben. Uff, mein perfekter Notendurschnitt. Ich kämpfe immer noch damit. (Hey, im Gymnasium war eine 4- meine beste Note, und jetzt heule ich wegen einer Zwei!!!)

Über Thanksgiving waren wir in Richmond, und meine to-do Liste war meilenlang. Putzen, Wäsche waschen, Lernen, vorbereiten, ein Projekt beenden (muss zwar erst in einer Woche fertig sein, aber bissl extra Stress kann ja nie schaden, oder?), Kleidung aus der Putzerei holen, Weihnachtspost aussenden, Weihnachtsdeko aufstellen, Adventkalender fertig machen, Sauerkraut in Gläser umfüllen.

Und dann wurde ich krank. Und lag niesend, schnupfend, fröstelnd im Bett. Aber Wäsche habe ich trotzdem gewaschen. Und musste mich zwischendurch hinlegen, weil die 5 Treppen vom Waschraum ins Schlafzimmer zu anstrengend waren. Und was habe ich geheult. Weil, weißt eh, jetzt fahren wir weg, und ich habe das Haus nicht geputzt. Und die Weihnachtsdeko hängt nicht. Und jetzt geht die Welt unter, weil die Weihnachtspost drei Tage später ausgesendet wird (man beachte, letztes Jahr habe ich die Weihnachtspost ca 2 Wochen nach Weihnachten ausgesendet).

Und es ist OK. Dann dekoriere ich eben erst nächstes Wochenende. Dann reiche ich meine Abschlussarbeit halt mal genau am Abgebetag ab und nicht 3 Tage vorher. Mein Haus muss nicht immer blitz blank geputzt sein.

Sobald ich mich mal wieder zu sehr unter Druck setze (was so ziemlich jeden Tag geschieht), geht mein Körper in Streik. Halsweh, Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit. Dann muss ich runter schrauben und lernen, 80% ist auch OK.

Es ist OK, eine Mittagspause einzulegen, mal ein Buch zu lesen. Ich muss lernen, auf meinen Körper zu hören.

Also nehme ich mir vor, täglich 20 Minuten an der frischen Luft zu sein. 3 Mal in der Woche laufen zu gehen. (oder eine andre Art von Sport. Yoga, zum Beispiel). Mittagspause einlegen. Lernen, nein zu sagen. (Ich muss nicht immer überall aushelfen)

Mal sehen wie es klappt. Diese Weihnachtszeit möchte ich stress frei erleben. Kein Lastminutepanikweihnachtsgeschenkshoppen. Kein von-Weihnachtsparty-zu-Weihnachtsparty-hüpfen. Ich nehm mir den Samstag vor und den Dienstag nach Weihnachten frei. Statt klimbim gibts Ruhe und Zeit gemeinsam. Tee trinken gehen mit einer Freundin statt gestresstes shopping center. Kerzen anzünden statt lautem Fernsehen. 2, 3 bewährte Keksrezepte statt Pinterest. Ruhe und Fokus auf den wahren Grund, warum wir feiern statt Konsumgeilheit.

Und aktzeptieren, dass nicht alles perfekt sein muss.

Aber das Wetter is momentan ziemlich perfekt.

 

Heute is ein guter Tag.

Ich sitze im Café, eine Tasse dampfender Kaffee steht vor mir,  ein halb gegessenes Croissant liegt auf meinem Teller. Im Hintergrund spielt es französische Musik, die mich an den Film Chocolate erinnern. Stimmengeschwirr, es riecht nach frischem Gebäck.
Heute ist ein guter Tag. Obwohl ich es nicht ins Fitnessstudio geschafft habe (der innere Schweinehund, der fiese!).
Draußen ist es kalt, und nebelig, aber die Sonne blitzt durch. Die Bäume leuchten in orange, gelb, und rot.
Eben habe ich mich von meiner Freundin verabschiedet, mit der ich mich zum Frühstück getroffen habe. Ich habe noch eine Stunde bevor ich zur Arbeit muss. Ich lese A Gentleman in Moscow und verliere mich in den Worten. Seit langem bin ich so richtig motiviert. Heute wird gestaubsaugt und gemoppt. Und endlich Fotos ausgesucht und gedruckt, fürs Fotoalbum und zum verschicken. Und für das Haus, zum aufhängen. Seit 2 1/2 Monaten wohnen wir schon in UNSEREM HAUS(!!!) und nachwievor sind alle Wände kahl. Vielleicht beginne ich auch das Wohnzimmer fertig auszumalen.
Ja, heute ist ein guter Tag.

 

Ein perfektes Herbstwochenende

Montagmorgen. Uff. Grau in Grau. Am liebsten würde ich mich wieder ins Bett verkriechen und literweise Tee trinken und lesen der stricken oder einfach nur die Wand anstarren. Gestern haben wir zum ersten Mal die Heizung aufgedreht und heute Nacht wurde ich wach, weil der Wind so durch die Bäume gepeitscht hat. Ich krieche aus dem Bett, nur ungern verlasse ich meine warme Höhle. Schlaftrunken koche ich dem Mann und mir eine Tasse Tee, schweigend sitzen wir am Tisch und essen unser Frühstück. Eine Prüfung steht heute an und ich muss zum Ikea. In Gedanken aber bin ich noch ganz woanders. In einer gemütlichen Hütte in den Bergen, umgeben von gelben, roten, orangen Laubbäumen, eingekuschelt in einer Decke vorm Kamin, Karten spielened mit Freunden.

Morgens standen alle im Pyjama in der Küche, eine Tasse Kaffee in der Hand, die Kürbispalatschinken in der Mache. Im Hintergrund lief Football im Fernsehen, der Speck brutzelte in der Pfanne und die ganze Hütte roch nach Herbst, Kaffee und Zimt. Die Zeit stand still dieses Wochenende, alles ging ganz langsam. Wir waren spazieren, Kaffee trinken, haben Karten gespielt, gegessen, Football angeschaut, gelesen, viel geschlafen und noch viel mehr gelacht.

Ja, Herbst, du bist so schön. Vorallem mit Freunden.

 

So.

Seit Wochen schleiche ich nun um den Computer herum, öffne immer wieder die Blogseite, schreibe einen Titel, schreibe ein paar Zeilen, überlege es mir doch wieder anders, lösche den Beitrag. Und dann liege ich nachts wach, weil es mir unter den Fingern brennt, rutsche im Gottesdienst ungeduldig hin und her, weil sich meine Gedanken und Ideen für einen Post überschlagen. Kaum sitze ich aber an meinem Schreibtisch, verwerfe ich die Idee wieder.

Ich habe Hashimoto-Thyreoiditis und Schilddrüsenunterfunktion. So, there, I said it. Seit Anfang August muss ich nun regelmäβig zum Arzt, meine Blutwerte anschauen lassen, die einfach viel viel viel zu hoch sind, und meine Schilddrüse untersuchen lassen, die einfach viel viel viel zu groβ ist. Meistens geht es gut, manchmal habe ich Schübe, wo mein Hals ganz eng wird, ich heiser werde, ich keine Energie habe. Eine Möglichkeit, die jetzt angeschaut wird ist, Gluten wegzulassen. Yay, jetzt kann ich wieder an einem neuen hype teilnehmen, „I’ll get the cinnamon non fat soy latte with glutes on the side“ Die Gluten kann dann Daniel essen. Haha.  (Hat wer Erfahrung mit glutenfreier Ernährung?)

Gestern kamen unsere ersten Abendessgäste zu uns. Zu Essen gab es einen Braten mit Wurzelgemüse und zum Nachtisch Apfelkuchen. Weil, Herbst. Wir haben gelacht, gegessen, philosophiert, Babybauch gestreichelt, über Gott und die Welt geredet. Ich mag Gäste! Ich mag es, neue Leute kennenzulernen, zu bewirten, ihnen etwas Gutes tun! Und ich mag meine Freunde! (Und den Babybauch! Das Baby hat  sogar getreten!)

Letzte Woche haben wir auf einem Flohmarkt einen wunder-wunderschönen Esstisch mit passenden Sesseln gefunden Rot und retro und past perfekt in unser 60iger Jahre Haus. Endlich kein am Sofa/oder Fuβboden-essen mehr.

Eine Zeitlang hat mich das Lesen so gar nicht gefreut, dafür aber Hörbücher. Da habe ich meine Stadtbibliotheksmitgliedshaft aber ordentlich genutzt. Langsam erfreut mich das Lesen wieder mehr. Ich habe auch gelernt, ich muss nicht jedes einzelne Buch, das irgendwo erwähnt wird, lesen. Und es ist OK, wenn ich ein Buch nicht fertig lese, weil es einfach zu depressiv ist. Zur Zeit lese ich 2 Bücher, eines für meinen Buchclub (A Tree Grows in Brooklyn, Betty Smith) und eines für meine Seele: Chickensoup for the Woman’s Soul. Beim Autofahren höre ich zur Zeit wieder Norah Jones und daheim ebenso. Gemischt mit Regina Spektor. Auβerdem habe ich mir auch The Hiding Place (Corrie Ten Boom) und Beloved (Toni Morrison) ausgeborgt. Sonntag nachmittag schauen Daniel und ich gerade total gerne die Dick van Dyke Show.

Seit 2 Wochen treffe ich mich nun regelmäßig mit einer Gruppr von Frauen, um das Wort Gottes zu studieren. Wir lesen die Apostelgeschichte, und es macht so viel spaß, geschichtliche und kulturelle Fakten dazuzulernen!

Eine Zeitlang war ich was Kochen anbelangt sehr einfallslos. Spaghetti mit Tomatensauce, Henderl mit Reis, Gnocchi mit Tomatensauce, Henderl mit Sauce. Das soll sich jetzt aber ändern! Ich habe 2 neue Kochbücher auf dem Flohmarkt erstanden, mit lauter Südstaaten Soulfood Rezepten, die ich gerade am durchschmökern bin. Heute habe ich Weiβkohl gekauft, um Sauerkraut einzumachen.

Außerdem war ich gestern mit einer Freundin spazieren, wir haben Bockerln gesammelt und Grünzeug gerupft. In Vasen arrangiert, und fertig ist die Herbstdeko. Duftet nach Natur, war gratis und ist doch viel schöner anzuschauen, als dieser Plastikkram! Heute Morgen war ich im Bastelgeschäft und werde es wagen, einen Herbsttürkranz zu binden. Ui, ui! Ich jab so richtig Bock auf Herbst!

Apropos Herbst, eben hatte ich ein Vorstellungsgespräch! War mega nervös und kam overdressed an, mit schwarzer Hose und weißer Bluse und das bei 30 Grad! Aber, better overdressed than underdressed!

Heute abend schreib ich eine Matheprüfung, eigentlich sollte ich ja lernen… die letzte Prüfung war ein 1er, mein 1. Matheinser in…. 100 Jahren? Meine Mama, bless her heart, meinte dann gleich, ‚ja, aber jetzt darfst du auch lernen, dass eine 2 auch OK ist.‘ Ui. Na ich stell mich darauf ein.

So. Das wars.

Also, drückts mir die Daumem, für Prüfung, Job, und lasst mal hören, was ihr so von Gluten hält!

Chill deine Base.

Dass ich etwas perfektionistisch und kontrollfreakisch veranlagt bin, habe ich ja schon hier und da mal erwähnt. Oft erleichtert es mir das Leben- so muss ich zum Beispiel fast nie Schlüssel oder Brille suchen, da diese immer am selben Platz liegen. Auch muss ich (äuβerst) selten bis spät abends Hausübung auf den letzten Drucker machen. (Hätte mir das mal wer während meiner Gymnaisumzeit gesagt, das Leben wäre so viel einfacher gewesen!!! Halt. Stopp. Ich erinnere mich nun wieder an die täglichen Predigen meiner Eltern)

Während mein Leben (oft) einfacher ist, mache ich es anderen oft extrem schwer mit meinem Kontroll- und Ordnungswahn (der arme Mann, er will doch nur die Geschirrtücher wegräumen und bekommt von mir eine am Deckel, weil sie nicht farblich sortiert sind…).

Leider erschwere ich mir das Leben auch manchmal und stehe mir selbst im Weg mit meinen hohen Ansprüchen.

So wie die letzten paar Wochen. Wir sind dieses Wochenende umgezogen und das Haus musste absolut ausgemalt und absolut geputzt und absolut perfekt sein. Jeden Abend lag ich total k.o am Sofa, heulend, weil das Haus IMMER NOCH NICHT perfekt ist und mir die Zeit davonrennt. Ein Nervenanfall folgte dem anderen und als ich dann noch erfahren habe, dass der Elektriker NOCH einen Tag länger braucht als gedacht, habe ich meine (zu hohen und sehr unrealistischen) Ansprüche über Bord geworfen. Dann ist das Haus halt NICHT fertig ausgemalt, der Rasen gemäht, der Gemüsegarten gepflanzt, und die Esszimmermöbel kommen auch erst. In Wirklichkeit ist es doch egal, dass wir eine Woche lang am Boden essen und das Gästezimmer noch warten muss.

Und ich bin so viel entspannter. Ja, es stehen überall die Umzugskartone rum und es macht mich WAHNSINNIG, dass die eine Wand einen Fleck hat, der dringenst übermalt werden muss. Und ja, wir haben noch kein Internet und auch kein Warmwasser und das Gras muss dringenst geschnitten werden.

ABER. Chill einmal!

Apropo chillen. Geplant war, dass wir Samstags umziehen. Dann war der Lastenaufzug nicht verfügbar, die Möbelpacker mussten umgebucht werden, und die nächste Krise stand an, weil es (mal wieder) nicht nach meinem Plan ging.
ABER. So hatten wir einen Tag länger Zeit zum packen, konnten in Ruhe frühstücken und ins Ikea fahren, und abends noch auf das Baby meiner Freundin aufpassen.
Sonntag kamen die Möbelpacker  2 Stunden zu spät und der Schlosser kam statt um 12, erst um halb sechs am Abend. Und während ich in Gedanken schon den Beschwerdebrief verfasste, erinnerte mich Daniel daran, ruhig zu bleiben. Und im Endeffekt ist sich alles perfekt ausgegangen, den der Lastenaufzug war noch besetzt und wären die Möbelpacker pünktlich gewesen, hätten die auch nichts machen können und wir hätten sie fürs rumstehen bezahlt und der Schlosser wäre, wenn er püntklich gewesen wäre, vor verschlossener Türe gestanden.

Also, manchmal muss man echt nur chillen. Oder wie sagt man auf Instagram? #chillyourbase