Nicht Perfekt. Aber dennoch gut.

Dass ich [etwas] perfektionistisch veranlagt bin, habe ich hin und wieder schon mal erwähnt. Meinen Kontrollzwang habe ich sicher auch mal erwähnt.

Vor einigen Wochen hatte ich rießen Drama, weil ich mich wohl oder übel damit abfinden muss, eine Zwei im Zeugnis zu haben. Uff, mein perfekter Notendurschnitt. Ich kämpfe immer noch damit. (Hey, im Gymnasium war eine 4- meine beste Note, und jetzt heule ich wegen einer Zwei!!!)

Über Thanksgiving waren wir in Richmond, und meine to-do Liste war meilenlang. Putzen, Wäsche waschen, Lernen, vorbereiten, ein Projekt beenden (muss zwar erst in einer Woche fertig sein, aber bissl extra Stress kann ja nie schaden, oder?), Kleidung aus der Putzerei holen, Weihnachtspost aussenden, Weihnachtsdeko aufstellen, Adventkalender fertig machen, Sauerkraut in Gläser umfüllen.

Und dann wurde ich krank. Und lag niesend, schnupfend, fröstelnd im Bett. Aber Wäsche habe ich trotzdem gewaschen. Und musste mich zwischendurch hinlegen, weil die 5 Treppen vom Waschraum ins Schlafzimmer zu anstrengend waren. Und was habe ich geheult. Weil, weißt eh, jetzt fahren wir weg, und ich habe das Haus nicht geputzt. Und die Weihnachtsdeko hängt nicht. Und jetzt geht die Welt unter, weil die Weihnachtspost drei Tage später ausgesendet wird (man beachte, letztes Jahr habe ich die Weihnachtspost ca 2 Wochen nach Weihnachten ausgesendet).

Und es ist OK. Dann dekoriere ich eben erst nächstes Wochenende. Dann reiche ich meine Abschlussarbeit halt mal genau am Abgebetag ab und nicht 3 Tage vorher. Mein Haus muss nicht immer blitz blank geputzt sein.

Sobald ich mich mal wieder zu sehr unter Druck setze (was so ziemlich jeden Tag geschieht), geht mein Körper in Streik. Halsweh, Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit. Dann muss ich runter schrauben und lernen, 80% ist auch OK.

Es ist OK, eine Mittagspause einzulegen, mal ein Buch zu lesen. Ich muss lernen, auf meinen Körper zu hören.

Also nehme ich mir vor, täglich 20 Minuten an der frischen Luft zu sein. 3 Mal in der Woche laufen zu gehen. (oder eine andre Art von Sport. Yoga, zum Beispiel). Mittagspause einlegen. Lernen, nein zu sagen. (Ich muss nicht immer überall aushelfen)

Mal sehen wie es klappt. Diese Weihnachtszeit möchte ich stress frei erleben. Kein Lastminutepanikweihnachtsgeschenkshoppen. Kein von-Weihnachtsparty-zu-Weihnachtsparty-hüpfen. Ich nehm mir den Samstag vor und den Dienstag nach Weihnachten frei. Statt klimbim gibts Ruhe und Zeit gemeinsam. Tee trinken gehen mit einer Freundin statt gestresstes shopping center. Kerzen anzünden statt lautem Fernsehen. 2, 3 bewährte Keksrezepte statt Pinterest. Ruhe und Fokus auf den wahren Grund, warum wir feiern statt Konsumgeilheit.

Und aktzeptieren, dass nicht alles perfekt sein muss.

Aber das Wetter is momentan ziemlich perfekt.

 

Advertisements

Grandfather Mountain. Churchretreat. Richmond. Charlotte.


Jetzt ist die Zeit aber verflogen, seit meinem letzten Post. Whoopsie. War ja auch einiges los hier! Zum einem habe ich mein Semester beendet, yay, zum andren hatten wir so einige Wochenendausflüge gemacht, und dann kam halt das übliche Leben dazwischen.

Hier ein kleiner Rückblick:

Daniel und ich waren (mal wieder) wandern. Grandfather Mountain stand diesmal auf unserer Liste. Leider regnete und stürmte es und so verbrachten wir mehr Zeit im Dorf in einem urigen Lokal, und anschließend noch einige Stunden im Nationalpark. Zum Wandern sind wir leider nicht gekommen, aber wir haben die Aussicht genossen, und ich habe es sogar über die „Mile High Swinging Bridge“ getraut! Hier im Park wurde übrigens eine Szene aus Forrest Gump gedreht, natürlich musste ich ein Foto machen!
Daniel und ich haben das Wandern für uns entdeckt, und wollen uns nun mit „Gear“ ausrüsten. Habt ihr Empfehlungen für gute Wanderschuhe und Campingausrüstung? Wir wollen so ein pop up tent kaufen?!

Ende April sind wir auf eine Kirchenfreizeit gefahren. Wir hatten eine echt tolle Zeit, mit guten Vorträgen, guten Gesprächen, Wandern, Eisessen, Spiele spielen und neue Bekanntschaften schließen. Obwohl wir erst seit knapp drei Monaten in der Kirche sind, fühlen wir uns schon richtig wohl und sehr herzlich aufgenommen. Die richtige Gemeinde zu finden, war ein großes Gebetsanliegen für uns vorm Umzug, welches auch sofort erhört wurde! Da ich während des Wochenendes meistens das Handy abgeschaltet hatte, gibt es nur ein paar Schnappsschüsse. Gewonnen habe ich auch zwei mal- einmal beim Zuckerl raten (es waren 750, ich hab 937 geraten), und einmal, weil ich am Weitesten entfernt von Charlotte aufgewachsen bin!

Mitte April hatte ich auch eine Zahnfleisch OP, glücklicherweise hatte ich kaum Schmerzen, aber es war extremst unangenehm und für eine Woche lang musste ich eine Schutzspange tragen- sabbern und lispeln inklusive. Natürlich bekam ich auch noch Halsweh dazu, und so lag ich 3 Tage lang mit Icepack an der Backe und einer ordentlichen Portion Selbstmitleit im Bett. Ein Hoch auf Netflix, zdf.de und einen Ehemann der Milkshakes und Suppe heimbringt. Mehr konnte ich nämlich nicht essen!

Seit einigen Wochen passe ich nun auf einen 16 Monate alten blonden Engel auf, was ich sehr genieße, wir spielen viel draußen und ich finde es immer wieder faszinierend wie viel und schnell so kleine Butzerln lernen! Jeden Tag gehen wir spazieren, finden Käfer, Ameisen, Dreck und Steine. Mittlerweile sagt er schon Sätze wie „Where go?“ „No know“ und „pala“ wenn er fällt (Hoppala… muss ja Deutsch lernen der Bub!). Außerdem finde ich ganz of vierblättrige Klees!

Leider hat sich auch herausgestellt, dass mein Uni-Wechsel komplizierter ist, als ich dachte, und ich quasi 1 Jahr länger brauche, weil mir Kurse (doch) nicht angerechnet werden. Noch dazu kommt, dass ich mich nicht rechtzeitig informiert habe, und so einen Kurs leider erst nächstes Jahr machen kann. Viel Frustration und Tränen und  Enttäuschung (warum können Studienberater einfach nicht die richtige Antwort geben!!!).  Und automatisch suche ich einen Schuldigen. Die Susi vom Schalter, die nicht abhebt. Der Franz von der Uni, der auf keine Email antwortet. Auch hier darf ich lernen, Gott zu vertrauen. Geht halt nicht immer nach meinem Kopf.

Letztes Wochenende waren wir dann noch in Richmond, weil Graduation war, und meine Schwägerin und zwei Freunde von uns ihren Master bzw Bachelor bekommen haben. Es war sehr regnerisch und kalt, aber wir haben es genossen. Und wir haben herausgefunden, dass wir noch eine Gutschrift für eine Massage hatten, so wurde ich am Sonntag verwöhnt! In meinem Liebelingscafe waren wir auch und haben lange gelesen und Kaffee getrunken. Wir haben nämlich nun begonnen, James Bond zu lesen- ich bin gefesselt! SO so so gut! Im Park, in dem wir uns kennen gelernt haben, gab es einen Kunstmarkt, bei dem wir auch waren. Leider hatten wir nicht das nötige Kleingeld dabei, um uns ein wunderschönes Gemälde vom Park zu kaufen, aber ein Eis ging sich aus!

Dieses Wochenende ist das erste seit sechs Wochen, welches wir daheim sein werden (seht ihr, ich habe „daheim“ gesagt! Langsam aber sicher fühlt es sich mehr danach an!). Wir freuen uns sehr darauf, keine Pflichttermine zu haben! Bis Mittag im Pajama sein, lesen,  Bücherregal ordnen, Brot backen… ach, Wochenende.

Und sonst so? Einen Buchclub habe ich ins Leben gerufen, und ich freue mich sehr, bin aber auch sehr aufgeregt, neue Leute kennen zu lernen! Wenn ihr „Summer reads“ Empfehlungen habt, nur her damit!!!
Auf meiner akutellen Bücherwunschleseliste stehen:
The Adventures of Tom Sawyer/The Adventures of Huckleberry Finn
The Scarlet Letter
Uncle Tom’s Cabin
The Picture of Dorian Gray
The Count of Monte Cristo
The House of Mirth
A Gentleman in Moscow
Hannah Coulter

 

Habts es fein!

 

19. April

Samstag, 19. April 2014 wird immer ein besonderer Tag für mich sein. Es war der Tag, der mein Leben veränderte, wenn auch anfangs unbemerkt. Es war der Tag, an dem ich Daniel kennen gerlernt habe.

Es begann eigentlich am 18. April 2014. Eine Freundin aus der Kirche fragte mich, ob ich Lust hätte mit ihr und zwei ihrer Freunde ins Kino gehen wollte. Es war Karfreitag und eigentlich wollte ich daheim bleiben, Kino am Karfreitag? In der Fastenzeit? Nein, danke. Ich ging aber dann doch. Wenn ich etwas während meiner Austauschschüler- und Aupairzeiten gelernt hatte, dann das: wenn du neu in einer Stadt bist und dich jemand fragt, ob du etwas unternehmen möchtest, sage ja. Also ging ich. Der Film war doof, das Essen war OK, und ihre zwei Freunde waren ganz lustig.

Ich war müde und wollte heim. Es ging also zu meiner Freundin, wir hatten noch eine girl’s slumber party, beteten und gingen schlafen. Am nächsten Tag, Karsamstag, wollten wir zu einem Picknick, von mehreren Kirchen organisiert.

Was ich nicht wusste: einer der zwei Freunde rief noch am Heimweg seinen besten Freund an, um ihm zu zu überreden, zum Picknick zu kommen, er hätte soeben ein Mädchen aus den Niederlanden kennen gelernt, er müsse sie unbedingt treffen. Der beste Freund war Daniel, das Mädchen aus den Niederlanden war ich.

Am nächsten Tag ging es zum Picknick. Ich weiß noch genau, wie unzufrieden ich mit meinen Haaren war und mit meinem Outfit. Ich hatte ein rosa Shirt an (und damals trug ich absolut gar kein Rosa). Im Park kam ich mir total fehl am Platz vor, ich kannte niemanden und kam mir so blöd vor, weil ich mich an meine Freundin klammerte. Irgendwann kam dann so ein Typ daher, der irgendwas von cookie cakes faselte und bla bla bla. Ich wollte doch nur heim. Als der Typ dann aber fragte woher ich kam, und ich Österreich und Schweden antwortete, und er erzählte seine Mama hat in Schweden gelebt, began die Unterhaltung leichter zu werden. Wir haben geplaudert, und irgendwann hat er dann gefragt, wie es mir hier so gefällt und ob wir uns mal treffen wollen. Also wurden Telefonnummern getauscht und wir haben uns verabschiedet.

Am Heimweg hat er seinem Mitbewohner erzählt: „Das Mädchen, das ich soeben getroffen habe? Die werd ich mal heiraten“.

Er sollte recht behalten.

Und der 19. April wird jetzt jedes Jahr gefeiert.

(Im Park, wo wir uns kennen gelernt haben, hat er auch bei meinem Papa um meine Hand angehalten, und hatte auch geplant, mir den Heiratantrag zu machen. Der Plan wurde dann aber kurz fristig geändert, und er hat woanders gefragt)

Gib auf dich Acht.

Im Moment geht es mir nicht sehr gut. Ich bin sehr schlapp und energielos. Konnte ich vor einem Monat nicht schlafen, weil mein Puls auf gefühlt 260 war und ich dachte, ich hätte einen Herzinfarkt, weil ich so gestresst war, komme ich momentan so gar nicht in die Gänge.

Ich bin antriebslos, könnte den ganzen Tag schlafen, mich quälen Kopfschmerzen und extreme Übelkeit (Ingwerkaugummis sind übrigens DIE Lösung! Ich habe immer welche dabei, wenn Übelkeit zuschlägt).

Der Arzt meines Vertrauens, Dr. Google, meinte, es sei entweder Gehirntumor oder Schwangerschaft. Mein echter Arzt des Vertrauens (der Hausarzt) meinte, es sei Wintermüdigkeit und Nebenwirkungen meiner Medizin und ich vertrage die Inhaltsstoffe nicht. Ich soll mehr Bewegung machen, mehr an die frische Luft und mehr Obst und Gemüse essen und die Medizindosis verringern und abends statt morgens nehmen.

Eigentlich dachte ich, ich gebe gut auf mich Acht, ernähre mich ausgewogen, mache Sport und bin viel an der frischen Luft.

Leider stimmt das aber so gar nicht im Moment. Ich vergesse oft zu essen und erst nachmittags gegen 16 Uhr fällt mir ein, dass ich bis auf etwas Brot in der Früh noch gar nichts gegessen habe. Sport mache ich momentan auch keinen- weil, zu müde, zu kalt, zu Aua, zu überhaupt. Raus gehe ich auch kaum, weil ur kalt, ur Regen, ur müde, ur Netflix (The Crown- so, so gut!).

Nachdem ich heute beim Arzt war und anschließend einen großen Kaffee getrunken habe (oder, um es in den Worten der Krankenschwester zu sagen: „Honey, you better get some coffee. And eat some breakfast“), habe ich mir ein paar Gedanken zu meiner Gesundheit, meinem Körper und meinem momentanen Gemütszustand gemacht.

Dass November, Jänner und Februar die trüben Monate sind, ist mir bewusst. Viele verfallen in eine Winterdepression, sind bedrückt und wollen sich am liebsten verkriechen. Ich gehöre auch dazu. Mittlerweile habe ich mir das auch eingestanden und geniere mich nicht mehr dafür, dass ich etwas gegen meine Winterdepression und meine Angstzustände schlucke. Denn wenn mir das hilft, morgens aus dem Bett zu kommen und beim Autofahren keine Panikattacke zu bekommen, dann nehm ich das gerne in Anspruch!

Allerdings haben diese Tabletten bei mir auch Nebenwirkungen- extreme Müdigkeit und Übelkeit, Kopfschmerzen und Antriebslosigkeit. Dazu kommen Vitamin D Mangel und Eisenmangel (weil ich kein Fleisch esse und kaum in die Sonne komme, eben weil ich so müde bin und nur schlafen möchte.

Ich möchte nicht in diese Spirale reinrutschen und alles auf Tabletten, Winter und Müdigkeit schieben.

Also habe ich mir eine Liste geschrieben, mit Dingen, die mir helfen. Und ich musste wieder mal feststellen, dass es immer die gleichen Dinge sind, die mir gut tun und die mir helfen.

  1. Gott, Immer wieder Gott. Sein Wort lesen, beten, in seiner Gegenwart ruhen.
    Ich möchte sein Wort lesen, Gedanken dazu aufschreiben, beten- für meine Freunde und Familie, für Politiker, für meine Nachbarn.
  2. Ernährung: Obst und Gemüse. Und ja, auch Fleisch, damit der Eisenmangel behoben wird.  Drei Mahlzeiten am Tag, Zucker reduziert und mir vorallem Zeit nehmen beim Essen und nicht hudel hudel vorm Fernseher, im Stehen, während dem Lernen.
  3. Bewegen. Laufen gehen, Yoga, spazieren gehen.
  4. Frische Luft. Es tut so gut, hinaus zu gehen, pustet den Kopf frei und bringt dich auf andere Gedanken.
  5. Tagebuch schreiben und Bücher lesen.
  6. Gnade mit mir selber haben.

Am Samstag ziehen wir nach North Carolina. Ich habe gleich meinem Professor geschrieben, ob ich vorarbeiten kann, da ich nicht weiß, ab wann wir Internet haben warden. Er meinte nur, „ja gute Idee, bring dich mit möglichst viel Extra Stress um und arbeite 3 Wochen vor.“ Also gut, dann lerne ich halt im Café, wo es Internet gibt.

Und jetzt gehe ich spazieren, bevor ich weiter Koffer packe.

 

Richmond, es war schön hier. Vor drei Jahren wurde ich mit offenen Armen empfangen, nun wird es Zeit, los zu lassen und neu anzufangen.

 

Apokalypse Now. [Snowdays in Virginia]

Seit Freitag steht die Welt still. Die Straßen sind leer, kaum Geschäfte sind geöffnet, Schulen sind gesperrt, die Supermärkte sind leergekauft.

Und es fallen dicke, weiche Schneeflocken. Und es schneit und schneit und schneit. Anfangs waren es wilde, nervöse Flöckchen, vom Wind hin- und hergepeitscht. Doch dann verwandelten sie sich in dicke Flocken, die sanft und leise zur Erde fallen. Und auf einmal wurde es ganz still. Die Stadt ist wie in Watte gepackt. Es fahren kaum Autos (wie auch, ohne Winterreifen?), man geht spazieren, sitzt im Café, trifft sich zum Brunch oder geht rodeln. Heute kam die Sonne raus und alles glitzert bei -5Grad.

Ich liebe Schnee. Zwar komme ich aus dem Parkplatz nicht raus und kann nicht arbeiten gehen und die Uni fällt aus, aber egal!

Hier ein paar Fotos von unserem Spaziergang heute Morgen. (Ende der Woche kriegen wir übrigens 20 Grad)

20170108_100238

20170108_11301420170108_13130520170108_13164520170108_13180120170108_13211120170108_132030

Hello. It’s Me. [Again]

Can you hear me?

 

Und aufeinmal waren zwei Monate um.

Ohne viel Geschwafel bin ich mal eben verschwunden und so langsam aber sicher wage ich mich aus meinem Versteck heraus. Anfangs habe ich noch ab und an beim Blog reingeschaut, aber irgendwann war auch das zu viel.

Der Grund für diese (länger als geplante) Pause war Überforderung. Und zwar totale, komplette Überforderung. Dieses Semester war sehr, sehr anstrengend und nervenraubend. Ich möchte da auch nicht näher eingehem, es sei nur gesagt: ich will nie wieder hören, Studenten haben nichts zu tun. Ich bin teilweise von 6 Uhr Morgens bis 11 Uhr Nachts am Schreibtisch gesessen, ohne Pause, und dass von Montags bis Sonntags. (Und dann arbeite ich ja auch noch!) Insgesamt 40 Seiten literaturanalytische Seiten geschrieben, von über 500 Seiten Früh Amerikanischer Literatur, dazu noch jede Menge Biologie und Amerikanische Geschichte. Ich kann stolz sagen, dass ich meine bisher längsten Arbeiten geschrieben habe- 15 Seiten über die Frauenrechtsbewegung in Amerika und 12 Seiten über Sklaverei und wie die Effekte in Literatur präsentiert werden. Und Civil War Experte bin ich jetzt auch. Fast. Zumindest muss ich nicht mehr blöd fragen, uhm so when did y’all have the war? (Dass Englisch nicht meine Muttersprache ist und das Studium daher manchmal etwas schwieriger für mich ist, darf man ja auch nicht vergessen…). Zwischendurch dachte ich, ich hab nen Herzinfarkt und es kam auch öfters vor, dass ich heulend am Bett lag, weil ich dachte vor Brust- und Herzschmerzen nicht mehr atmen zu können. (Und dann habe ich meine Mama ganz schlimm vermisst, weil sie mir bitte sagen soll, dass sie mit der Lehrerin sprechen wird!)

Gerne würde ich jetzt schreiben, dass ich jedes Wochenende wandern war, brunchen mit Freunden, die Wohnung schön weihnachtlich dekoriert ist und ich fröhlich Kekse backe.

Nichts. Die Wäsche steht ungebügelt (!) seit 2 Wochen (!) rum, statt Weihnachtsgeschenke werd ich wohl eine SMS schicken, und auch sonst ist alles stehen und liegen geblieben. Und soll ich noch was verraten? Ich hab noch nicht mal die Hochzeitsfotos komplett durch gesehen!

Wie gesagt. Totale Überforderung.

Dafür steht der Baum und ich hab einen improvisierten Adventkranz.

Oh und im Fitnessstudio habe ich mich endlich, endlich angemeldet. Da geht es jetzt 2-3 mal die Woche, zwischen Vorlesungen hin, schön aufs Laufband und Yoga. Mein Knie und mein Rücken machen mir zur Zeit das Leben schwer. Im Spital war ich schon, weil der Verdacht eines Blutgerinsels am Knie gab und ich solche Schmerzen hatte, dass ich nicht mal weinen konnte. Aber jetzt ist alles (meistens) gut, nur ab und zu schmerzt es, aber dann so richtig.

Die Woche stehen noch alle Prüfungen an und ich bin mega nervös,… aber es wird schon schief gehen. (Hoffentlich nicht).

Fotografierfaul war ich wie immer, aber ein paar Schnappschüsse gibt es doch.

20161119_10322020161205_082521img952746

Ich hab mir nämlich, weil mir ja ach so fad ist, Braille beigebracht. Das hier heißt All the light we cannot see (wir haben im Buchclub das Buch gelesen)

Ich hab mir nämlich, weil mir ja ach so fad ist, Braille beigebracht. Das hier heißt All the light we cannot see (wir haben im Buchclub das Buch gelesen)

Ps. ich hab euch vermisst. good to be back, y’all.

Und ganz viele Ideen für neue Beiträge habe ich aucha Aber jetzt müssen noch zwei Tage voi gas gelernt werden und dann erst mal gechillt. Ich muss nämlich alle 10 Staffeln Friends schauen. Netflix, Freund und Feind zu gleich!

 

I. DO. AGAIN.

Nach dem Beitrag über unsere erste Hochzeit, möchte ich nun über unsere zweite Hochzeit schreiben.

Ich bin ja immer noch total verknallt in unsere Hochzeit. Ich kann wirklich, ungelogen sagen, dass es GENAU die Hochzeit war, die wir uns vorgestellt hatten. Liebevoll und fröhlich.
Oft wurde mir vorher gesagt, sei flexibel in der Plannung, es wird was schief gehen, es wird nicht alles so gehen, wie du es willst… aber ich muss sagen: nichts ist schief gegangen. Was hatte ich Alpträume davor! Sogar am Tag von der Hochzeit habe ich die ganze Zeit gedacht: jetzt muss aber was schief gehen. Aber nichts ist passiert. Es war super entspannt, fröhlich, emotional, festlich. (Ok, in der Kirche ist mir ein Druckfehler im Programmheft aufgefallen:-) )

Ohne die Hilfe meiner Hochzeitsfeen wäre dies alles nicht möglich gewesen. Ich hatte ein ganz tolles „Team Bride“, die super gearbeitet haben. Und mit mir als Chefin ist dies nicht so leicht, da ich, gelinde gesagt, ein Kontrollfreak bin und nichts abgeben kann. Und dennoch hat alles wunderbar geklappt. (Bis auf 715 Auszucker meinerseits, weil das Programmheft statt cremeweiss, elfenbeinweiss war).

Klar, es gibt 1, 2 Dinge die ich- im Nachhinein- anders gemacht hatte, aber das sind winzige Dinge (unteranderem bereue ich es, keinen Videographer angestellt zu haben).

Am Montag vor der Hochzeit sind die Amis gelandet (mein Mann war schon ne Woche vorher da und so konnten wir noch bisschen vorbereiten und Familirnzeit genießen. Und ein paar kleine große Krisen bewältigen. O-ton meiner Schwester: „Daniel, how about you and I run some errands? Lisa. You sit down, drink some water and watch a movie and SHUT UP“ uhm… wie war das nochmal? Ich bin eine gechillte Braut? Yea right). Jedenfalls als die Amis da waren, konnten wir noch ein bisschen Sight seeing und Familie zusammen bringen.

Am Vortag sind wir (meine Eltern und Geschwister und meine in-laws) ganz gemütlich brunchen gegangen (ganz kaiserlich in der Gloriette und haben im Anschluss Kirche und Heurigen geschmückt und abends waren wir noch essen, sozusagen als rehearsal dinner mit den amerikanischen Gästen. Das war echt toll und entspannt. (inklusiver Weltuntergang, weil die Kornblumen statt 7,5 cm nur 7 cm lang waren und die Schnur zum Foto aufhängen statt 35 cm nur 34 cm war- wisste Bescheid wie gechillt ich war)

Und der Tag selber- oh boy. Ein Traum. DAS WETTER! (Am Vortag hat es 11 Grad  und gestürmt, am Tag danach war es 15 Grad und Regen…)
Und die Trauung! Und das Essen! Und alles war so toll und liebevoll und fröhlich und ich komme aus dem Schwärmen nicht mehr heraus!

Getraut wurden wir vom selben Pfarrer, der schon meine Eltern verheiratet und mich getauft hat.
Geschminkt wurde ich von meiner tollen Freundin Cornelia und meine Trauzeugin Rebekka hat gesungen. Meine Schwester Anna hat die Torte gebacken und Herta war zustandig für den Fotoboothrahmen. Wir waren so ein tolles Hochzeitsfeenteam! Am Tag der Hochzeit sind mein Papa und Daniel noch zum Heurigen gefahren, um die letzten Dinge aufzuhängen (die ganze Woche war schlechtes Wetter und Sturm angesagt, darum haben wir uns nicht getraut) unser Blumenmädchen war so eifrig, dass sie sogar Blumen aus Euphorie geworfen hat und ganz tüchtig Seifenblasen geblasen hat.

Und der Tanz! Getanzt wurde zu Cat Stevens „Morning Has Broken“, und zwar Wiener Walzer, den wir im Schnellschnelleiltanzkurs einstudiert haben. (Der Mann hat in seinem Leben noch nie Walzer getanzt, und dann einen HOCHZEITSwienerwalzer… no pressure!) Als Vater Tochter Lied haben wir einen schwedischen Walzer gewählt, in dem eine Tochter mit ihrem Vater singt… („Papa, darf ich mit dir tanzen, du hast mir einen Tanz versprochen. Siehst du mein lnges Kleid? Ellinor, ich sehe es, sei nicht nervos, lass mich führen, und genies den Augenblick“… ach ich krieg Tränen in den Augen)
Wir hatten auch ganz tolle Lieder, meine zwei Lieblingslieder waren „Great Is Thy Faithfulness“ und „In Christ Alone“. Und nach wie vor kommen mir Tränen in die Augen, wenn ich Pachelbel’s Canon in D höre- dass war unser Einzugslied. (Schon bei unserer Februarhochzeit, nur diesmal hat mich mein Papa zum Traualtar geführt und ich war ganz zittrig und aufgeregt, aber wenn man so einen tollen Papa dabei hat, geht das schon!)

ACH.ACH.ACH.

Und weil ich nun so geschwärmt habe…

hier einige meiner Lieblingsbilder (geschossen von Peter Michalski)

 

 

 

 

(unser Blumenmädchen hat ihren Job sehr ernst genommen… und wurde zur Blumenwerferin.)

 

www.peter-michalski.at

 

 

 

I. DO.

Hier ist er endlich, endlich, endlich, der Hochzeitspost.

Und zwar der erste Teil, denn wir hatten zwei Hochzeiten- eine kleine feine Hochzeit im Februar, an einem Samstagabend. Und eine große feine Hochzeit im Juli, in Österreich.

Heute zeige ich einfach mal ein paar Fotos von unserer Februarhochzeit.

(Oft werden wir gefragt, was wir denn jetzt als unseren Hochzeitstag sehen- wir haben uns auf Februar geeinigt und sehen die Julihochzeit als „blessing ceremony“ und „celebration“. Denn eine Celebration war es wirklich!)

Die Fotos wurden von der lieben Sarah gemacht, die einige Stunden vorher noch unsere Verlobungsfotos geschossen hat.

SarahMattozzi-Photography-DanielLisa-Wedding-189


SarahMattozzi-Photography-DanielLisa-Wedding-151

SarahMattozzi-Photography-DanielLisa-Wedding-131

SarahMattozzi-Photography-DanielLisa-Wedding-16

SarahMattozzi-Photography-DanielLisa-Wedding-186

sarahmattozzi-photography-daniellisa-wedding-101

Es war sehr emotional (weil ich meine große Liebe und bestem Freund geheiratet habe!!!!), sehr intim, mit Sekt und Cupcakes im Anschluss. Getraut hat uns unser Pfarrer, an die Predigt kann ich mich nicht mehr erinnern, genausowenig an die Trauversprechen, nur unser Vers bleibt mir in Erinnerung:

„Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.“ (1. Johannes 4, 19)

 

Österreich.

 Ich bin jetzt wieder fast zwei Wochen ‚daheim‘, aber Worte finde ich immer noch nicht. Darum einfach mal Fotos. Es war eine intensive Zeit zuhause. Schön und schmerzhaft. Aber mehr schön.

Am letzten Abend haben Daniel und ich meinen Baum gefällt. Als wir damals in die Wohnung gezogen sind, haben meine Eltern  einen Obstbaum für uns Mädchen gepflanzt. Vor zwei Jahren bin ich nach Amerika und meiner Mama ist aufgefallen, dass mein Apfelbaum langsam abgestorben ist. Und dann hat sie eines Tages eine (amerikanische?) Stechpalme entdeckt, die hier eigentlich gar nicht wachsen. Irgendwie witzig, oder? Ich baue mir ein neues Leben auf und eine neue Pflanze beginnt zu wachsen. Daniel und ich haben den Baum jetzt gefällt und aus dem Holz wird ein Kreuz für uns angefertigt.

Und nun genug geschwaffelt!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

 

 

 

 übrigens, wer mehr Fotos von meinen super Schwestern sehen möchte: die Verrückten haben uns ein Familienfotoshooting zur Hochzeit geschenkt, hier könnt ihr es bewundern:-)

 

 

 

 

 

Things to love about the US. (Richmond especially)


Total übermüdet, unternächtigt, schwitzend und stinkend, mit ungefähr 300kg Übergepäck und etwas gereizt (bei der Einreise mussten wir zwei Stunden warten…) kamen Daniel und ich gestern wieder daheim an. Als wir den wunderherrlich klimatisierten Flughafen verließen, schlug uns erst mal eine extreme Hitze entgegen- und extreme Luftfeuchtigkeit. Gefühlte 45 Grad (es hatte 40 Grad) und 80% Luftfeuchtigkeit. Welcome back. Nach einer Woche frischer Bergluft war das erst mal eine schöne Umstellung. (Wer zahlt eigentlich für Sauna und Bikramyoga? Ich setzt mich einfach am Balkon und mach Yoga dort- gleicher Effekt und 100€ gespart).

Die Zeit daheim war wunderwunderwunderherrlich, die Hochzeit ein Traum, der Honeymoon sowieso… Wir sind noch ziemlich geflasht und all die Eindrücke müssen erst mal einwirken… Dann werde ich, vielleicht? darüber berichten. Zumindest ein paar Fotos zeige ich!

Jetzt läuft erst mal eine Waschmaschine nach der anderen und die Wohnung geht unter in all den Hochzeitsgeschenken, Koffer und Brautkleid! (Am liebsten würd ich ständig im Brautkleid rumrennen, so verliebt bin ich!)

Obwohl der Abschied schwer gefallen ist, bin ich doch froh wieder daheim zu sein… Und so toll Österreich auch ist, einige Dinge sind mir schon sehr abgegangen:

  1. Belmont Pizza. Die beste Pizzeria ums Eck gibt es hier… Oh ich träume von der fettigen Sauce! Noch einmal schlafen, dann kann ich eine bestellen! (Montag ist Ruhetag…)
  2. Black Hand Coffee und Iced Dirty Chai. Ich bin schon ein bisserl ein Kaffeesnob. Ohne Black Hand Coffee (der Kaffeeladen ums Eck) gehts nicht. 6 Wochen ohne Iced Dirty Chai. Entzugserscheinungen! Daher ist es nur logisch, dass ich heute total gejetlaged zum Cafe getorkelt um mein Suchtmittel zu besorgen.
  3. Eiswürfel.
  4. Das Museum und der Park. Unsere Nachbarschaft. Abendspaziergänge. Der Duft nach Lavendel.
  5. KLIMAANLAGE. Endlich wieder schlafen können! Im Hochsommer mit Wollsocken und Decke schlafen. Ach, herrlich.

Richmond, I missed you.

Österreich, du fehlst schon wieder.

image

Jetzt wird erst mal gegen jet lag gekämpft!