Alle Jahre wieder…

… kommt der Weihnachtsstress.

Dabei habe ich mir doch SO SO fest vorgenommen, mich nicht stressen zu lassen. Anfangs ging es ja gut, ich hatte alle Weihnachtsgeschenke besorgt und verpackt bevor 1. Dezember, die Weihnachtspost war ausgesendet, das Weihnachtsmenü war zusammen gestellt und der Sekt gekühlt. Sogar Serviettenringmascherlgschistischasti habe ich vorbereitet.

2 Tage vor Weihnachten habe ich dann die Krise bekommen. Die Fenster sind nicht geputzt! Wir haben ein Geschenk vergessen, drei verschiedene Torten zu backen ist doch zu viel. Zur Reinigung muss ich noch, und gebügelt gehört auch noch.

Meine Mama hat mich dann daran erinnert, dass in der Bibel nirgendswo ein Weihnachtsputz vorkommt. Das hat mich zum Nachdenken angeregt. Maria hatte sowieso Besseres zu tun als  Stall zu putzen und Vorhänge zu waschen.

Immer wieder erwische ich mich dabei, dass ich so beschäftigt bin, alles perfekt haben zu müssen, dass ich den wahren Grund für Weihnachten vergesse. Es geht nicht darum, dass ich ein 5 Gänge Menü serviere, den perfekt geschmückten Baum habe und fancy schmancy Brunch Gerichte auftische. Es geht darum, die Geburt unseres Heilands zu feiern.

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ist auf seiner Schulter; er heißt Wunderbar, Rat, Held, Ewig-Vater Friedefürst.

Die Bibel. Jesaja 9:6 (Martin Luther Übersetzung)

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Lieblingsgeräusche.

  • Laubrascheln
  • das Knirschen des Schnees
  • Regen
  • Meeresrauschen
  • Vogelgezwitscher, besonders im Frühling und am Morgen
  • herzliches Lachen. Besonders Kinderlachen.
  • der Schlüssel in der Türe, wenn der Mann nach einem laaaangen Tag heimkommt.
  • Wiener Walzer im Flieger, denn das bedeuted ich bin in Wien gelandet und sehe gleich meine Familie!
  • Wind in den Bäumen.
  • die Stille des Waldes.
  • die Stille während es in dicken Flocken schneit.
  • Kuhglockengeläute.
  • die Christkindglocke am Heilig Abend.
  • Lagerfeuer und Kamingeknister.

Nicht Perfekt. Aber dennoch gut.

Dass ich [etwas] perfektionistisch veranlagt bin, habe ich hin und wieder schon mal erwähnt. Meinen Kontrollzwang habe ich sicher auch mal erwähnt.

Vor einigen Wochen hatte ich rießen Drama, weil ich mich wohl oder übel damit abfinden muss, eine Zwei im Zeugnis zu haben. Uff, mein perfekter Notendurschnitt. Ich kämpfe immer noch damit. (Hey, im Gymnasium war eine 4- meine beste Note, und jetzt heule ich wegen einer Zwei!!!)

Über Thanksgiving waren wir in Richmond, und meine to-do Liste war meilenlang. Putzen, Wäsche waschen, Lernen, vorbereiten, ein Projekt beenden (muss zwar erst in einer Woche fertig sein, aber bissl extra Stress kann ja nie schaden, oder?), Kleidung aus der Putzerei holen, Weihnachtspost aussenden, Weihnachtsdeko aufstellen, Adventkalender fertig machen, Sauerkraut in Gläser umfüllen.

Und dann wurde ich krank. Und lag niesend, schnupfend, fröstelnd im Bett. Aber Wäsche habe ich trotzdem gewaschen. Und musste mich zwischendurch hinlegen, weil die 5 Treppen vom Waschraum ins Schlafzimmer zu anstrengend waren. Und was habe ich geheult. Weil, weißt eh, jetzt fahren wir weg, und ich habe das Haus nicht geputzt. Und die Weihnachtsdeko hängt nicht. Und jetzt geht die Welt unter, weil die Weihnachtspost drei Tage später ausgesendet wird (man beachte, letztes Jahr habe ich die Weihnachtspost ca 2 Wochen nach Weihnachten ausgesendet).

Und es ist OK. Dann dekoriere ich eben erst nächstes Wochenende. Dann reiche ich meine Abschlussarbeit halt mal genau am Abgebetag ab und nicht 3 Tage vorher. Mein Haus muss nicht immer blitz blank geputzt sein.

Sobald ich mich mal wieder zu sehr unter Druck setze (was so ziemlich jeden Tag geschieht), geht mein Körper in Streik. Halsweh, Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit. Dann muss ich runter schrauben und lernen, 80% ist auch OK.

Es ist OK, eine Mittagspause einzulegen, mal ein Buch zu lesen. Ich muss lernen, auf meinen Körper zu hören.

Also nehme ich mir vor, täglich 20 Minuten an der frischen Luft zu sein. 3 Mal in der Woche laufen zu gehen. (oder eine andre Art von Sport. Yoga, zum Beispiel). Mittagspause einlegen. Lernen, nein zu sagen. (Ich muss nicht immer überall aushelfen)

Mal sehen wie es klappt. Diese Weihnachtszeit möchte ich stress frei erleben. Kein Lastminutepanikweihnachtsgeschenkshoppen. Kein von-Weihnachtsparty-zu-Weihnachtsparty-hüpfen. Ich nehm mir den Samstag vor und den Dienstag nach Weihnachten frei. Statt klimbim gibts Ruhe und Zeit gemeinsam. Tee trinken gehen mit einer Freundin statt gestresstes shopping center. Kerzen anzünden statt lautem Fernsehen. 2, 3 bewährte Keksrezepte statt Pinterest. Ruhe und Fokus auf den wahren Grund, warum wir feiern statt Konsumgeilheit.

Und aktzeptieren, dass nicht alles perfekt sein muss.

Aber das Wetter is momentan ziemlich perfekt.

 

Chill deine Base.

Dass ich etwas perfektionistisch und kontrollfreakisch veranlagt bin, habe ich ja schon hier und da mal erwähnt. Oft erleichtert es mir das Leben- so muss ich zum Beispiel fast nie Schlüssel oder Brille suchen, da diese immer am selben Platz liegen. Auch muss ich (äuβerst) selten bis spät abends Hausübung auf den letzten Drucker machen. (Hätte mir das mal wer während meiner Gymnaisumzeit gesagt, das Leben wäre so viel einfacher gewesen!!! Halt. Stopp. Ich erinnere mich nun wieder an die täglichen Predigen meiner Eltern)

Während mein Leben (oft) einfacher ist, mache ich es anderen oft extrem schwer mit meinem Kontroll- und Ordnungswahn (der arme Mann, er will doch nur die Geschirrtücher wegräumen und bekommt von mir eine am Deckel, weil sie nicht farblich sortiert sind…).

Leider erschwere ich mir das Leben auch manchmal und stehe mir selbst im Weg mit meinen hohen Ansprüchen.

So wie die letzten paar Wochen. Wir sind dieses Wochenende umgezogen und das Haus musste absolut ausgemalt und absolut geputzt und absolut perfekt sein. Jeden Abend lag ich total k.o am Sofa, heulend, weil das Haus IMMER NOCH NICHT perfekt ist und mir die Zeit davonrennt. Ein Nervenanfall folgte dem anderen und als ich dann noch erfahren habe, dass der Elektriker NOCH einen Tag länger braucht als gedacht, habe ich meine (zu hohen und sehr unrealistischen) Ansprüche über Bord geworfen. Dann ist das Haus halt NICHT fertig ausgemalt, der Rasen gemäht, der Gemüsegarten gepflanzt, und die Esszimmermöbel kommen auch erst. In Wirklichkeit ist es doch egal, dass wir eine Woche lang am Boden essen und das Gästezimmer noch warten muss.

Und ich bin so viel entspannter. Ja, es stehen überall die Umzugskartone rum und es macht mich WAHNSINNIG, dass die eine Wand einen Fleck hat, der dringenst übermalt werden muss. Und ja, wir haben noch kein Internet und auch kein Warmwasser und das Gras muss dringenst geschnitten werden.

ABER. Chill einmal!

Apropo chillen. Geplant war, dass wir Samstags umziehen. Dann war der Lastenaufzug nicht verfügbar, die Möbelpacker mussten umgebucht werden, und die nächste Krise stand an, weil es (mal wieder) nicht nach meinem Plan ging.
ABER. So hatten wir einen Tag länger Zeit zum packen, konnten in Ruhe frühstücken und ins Ikea fahren, und abends noch auf das Baby meiner Freundin aufpassen.
Sonntag kamen die Möbelpacker  2 Stunden zu spät und der Schlosser kam statt um 12, erst um halb sechs am Abend. Und während ich in Gedanken schon den Beschwerdebrief verfasste, erinnerte mich Daniel daran, ruhig zu bleiben. Und im Endeffekt ist sich alles perfekt ausgegangen, den der Lastenaufzug war noch besetzt und wären die Möbelpacker pünktlich gewesen, hätten die auch nichts machen können und wir hätten sie fürs rumstehen bezahlt und der Schlosser wäre, wenn er püntklich gewesen wäre, vor verschlossener Türe gestanden.

Also, manchmal muss man echt nur chillen. Oder wie sagt man auf Instagram? #chillyourbase

 

 

 

Ich hab’s überlebt.

Der erste Schultag ist überstanden und wie ihr seht, lebe ich noch.

Ich war so nervös, dass ich eine Stunde zu früh auf der Uni war, aber so konnte ich zumindest einige administrative Dinge erledigen- Studentenausweis abholen, Parkausweis holen, Bücher besorgen und mir weitere Horrorszenarien ausmalen. Wie zum Beispiel, dass ich im falschen Saal sitze. Oder meinen Kulli vergesse, und nicht mitschreiben kann. Oder, noch schlimmer, eine Antwort nicht weiß. Oder, ganz furchtbar, das falsche Buch gekauft habe.

Was ich auch getan habe (also das falsche Buch gekauft). Und ich lebe noch. Und eine Antwort wusste ich auch nicht, ich habe mich sogar einmal verrechnet. Und im Stau stand ich auch, als ich zu meine Abendkurs fuhr. Und so kam ich erste 5 Minuten vor Unterrichtsbeginn an, als 15, wie erhofft.

Ihr könnt es euch schon denken, ich bin ein sehr ängstlicher, nervöser Mensch, mache mir dauernd Sorgen und male mir worst-case-Szenarien aus.

Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen.

Heute habe ich mich mit einem Studienberater einer anderen Universität getroffen, um über meine weiterführende Ausbildung zu reden. Welche Möglichkeiten gibt es? Was habe ich geschwitzt, als ich zum ersten mal auf die Website der Uni ging, und bisschen recheriert habe, dreimal habe ich die Email begonnen und wieder gelöscht. Und dann endlich abgeschickt. Ich auf einer so großen Uni? Das schaff ich nicht. Da verlauf ich mich. Dem Druck bin ich nicht gewachsen. Was, wenn…

Und es sind gleich 2 worst-case Szenarien eingetroffen: ich habe mich verfahren und war im falschen Gebäude und bin dann völlig verschwitzt zu spät zu dem Termin gekommen. Um genau zu sein, 2 Minuten zu spät. Was aber eh wurscht war, weil es der falsche Tag war. Und soll ich was sagen? Ich habe es überlebt, wir haben drüber gelacht und dann geplaudert, ich habe Fragen gestellt, viele Notizen gemacht und bin dann nach Hause gehüpft vor Freude. Ob ich mich bewerbe? Ich weiß es noch nicht, ich muss noch etwas mehr recherchieren. Aber es war zumindest ein Anfang und mir wurde bewusst, auch worst-case-szenarien sind überlebbar.

Gönn dir.

Im Urlaub saßen die Damen des Hauses bei Kaffee und Kuchen (die Männer des Hauses waren beim Fußballmatch). Und als wir da so fröhlich vor uns hin plauderten, fragte meine Mama: „Wie tut ihr eurem Körper und eurer Seele  etwas Gutes?“ Nach einer kurzen Gedankenschweigeminute, kamen dann die Antworten: ein Frisörbesuch! Ich geh ins Cafè! Ein Vollbad! Ein Museumsbesuch! Ein Glaserl Wein! Fußbad! Massage!

Ich habe darüber nachgedacht: Was tut mir gut? Was tue ich, um meinem Körper, meiner Seele, meinem Geist etwas zu gönnen? Es muss nicht immer ein Tagesbesuch im Spa sein mit Sauna und Massage, es kann die extra Tasse Kaffee sein, ein 2. Stück Kuchen, ein Nachmittagsschlaf. Wir DÜRFEN unserem Körper und unserer Seele etwas Gutes tun!

Eine Massage. Ins Cafè gehen und eine Tasse Cappuccino schlürfen. Morgens früh aufstehen und zum Yoga gehen. Schwimmen. Ein Frisörbesuch. Ein Besuch im Nagelstudio mit Freunden. Knallige Farben bewirken so viel! Ein Schaumbad. Eine Schüssel Popcorn. Ein 2. Stück Apfelkuchen mit Vanilleeis. Ausgiebig mit einer Freundin tratschen. Ein Glas Weißwein am Balkon. Spazieren gehen. Ein Fußbad. Eine neue Handcreme. Den Fernseher ausschalten und stattdessen ein Buch lesen. Karten spielen mit dem Mann. Frische Blumen. Musik hören. Gitarre spielen. Samstag morgen nach dem Frühstück zurück ins Bett kuscheln.

Gönn dir was Gutes!

Jetzt bin ich neugierig, wie gönnt ihr euch etwas Gutes?

Halbes Jahr.

Kaum zu glauben, aber die erste Hälfte des Jahres 2017 ist schon um. Hat es nicht erst gestern begonnen? Es war doch gerade noch so frisch, neu und unbekannt. Voller Erwartung und Pläne.

Und nun sind wir mittendrin, es fühlt sich nicht mehr unbekannt an, es fühlt sich bequem und vertraut an.

Das erste halbe Jahr war schon mal sehr ereignisvoll. Wir sind umgezogen! In eine Stadt, in der wir niemanden kannten! Neuer Job, Besuch daheim, Besuche in Richmond, Wanderungen, Kirchenfreizeit, Schwimmen und Boot Fahren, neuer Hauskreis, neue Wohnung, neues Alles.

Um diese Zeit blicke ich gerne auf die ersten Monate zurück und gehe meine Vorsatz-Liste durch. Wie viel habe ich davon eingehalten? Wobei, „einhalten“ möchte ich nicht sagen. Es war ja keine to-do Liste, sondern 3 Punkte, an die ich mich gerne erinnern möchte. Und eine laaaaaange Leseliste.

1. Lernen zu entspannen. Ja, entspannen kann ich. Aber meine Gedanken zu entspannen, das fällt mir nach wie vor schwer.

2. Nicht so streng mit mir zu sein und Fehler erlauben. Ja, als Perfektionistin ist das sehr schwer.

3. Einen 10 km Lauf laufen. Einmal geschafft, am Laufband. Wird Zeit, dass ich mich anmelde!

Auch meine Bücherliste habe ich fleißig abgearbeitet bzw erneuert, erweitert und überarbeitet.

Dazu gekommen sind:
The Glass Castle. House of Mirth. Far from the Madding Crown. Doctor Zhivago.  The Goldfinch. The Nest. H is for Hawk. The Warmth of other Suns.

Als Wort habe ich mir GNADE (nvoll). Gnädig mit meinen Mitmenschen, mit mir selber sein. Jeden Tag. Gerade beim Autofahren geht es immer besser. Nur manchmal darf ich an meiner Direktheit arbeiten.

Ich bin gespannt, was die 2. Hälfte ao mit sich bringt. Es wird bestimmt spannend: ich beginne an der neuen Uni, wir fahren auf Urlaub, wir wollen mehr in der Kirche involviert sein, mein Buchclub steht an, und einige Entscheidungen und (große) Veränderungen stehen an. Wie zum Beispiel mein Frisörtermin.  Und hoffentlich klappt es jetzt mal mit dem Sauerteig. Die letzten paar male hat der nämlich zum Schimmeln begonnen. Habt ihr Ratschläge? Auf sämtlichen Brotbackforen steht nämlich nur: wegschmeissen, neu anfangen. Und wer zahlt mir das Joghurt und das Roggenmehl?

Heute war ein guter Tag.

Die Woche hat es in sich gehabt. Wie eine schwere Wolke lag mein ‚funk‘ über mir. Ich war dauer-schlecht gelaunt, demotiviert. (Fast) Alles lief schief (viel Verkehr, genervte Leute, und oh, beim Einkaufen bin ich drauf gekommen, ich hatte keine Geldbörse dabei… natürlich nachdem der gesamte Einkauf schon verpackt war).

Heute morgen wollte ich dann zum Yoga und konnte nicht auftreten, weil mein Knie gezickt hat. Das macht es manchmal. Dann durchfährt mich ein höllischer Stich, jedesmal, wenn ich es abbiege. Also nicht Yoga. Dann eben Kaffee mit dem Mann. Auch gut:-)

… aber Stop. Dies sollte ja kein suder suder jammer jammer Post sein.

Heute war nämlich ein guter Tag.

Kaffee mit dem Mann genieße ich immer sehr.

Zur Zeit lese ich sehr viel und die Bibliothek ist nur 5 Minuten zu Fuß entfernt. Gestern habe ich mir ein paar Bücher, Hörbücher und Filme ausgeborgt und kann es kaum erwarten, die am Pool, am See, im Flieger und im Cafè zu lesen. Eines habe ich schon verschlungen. Apropo Bücherei. Über die Bibliothek kann ich mir von einer App Videos und Hörbücher anschauen/anhören. Und da gibt es auch schwedische Filme! Und richtig gute Hörbücher, so wird der anstehende Langstreckenflug wie im Fluge vergehen:-).

Dieses Buch hat Daniel mir geschenkt. Nun schmökere ich so gerne darin und träume davon wie wir mit dem Auto die Küste Maines entlangfahren.

 

Zu Mittag kam der Mann heim und wir sind Kaffee trinken gegangen. Ich teil ihn ja nicht so gern mit seiner Arbeit, und er hat wohl meine schlechte Laune bemerkt und mich zum Kaffee ausgeführt. Ich lieb ihn so! (Und Daniel lieb ich auch).

Anschließend bin ich zur Bibliothek gegangen, ein Buch zurück und eines ausgeborgt. Irgendwann bin ich dann draufgekommen, dass ich vergessen habe, Deo zu benutzen und immer noch meine Duschfrisse hatte. Egal. Sonnig wars und Schwitzen tut eh jeder bei den Temperaturen.

Auf dem Marktplatz war eine Musikgruppe, der Jüngste, keine 12 Jahre alt, hat mit so einer Leidenschaft Trompete gespielt, mir ist die Ganslhaut gekommen. Ich steh ja total auf so Musik und liebe es, dass in Charlotte so viele Straßenmusikanten unterwegs sind. Am Liebsten hätte ich mich dazugestellt und zum Tanzen begonnen!

Mein Freund John war auch unterwegs und hat mich (und alle Fußgänger) daran erinnert, „Jesus loves you guys“. Irgendwann muss ich ihn jetzt mal ansprechen!

Nach 3 Tagen Regen und Wolken und wäh Wetter scheint wieder die Sonne und ich gehe jetzt gleich Schwimmen, dass tut meinem beleidigten Knie sicher gut.

An solchen „funky“ Tagen muss ich mir nur bewusst machen, wie gut es uns geht. Wofür ich dankbar sein kann. Und Grund zum Danken gibt es immer:

Frische Erdbeeren. Selbstgemachtes Müsli. Post von daheim. Freundschaften, die sich entwickeln. Kaffee. Gespräche nach dem Gottesdienst. Skype. Bücher. Familie. Frischer Toast zum Frühstück. Sonnenschein. Sonnencreme. Brot backen. Musik. Ehrlichkeit. Bibellesen mit Freunden. Ermutigende SMS von Freunden. Unser Hauskreis und wie wohl wir uns da fühlen. Ein neuer Tag.

Bei uns schaut es immer aus, wenn ich Kaffee mahle. Aber wie es duftet!! Wird Zeit, wieder frisches Müsli zu machen!

Naturjoghurt, frische Beeren, Müsli, etwas Honig. Ich leg mich da rein!

Nach langem wage ich mich wieder ans Brotbacken. Hoffentlich klappt es diesmal besser!!

vergesst das nicht!

Jesus loves you guys!

Wir haben hier in der Stadt einen Mann, nennen wir ihn einfach mal John (seinen richtigen Namen kenne ich [noch] nicht, da ich [leider] noch nicht mit ihm geredet habe).

Was das besondere an John ist?

Er liebt Jesus. Und er verkündet es jeden.

Egal ob Sonnenschein oder Regen, bei Wind und Wetter, am Montag morgen genauso wie Freitags Nachmittag, geht (und manchmal radlt) John durch die Stadt und verkündigt die [meiner Meinung nach] drei schönsten und wichtigsten Sätze: Jesus died for you. He saves. He loves you guys.

Anfangs habe ich einen großen Bogen um ihm gemacht. Ich war peinlich berührt. Man steht ja nicht einfach rum und schreit herum (außer man heißt Lisa und erfährt von einer Verlobung oder Schwangerschaft oder jemand schreit „Hai!“ beim Schwimmen. Dann ist schreien OK).

Ich dachte mir, John ist wieder nur ein Verrückter. Und dann war mir dieser Gedanke peinlich. Das haben die Leute doch sicher auch über Noah, Johannes dem Täufer und JESUS und seinen Jüngern gedacht.

Immerhin fordert die Bibel uns auf, die frohe Nachricht zu verkünden, und wie heißt es so schön in dem Lied: „go, tell it on the mountain, over the hills and everyway. Go tell it on the Mountain that Jesus Christ is born“ (ok ist ein Weihnachtslied, aber die Grundidee ist, dass wir in alle Welt gehen sollen und das Evangelium verkünden sollen [Markus 16:15])

Und genau das tut John. Er ruft es hinaus, manchmal sprechen ihn Leute an, dann erzählt er ihnen von der Bibel, manchmal betet er mit ihnen und für sie.

Ich finde das toll. (Und bewundere seine Ausdauer. Ich wäre nach einer Stunde schon heiser).

Also.

JESUS SAVES. HE DIED FOR YOU AND HE LOVES YOU GUYS.

 

Wertvoll.

Als wir (also meine Schwestern und Eltern) in unser neues Heim gezogen sind, haben meine Eltern für jedes Mädchen einen Baum gepflanzt. Ich bekam einen Apfelbaum.

Vor etwas über drei Jahren, ungefähr zur gleichen Zeit, als ich in die USA gezogen bin, bemerkte meine Mama, dass der Baum zu verwelken began. Langsam begann er zu sterben. Kurze Zeit später entdeckte meine Mama, dass eine Stechpalme zu wachsen began. Zufall?

Letztes Jahr haben Daniel und ich nach unserer Hochzeit meinen Apfelbaum abgesägt. Mir war ganz mulmig zumute. Voller Nostalgie und Schwermut, aber auch Aufregung, es lag ein Neuanfang in der Lust. Der Baum musste ab, er war krank und hinderte neue Pflanzen am Wachsen.

Das Holz haben meine Eltern in eine Lebenshilfe Werkstätte geschickt, die daraus wunderschöne Kreuze gemacht haben.

Diese Kreuze haben so viel Bedeutung für mich, für uns. Nicht nur sind sie ein Symbol für Jesus‘ Liebe, seinen Tod und seine Auferstehung, sie sind auch ein Stück Heimat. Und wer weiß, vielleicht erzählen unsere Urenkerl dann die Geschichte von dem Baum.